Die Deutsche Telekom wird Start-up-Unternehmen einen (gewagten) Deal anbieten: Danach erhalten diese exklusiv schnelles Internet und müssen dafür noch nicht einmal einen Aufpreis zahlen. Im Gegenzug verlangt die Telekom eine Umsatzbeteiligung („ein paar Prozent“). Ziel ist es laut Telekom, Wettbewerbsnachteile und Marktzugangsbeschränkungen, die sich nach dem Ende der Netzneutralität für junge Unternehmen ergeben, auszugleichen. …
Autor: volkelt
Eine im Ausland erworbene Fahrerlaubnis berechtigt nicht zum Führen eines Kraftfahrzeugs, wenn aufgrund einer rechtkräftigen gerichtlichen Entscheidung im Inland keine neue Fahrerlaubnis hätte erteilt werden dürfen (OLG Braunschweig, Urteil vom 27.5.2015, 1 Ss 24/15). …
Laut Landesarbeitsgericht (LAG) Düsseldorf gehört die Zeit, um die vom Arbeitgeber angeordnete Dienstkleidung an- bzw. abzulegen, zur vergütungspflichtigen Arbeitszeit. Für Duschzeiten gilt das allerdings nur dann, wenn das Duschen aus gesundheitlichen Gründen zwingend notwendig ist – etwa bei einem Arzt, der eine Voll-Desinfektion vornehmen muss (LAG Düsseldorf, Urteil vom 3.8.2015, 9 Sa 425/15). …
Mit 2,60 € pro Ausgabe (2,90 Wochenend-Ausgabe) bleibt das Handelsblatt die teuerste überregionale Zeitung – und das mit einer Ausrichtung als Wirtschaftszeitung. Damit stieg der Preis in den letzten 5 Jahren um fast 45 %. Dazu kommt eine kontinuierliche Verringerung des Umfangs von vormals durchschnittlich 56 auf jetzt 48 Seiten. Seit Jahresbeginn entfallen in jeder Ausgabe 1 – 2 weitere redaktionelle Seiten für Eigenwerbung.
Volkelt-Brief 44/2015
Reinfall: Wie die Berater das Hess-Management aushebelten + Rechtsprechung: Wichtige neue Urteile für Geschäftsführer im Überblick + „Theorie”: Wie viel Geld braucht man zum Glück? + Neue Methoden: Wie Steuerprüfer Nachzahlungen durchsetzen + GmbH-Recht: Pflichtoffenlegung ist juristisch „durch“ + Goldesel: Dauerhafter Verlustausgleich in der kommunalen GmbH + Paukenschlag: Solidaritätszuschlag kommt erneut auf den Prüfstand + BISS …
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Derzeit müssen sich der Junior- und der Finanzchef der Fa. Hess AG aus dem Schwarzwald vor dem Landgericht verantworten. Vorwurf: Bilanzfälschung, Bankrott, Untreue, schwerer Betrug, Kredit- und Subventionsbetrug (vgl. Nr. 9/2013). Es drohen Haftstrafen. Laut Staatsanwaltschaft ist die Geschäftsführung u. a. dafür verantwortlich, dass die Eigenkapitalquote manipuliert wurde. Diese wurde im Jahr 2007 mit 62% statt mit tatsächlichen 59 % ausgewiesen. 5 Jahre später klaffte bereits eine riesige Lücke: Laut Bilanz betrug die EK-Quote plus 66 %. Die Sonderprüfer stellten dagegen einen Fehlbetrag von minus 57 % fest. …
Das wohl folgenschwerste Urteil für Geschäftsführer kommt vom Europäischen Gerichtshof (EuGH). Der rückt den Geschäftsführer weiter in Richtung Arbeitnehmer – mit Auswirkungen auf den Kündigungsschutz. Laut EuGH muss der Geschäftsführer bei der Ermittlung des Personalstandes mitgezählt werden. Sie müssen davon ausgehen, dass auch die deutschen Arbeitsgerichte diese Sichtweise aufnehmen und in zukünftigen Kündigungschutz-Verfahren umsetzen. Hier unsere Kurz-Übersicht: …
Mit der Verleihung des Nobel-Preises für Wirtschaft wurde jetzt wieder einmal bestätigt: Leider sind es oft nur Binsenweisheiten, die mit theoretischer und empirischer Forschung unterlegt werden und weniger praxisrelevante Themen – sei es zur Beherrschung von Finanzkrisen, zum Spannungsverhältnis von Finanz- und Realwirtschaft oder zur Verteilungstheorie, die mit dem Preis ausgezeichnet werden. Nicht desto trotz hat sich Angus Deaton mit der Frage von Geld und Glück auseinandergesetzt. Wie halten Sie es damit? Deaton´s Erkenntnis: Ab einem Jahreseinkommen von 75.000 $ steigt das Glücksgefühl nicht mehr. Im Prinzip deckt sich das mit der Aussage, „das zweite Glas Wasser bringt weniger Nutzen als das erste“ (abnehmender Grenznutzen). Laut BBE-Gehaltsstudie verdienten GmbH-Geschäftsführer 2014 im Durchschnitt 196.000 $. Das sollte zum Glück genügen. …
Gibt es bei einer Betriebsprüfung Abweichungen von den Werten der finanzamtlichen Richtsätze, werden die Umsätze „verprobt“, d. h. nach oben gerechnet. Mehr als ärgerlich ist es aber, wenn die Umsatzschätzungen einfach unrealistisch hoch angesetzt werden. So ist z. B. jetzt ein Fall bekannt geworden, wonach die Betriebsprüfer den Jahresumsatz eines mittleren Gastronomiebetriebes um jährlich 500.000 EUR hochgerechnet haben. Über 3 Jahre errechneten die Prüfer daraus eine Umsatz- und ESt-Schuld von zusätzlichen 700.000 EUR. …
Auch unter dem Gesichtspunkt des Vertrauensschutzes gibt es keine Ausnahme von den Veröffentlichungspflichten für ältere Kapitalgesellschaften (Bestand vor 2007). Auch das Sanktionsverfahren ist juristisch nicht zu beanstanden. Selbst der Hinweis auf das gegen die Pflichtveröffentlichung anhängige Beschwerdeverfahren wegen Verstoßes gegen die Menschenrechte vor dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) rechtfertigt eine Aussetzung des Verfahrens nicht (OLG Köln, Beschluss vom 9.7.2015, 28 Wx 6/15). …