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Volkelt-Briefe

GmbH/Finanzen: Vorsicht mit Ratenzahlungsvereinbarungen 

Bei Insolvenz eines Kunden schrumpft Ihr Zahlungsanspruch auf die Quote. Die beträgt meist nur ein Bruchteil der ursprünglichen Kaufpreisforderung. Das fällt noch stärker ins Gewicht, wenn weder Abschlagszahlungen noch ein Eigentumsvorbehalt vereinbart sind. Mögliche Lösung:  Sie schließen mit dem Kunden eine Ratenzahlungsvereinbarung, um die Zahlungsunfähigkeit des Kunden und damit die bereits eingetretene Insolvenzreife zu vermeiden. Die Rechtslage: Laut Bundesgerichtshof (BGH) sind Sie dann in Beweisnot: „Kommt es aufgrund der Ratenvereinbarung zu Zahlungen und werden diese später vom Insolvenzverwalter zurückgefordert, so muss der Lieferant beweisen, dass durch die Ratenvereinbarung die Zahlungsunfähigkeit des Kunden tatsächlich nachträglich entfallen ist“ (BGH, Urteil v. 6.12.2012 – IX ZR 3/12).

Sie müssen dann beweisen, dass der Kunde nicht mehr zahlungsunfähig war. Dazu genügt es nicht, sich einfach auf die Ratenzahlungsvereinbarung zu berufen. Zu Ihren Lasten wird unterstellt, dass Sie bei gewerblich tätigen Kunden damit rechnen müssen, dass noch andere Forderungen bestehen die keinen vergleichbaren Druck zur Eintreibung ihrer offenen Forderungen ausüben. In diesem Fall unterstellt das Gericht dem Lieferanten einen Benachteiligungsvorsatz gegenüber den anderen Lieferanten. Diesen können Sie nur dadurch widerlegen, in dem Sie nachweisen, dass der Kunde nach einer ursprünglichen Zahlungseinstellung nicht nur ihm gegenüber, sondern gegenüber allen Gläubigern die Zahlungen wieder aufgenommen hat. Können Sie das nicht belegen, besteht das Anfechtungsrecht des Insolvenzverwalters wegen inkongruenter Deckung. Die Ratenzahlungsvereinbarung ist dann wirkungslos. Im schlechtesten Fall müssen Sie bereits erhaltene Raten zurückzahlen.

In einfachen Fällen – also, wenn es um unbeträchtliche Beträge geht – bleibt abzuwägen, ob Sie in der wirtschaftlichen Krise Ihres Kunden trotzdem eine Ratenvereinbarung abschließen. Im Insolvenzfall des Kunden ist der Aufwand doch ziemlich groß, solche Forderungen gegen Ihre GmbH rückwirkend durchzusetzen. Der Insolvenzverwalter wird das nur bei „spürbaren“ Beträgen tun. Besser ist es, in den AGB einen Eigentumsvorbehalt zu vereinbaren. Besser ist es also, Kunden vorher mit den üblichen Verfahren (Schufa, Marktbeobachtung, eigene Informationen) abzuscannen.

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GmbH-Finanzen: So nutzen Sie Internet-Finanzierungen (FinTech)

Für Privatpersonen gehört die Kreditsuche bzw. -aufnahme über das Internet schon seit Jahren zum Alltag. So vermittelt z. B. die Kredit-Plattform Auxmoney (www.auxmoney.de) Kredite von Privatpersonen an private Kreditsuchende. Unterdessen ist ein unübersichtlicher Markt an Kredit-Plattformen für Private entstanden. Unternehmen tun sich da immer noch um Einiges schwerer. Hier spielen Vertrauen und persönliche Beziehungen erfahrungsgemäß noch eine größere Rolle. Dennoch: Das Geld- und Finanzgeschäft hat sich auch für Unternehmen in das Internet verlagert. Hier sind inzwischen einige Online-Kreditmarktplätze etabliert, die sich auf unternehmerische Belange und Besonderheiten eingerichtet haben.

Beispiel:

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Digitales: Crowdfunding mit hohen Wachstumsraten

Das Crowdfunding – auch als Schwarmfinanzierung bezeichnet – ist eine Internet-gestützte Finanzierungs-Plattform, auf der Kapital suchende Unternehmen ihre Projekte (Klein-) Anlegern vorstellen und an denen diese sich beteiligen können. Das Verfahren ist unkompliziert und schnell. Die aktuellen Zahlen: Im Jahr 2016 wurden insgesamt ca. 80 Mio. EUR Kapital für Investitionen in die Wirtschaft (Energie, Immobilien, Unternehmen) im Crowdfunding vergeben. 2017 waren es bereits ca. 200 Mio. EUR. Das entspricht einer Zunahme um 250 %. Für 2018 ist ein Finanzierungsvolumen von rund 500 Mio. EUR zu erwarten. Unterdessen gibt es eine ausgeprägte Crowdfunding-Szene auch in Deutschland.

Einen guten Überblick …

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GmbH-Finanzen: Neue Finanzpartner für das runderneuerte Geschäftsmodell

Es gibt und ich kenne viele Unternehmer-Kollegen, die wissen, dass Sie eigentlich viel mehr in die Digitalisierung Ihrer Produkte oder Produktionsprozesse investieren müssten, sich aber nicht gut bei der Finanzierung durch die Hausbank fühlen. Die zeigen sich sehr zurückhaltend und stehen einer Erweiterung/Veränderung des bisherigen Geschäftsmodells grundsätzlich skeptisch gegenüber. Motivierender Zuspruch ist eher selten. Oft fehlt auch …

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Volkelt-Brief 29/2017

Null-Zins: Risiko-Geschäfte gehen (fast) immer zu Ihren Lasten + GmbH-Finanzen: Das müssen Sie bei der Anlage von GmbH-Geld unbedingt beachten + Gesellschafterliste: Nehmen Sie die Gesellschafter mit ins Boot + Treuhand am GmbH-Anteil: schriftlich, vollständig und steuerfest + Geschäftsführer Altersversorgung: Achtung – Neue Vorgaben für Ihre Pensionszusage + Steuern: Werbungskosten-Abzug nur für den aktiven Geschäftsführer

BISS … die Wirtschaft-Satire

 

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GmbH-Finanzen: Das müssen Sie bei der Anlage von GmbH-Geld unbedingt beachten

Für den Allein-Gesellschafter-Geschäftsführer einer GmbH geht die Anlage von liquiden Mitteln der GmbH auf eigenes Risiko. Insoweit haben Sie Handlungsfreiheit. Anders zu bewerten ist die Situation in einer GmbH mit mehreren Gesellschaftern. Hier können Risiko-Geschäfte dazu führen, dass …

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GmbH-Finanzen: Einfacherer Zugang zu den EU-Fördertöpfen

Es gibt unterdessen zwar viele Websites mit EU-Fördermitteln und -Programmen. Die meisten sind aber unübersichtlich und meist nur in englischer (business) Sprache. So dass Vieles schwer verständlich ist. Jetzt gibt es eine neue EU-Website speziell für den deutschsprachigen Raum. Das erleichtert …

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GmbH-Vermögen: Die Bank muss richtig beraten

Banken haften für Vermögensverluste aus Wertpapieren, wenn sie gegen ihre gesetzlichen Beratungspflichten verstoßen. Das betrifft auch die Anlage in Wertpapieren aus dem GmbH-Vermögen. Zuletzt hatte der Bundesgerichtshof (BGH) dazu entschieden, dass selbst eine unternehmerische Qualifikation des Mandanten – z. B. als Prokurist oder Geschäftsführer einer GmbH – den Vermögensberater der Bank nicht von seiner Beratungspflicht befreit (BGH, Urteil vom 22.3.2011, XI ZR 33/10). …

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GmbH-Finanzen: Bank darf bei fehlenden Unterlagen Kredite kündigen

Gewährt die Bank Kredite von mehr als 750.000 €, ist sie verpflichtet, sich vom Kreditnehmer die wirtschaftlichen Verhältnisse offen legen zu lassen. Z. B. durch die Vorlage des vollständigen Jahresabschlusses. Die Bank ist dazu sogar gesetzlich verpflichtet (§ 18 Kreditwesengesetz). Ein Geschäftsführer-Kollege aus Hessen ließ es jetzt darauf ankommen. Er verweigerte der Bank kontinuierlich die Vorlage entsprechender wirtschaftlicher Nachweise. …

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Volkelt-Brief 13/2015

Volkelt-NLWirtschaft und Politik: Studien über die Arbeitswelt haben Hochkonjunktur – wie viel Schuld haben die Arbeitgeber tatsächlich? + Führen mit Stil: Ein paar kleine Tipps für den besseren Auftritt + GmbH-Finanzen: Liquidität in 48 Stunden statt in 60 Tagen + BAV: Nahles-Rente wird alle kleineren Firmen zusätzlich belasten + Haftung (1)Geschäftsführer haftet nur ausnahmsweise für Risikogeschäfte + Haftung (2): Konzern-Vorstand haftet  für Cash-Pool-Zahlungen + Steuer: GmbH-Immobilie zu Kostenmiete oder Vergleichsmiete? +  BISS …