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GmbH-Finanzen: Das müssen Sie bei der Anlage von GmbH-Geld unbedingt beachten

Für den Allein-Gesellschafter-Geschäftsführer einer GmbH geht die Anlage von liquiden Mitteln der GmbH auf eigenes Risiko. Insoweit haben Sie Handlungsfreiheit. Anders zu bewerten ist die Situation in einer GmbH mit mehreren Gesellschaftern. Hier können Risiko-Geschäfte dazu führen, dass …das Vermögen der Gesellschafter geschädigt wird. Insofern hat hier bereits ein Gesellschafter mit einer Mini-Beteiligung die Möglichkeit, den Geschäftsführer für den Schaden, der aus riskanten Geschäften entsteht, in die Haftung zu nehmen. Ob hier eine Vermögensschaden-Versicherung (D & O) einspringt, richtet sich nach dem konkreten Einzelfall und den jeweiligen Versicherungskonditionen. Ein Restrisiko bleibt damit für den Geschäftsführer. Geschäftsführern, die Rücklagen ihrer GmbH in Finanztiteln anlegen, empfehlen wir zur Dokumentation (Beratungsprotokoll) gegenüber den Gesellschaftern folgendes Vorgehen:

  • Beratungsgespräche über Geldanlagen (z. B. Anleihen) und Wertpapiere (z. B. Aktien) müssen schriftlich protokolliert werden.
  • Der Berater muss Ihnen ein Beratungsprotokoll aushändigen.
  • Prüfen Sie das Beratungsprotokoll vor einer Unterschrift.
  • Das Protokoll muss laut Gesetz folgende Angaben enthalten: Anlass und Dauer der Beratung, die individuelle Situation und die wesentlichen Anliegen des Anlegers sowie die erteilten Empfehlungen und die dafür maßgeblichen Gründe.
  • Die individuellen Wünsche des Kunden müssen berücksichtigt werden. Textbausteine sind dafür nicht ausreichend.
  • Das Protokoll muss für Sie eindeutig und verständlich sein. Unterschreiben Sie keine Kauforder, wenn Sie in Ihrem Protokoll nicht alles geprüft und verstanden haben. Lassen Sie sich im Zweifelsfall Zeit oder befragen Sie einen Dritten.
  • Eine Unterschrift des Kunden unter das Beratungsprotokoll ist nicht erforderlich (auch nicht zur Bestätigung der Richtigkeit).
Nichts falsch machen Sie, wenn Sie sich für eine konservative Anlagestrategie entscheiden. Das sollte dann auch so im Beratungsprotokoll stehen. Derzeit haben Sie allerdings dafür keine große Auswahl. Im Moment sind das nur festverzinsliche Anleihen (Staats- und ausgewählte Unternehmensanleihen). Hier sind derzeit maximal bis zu 2,5 % Verzinsung möglich. Wer mehr riskieren will und dennoch gegenüber den Gesellschaftern kein Haftungsrisiko eingehen will, sollte mit einer Risikostreuung bis max. 30 % der Anlage noch auf der sicheren Seite sein. Allerdings sollten Sie dann darauf achten, dass der Aktienanteil als Fond und mit sicherem Branchen-Mix angelegt wird. Wichtig ist dann auch, dass Sie den richtigen Einstiegszeitpunkt finden. Derzeit liegen die Aktienkurse weltweit (DAX, EUROSTOX, NASDAQ usw.) so hoch im Rennen, dass ein Einstieg allenfalls Dividenden erwirtschaftet, aber realistischerweise bis auf weiteres nicht mit Kursgewinnen gerechnet werden kann. Von einer Risikostreuung über 30 % raten wir derzeit bei der Anlage von Geschäftsvermögen ab. Solche Risiko-Geschäfte (Termingeschäfte, Devisen, Gold, Puts and Calls usw.) sollten weiterhin dem Privatvermögen des Gesellschafter-Geschäftsführers vorbehalten bleiben.

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