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Steuergestaltung: Beteiligungen von Mitarbeitern am Verkaufserlös der GmbH 

Eine zulässige Form der Mitarbeiterbeteiligung besteht darin, die (leitenden) Mitarbeiter an einem zukünftigen Verkaufserlös zu beteiligen. Dazu der Bundesfinanzhof (BFH): Einkünfte des Arbeitnehmers aus einem Verkauf der GmbH gehören im Zeitpunkt des Zuflusses zu den Einkünften aus nichtselbständiger Tätigkeit und unterliegen der Lohnsteuer. Interessant: Der BFH stellt in seiner Urteilsbegründung ausdrücklich auf den „Zeitpunkt des Zuflusses“ ab (BFH, Urteil v. 3.7.2019, VI R 12/16).

Daraus ergeben sich konkrete Gestaltungshinweise. So können Sie etwa in einem „Vertrag über die Beteiligung am Veräußerungserlös“ vereinbaren, dass dieser zunächst auf ein Treuhandkonto eingezahlt wird. Anschließend wird ein anteiliger Erlös den Mitarbeitern in jährlichen Raten ausgezahlt und mit Lohnsteuer belastet. Wichtig ist, dass die vertraglichen Vereinbarungen klar definiert sind und diese Vereinbarungen auch tatsächlich so umgesetzt werden. Ältere Arbeitnehmer können so ihre Arbeitseinkünfte stückeln und damit eine anteilige Lohnsteuer auf mehrere Jahre verteilen.
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NEU: Keine Lohnsteuer für Wertguthabeneinzahlung des Fremd-Geschäftsführers

Gutschriften auf einem Wertguthaben zur Finanzierung eines vorzeitigen Ruhestands sind kein gegenwärtig zufließender Arbeitslohn. Das gilt auch für Gutschriften auf ein Wertguthabenkonto des Fremd-Geschäftsführers einer GmbH (BFH, Urteil v. 22.2.2018, VI R 17/16).

Die Finanzverwaltung teilt diese Auffassung bisher ausdrücklich nicht (vgl. dazu BMF-Schreiben vom 17.6.2009, IV C 5 – S 2332/07/0004, vgl. dazu S. 3). Es bleibt abzuwarten, wie die Finanzbehörden reagieren werden. Eine Anpassung der BMF-Vorschriften ist bisher noch nicht erfolgt. Gehen Sie davon aus, dass die Finanzbehörden einen nächsten Fall abwarten, um diesen exemplarisch (höchst-) gerichtlich klären zu lassen.
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Volkelt-Brief 28/2018

Führung in digitalen Zeiten: „Verantwortung lässt sich nicht in die cloud delegieren …“ + Nachfolge (GF 50 +): Nutzen Sie die Sommerpause für die ersten Schritte + GmbH-Finanzen: So nutzen Sie Internet-Finanzierungen (FinTech) + Firmenwagen-Schnäppchen: Vereinbaren Sie Übernahme zum Buchwert + Gesellschafter-GF: Umwandlung der Altersversorgung ohne Nachteil möglich + Zahlen + Fakten: GmbH und UG weiter im Vormarsch + Bundesarbeitsgericht (BAG) stutzt Bemessungsgrundlage für dividendenabhängige Tantieme + Verrechnet: GmbH-Anteils-Verkauf kostet auch noch Lohnsteuer + Bürokratie: Neue Runde um die Sanierungsklausel

 

BISS … die Wirtschaft-Satire

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GmbH/Steuer: NEU Achtung – Tankgutscheine und Lohnsteuer

Überlassen Sie Ihren Mitarbeitern (lohnsteuerfrei) Tankgutscheine (hier: monatlich bis 44 EUR) müssen Sie darauf achten, dass die Gutscheine „Monat für Monat“ ausgegeben werden – und nicht gleich für das ganze Jahr – auch dann, wenn Sie ausdrücklich vereinbaren, dass der Mitarbeiter monatlich nur einen Gutschein einlösen darf (FG Sachsen, Urteil v. 9.1.2018, 3 K 511/17, rechtskräftig).

Das klingt nicht nur nach mehr Bürokratie – das bringt wieder einmal mehr Bürokratie. Auf der sicheren Seite sind Sie nach diesem Urteil nur, wenn Sie 1.) die Gutscheine tatsächlich nur monatlich ausgeben und wenn 2.) sichergestellt ist, dass die Verbuchung der Tank-Rechnung sich damit deckt und lediglich monatlich vorgenommen wird. Das geht einfacher – hier sollte das BMF gelegentlich nachbessern.
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Steuer-Vorteil: Wertguthaben-Konto für den Fremd- Geschäftsführer

Zahlt die GmbH – vertraglich vereinbart – einen Teil des Geschäftsführer-Gehalts auf ein sog. Wertguthaben-Konto, das erst mit Erreichen des Ruhestands ausgezahlt wird, darf das Finanzamt dafür keine Lohnsteuer berechnen. Aber aufgepasst: Dieses Steuerspar-Modell ist nur – aber laut Bundesfinanzhof (BFH) ausdrücklich – für den Fremd-Geschäftsführer der GmbH möglich. Damit ist es möglich, ein hohes Gehalt zu vereinbaren, aber anteilig weniger Lohnsteuer abzuführen. Die wird erst mit der Auszahlung (Zufluss) und dann eventuell zu einem günstigen ESt-Satz fällig. Für Gesellschafter-Geschäftsführer kann dieses Steuerspar-Modell  (leider) nicht umgesetzt werden – hier werden die Finanzbehörden eine verdeckte Gewinnausschüttung unterstellen (BFH, Urteil v. 22.2.2018, VI R 17/16).

Für den Fremd-Geschäftsführer eröffnen sich damit neue Verhandlungsmöglichkeiten im Vertragspoker um den Anstellungsvertrag. So wird für Fremd-Geschäftsführer eher selten eine Zukunftsvorsorge in Form einer Pensionszusage abgeschlossen. Den (freiwilligen) Verzicht auf eine (den Verkauf der GmbH erschwerende) Pensionszusage können Sie sich nach diesem in der Sache abschließenden Urteil – Steuervorteil inklusive – gegen ein höheres Gehalt mit Vereinbarung eines Wertkontos vergüten lassen. Im Urteilsfall konnte der Fremd-Geschäftsführer auf diese Weise monatlich 6.000 EUR steuergünstig für die Altersvorsorge ansparen.

 

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Steuer: Gericht billigt Zeitwertkonto für den Fremd-Geschäftsführer

Wird dem (Fremd-)Geschäftsführer ein sog. Zeitwertkonto eingeräumt, sind die daraus ausgezahlten Leistungen erst mit der Auszahlung bzw. dem Zufluss zu versteuern. Wichtig: …

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Geschäftsführer privat: Zuzahlungen zum Firmenwagen mindern die Lohnsteuer

Nach einigen Urteilen des Bundesfinanzhofs (BFH) zur Ermittlung der Lohnsteuer für die Überlassung des Firmenwagens für die private Nutzung (1%-Methode, 0,03-Regelung) hat das Bundesfinanzministerium (BMF) jetzt reagiert. Nach einem neuen BMF-Erlass gilt jetzt: …

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Volkelt-Brief 12/2017

Das neue US-Steuermodell: „.. auch die Briten wittern Standortvorteile“ + Flüchtlinge/Migranten: Geschäftsführer müssen „sorgfältig“ prüfen +  GmbH-Recht: Wenn der Versammlungsleiter trickst … + Neue Internet-Attacken: So schützen Sie Ihre Stellenangebote + Kartellvergehen: Bereits der Informationsaustausch wird bestraft + GmbH-Recht: Stimmverbot für den GmbH-Gesellschafter + Geschäftsführer unterwegs: Keine Lohnsteuer bei (Zwangs-) Unterbrechungen +  BISS …

 

 

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Geschäftsführer unterwegs: Keine Lohnsteuer bei Unterbrechungen

Geschäftsführer, die ihren Firmenwagen nach der 1%-Methode versteuern, können sich ab sofort auf ein Urteil des FG Düsseldorf berufen, wenn Sie für Zeiten erzwungener Nicht-Nutzung des Firmenwagens keine Lohnsteuer zahlen wollen. Das betrifft Zeiten, in denen Sie wegen einer gesundheitlicher Probleme (Krankenhausaufenthalt) oder z. B. längerer Abwesenheit wegen einer Auslandtätigkeit den Firmenwagen nachweislich nicht nutzen können (FG Düsseldorf, Urteil vom 24.1.2017, 10 K 1932/16 E). …

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Fremd-Geschäftsführer: Zeitwertkonto statt Pensionszusage

Die Möglichkeit, Arbeitzeiten zu „sammeln“, dafür ein Arbeitszeitkonto zu bilden und einen damit verbundenen Lohnsteuer-Aufschub zu erreichen, steht nur Arbeitnehmern, nicht aber dem Geschäftsführer einer GmbH zu. Dieser ist – so der Bundesfinanzhof (BFH) in seinem Grundsatz-Urteil – laut Dienstvertrag dazu verpflichtet, seine Arbeitskraft grundsätzlich in vollem Umfang und jederzeit seiner GmbH zur Verfügung zu stellen und kann deswegen keine Arbeitszeit-Guthaben bilden (BFH, Urteil vom 11.11.2015, I R 26/15). Im Fall ging es um einen (beherrschenden) Gesellschafter-Geschäftsführer. In Praktikerkreisen musste man aber davon ausgehen, dass diese Grundsätze auch für den Minderheits-Gesell­schafter und sogar für den Fremd-Geschäftsführer zu beachten sind (vgl. Nr. 14/2016).

Aber: