Kategorien
Volkelt-Briefe

Geschäftsführer-Gehalt: Handwerker-GmbH zahlen immer mehr Tantieme

Wie immer im Novem­ber hat die BBE-Media die neu­es­ten Zah­len zur GmbH-Geschäfts­füh­rer-Ver­gü­tung ver­öf­fent­licht. Abge­fragt wur­de die Gehalts­ent­wick­lung aus dem aktu­el­len Geschäfts­jahr und den sich aus den vor­läu­fi­gen Zah­len zum Jah­res­er­geb­nis erge­ben­den Wer­ten für die Tan­tie­me. Wir haben die Gehalts-Ent­wick­lung für Hand­wer­ker-GmbHs genau­er ange­schaut. Gegen­über dem Geschäfts­jahr 2016 muss in eini­gen Bran­chen beim Fest­ge­halt mit einem deut­li­chen Abschlag gerech­net wer­den (vgl. Nr. 46/2016). Im Durch­schnitt wird unter­des­sen im Hand­werk rund ein Fünf­tel (ca. 20 %) des Gehalts als Erfolgs­be­tei­li­gung aus­ge­zahlt. Das war bis vor weni­gen Jah­ren nicht absehbar.

Hin­ter­grund: Bis zu 50 % des Jah­res­ge­winns kann an die Geschäfts­füh­rung als Tan­tie­me aus­ge­zahlt wer­den, ohne dass die Finanz­be­hör­den dafür eine ver­deck­te Gewinn­aus­schüt­tung unter­stel­len. Das ist bun­des­wei­ter Kon­sens der Behör­den. Ein Grund für die sta­gnie­ren­den Fest­be­zü­ge dürf­te eben dar­in zu sehen sein, dass in immer mehr Hand­werks-GmbHs Tan­tie­men gezahlt wer­den. Wir gehen davon aus, dass sich in der zurück­hal­ten­den Gehalts­ent­wick­lung auch Struk­tur­ver­än­de­run­gen im Hand­werk abbil­den. Stich­wor­te: zuneh­men­de Kon­zen­tra­ti­on des Mark­tes mit einem Trend zu grö­ße­ren Hand­werks­be­trie­ben in der Rechts­form GmbH mit arbeits­tei­li­ger Geschäfts­füh­rung – auch mit Fremd-Geschäfts­füh­rern, die bevor­zugt erfolgs­be­zo­gen ver­gü­tet wer­den. Nicht end­gül­tig klä­ren lässt sich aller­dings die sta­gnie­ren­de bis rück­läu­fi­ge Gehalts­ent­wick­lung gegen­über dem Vor­jahr. Gera­de im Bereich „Bau­en” (das betrifft 7 der hier auf­ge­führ­ten 13 Gewer­ke) sind die meis­ten Betrie­be auch in die­sem Jahr bis zum Anschlag aus­ge­las­tet. Hier die aktu­el­len Zahlen: … 

Kategorien
Volkelt-Briefe

D & O: Versicherer nutzen Rechtslücke

 Bereits in Aus­ga­be 28/2017 hat­ten wir im Zusam­men­hang mit der D & O Ver­mö­gens­scha­den-Haft­pflicht­ver­si­che­rung für Geschäfts­füh­rer auf ein Urteil des OLG Cel­le hin­ge­wie­sen (OLG Cel­le, Urteil v. 1.4.2016, 8 W 20/16). Hin­ter­grund: Danach sind Schä­den, die aus einem ver­spä­te­ten Insol­venz­an­trag für die Gläu­bi­ger der GmbH ent­ste­hen, kein Ver­mö­gens­scha­den. Aber nur ein Ver­mö­gens­scha­den der GmbH ist von der D & O in der Regel abgedeckt.

Fol­ge: …

Kategorien
Volkelt-Briefe

Digitalisierung: Keine Angst vor dem Nerd

Wenn Sie sich auf die Digi­ta­li­sie­rung ein­las­sen wol­len, müs­sen Sie sich mit ent­spre­chen­den Exper­ten – im Fach­jar­gon: Nerds – aus­ein­an­der­set­zen. Ist es manch­mal schon nicht ein­fach mit dem IT-ver­ant­wort­li­chen Spe­zia­lis­ten zu kom­mu­ni­zie­ren, kom­men mit dem „Nerd” neue Her­aus­for­de­run­gen auf Sie und alle ande­ren Mit­ar­bei­ter zu. Laut Wiki­pe­dia ist ein Nerd – posi­tiv betrach­tet – ein Indi­vi­dua­list, der durch Besitz hin­rei­chen­der Fach­kennt­nis­se einen ent­spre­chen­den Grad an gesell­schaft­li­cher Aner­ken­nung inner­halb der jewei­li­gen Sze­ne auf­weist. Nega­tiv gese­hen ist der Nerd eine ste­reo­ty­pe Bezeich­nung eines in sozia­len Belan­gen unbe­hol­fe­nen ver­schro­be­nen Ein­zel­gän­gers, der stän­dig vor dem Com­pu­ter sitzt und dadurch jen­seits des Com­pu­ters in sozia­le Iso­la­ti­on gerät. Das klingt nach Dilemma.… 

Kategorien
Volkelt-Briefe

Geschäftsführer-Finanzen: Anspruch auf Tantieme

In den meis­ten Geschäfts­füh­rer-Anstel­lungs­ver­trä­gen ist ver­ein­bart, dass der Geschäfts­füh­rer mit der Fest­stel­lung des Jah­res­ab­schlus­ses durch die Gesell­schaf­ter­ver­samm­lung Anspruch auf Aus­zah­lung hat. Wird der Jah­res­ab­schluss einer GmbH aber nicht inner­halb die­ser Frist (vgl. § 42a Abs. 2 Satz 1 GmbH-Gesetz) fest­ge­stellt, so ist für die Fäl­lig­keit der Tan­tie­me des beherr­schen­den Gesell­schaf­ter-Geschäfts­füh­rers die frist­ge­rech­te Fest­stel­lung des Jah­res­ab­schlus­ses zu fin­gie­ren (FG Rhein­land-Pfalz, Urteil v. 24.08.2017 – 6 K 1419/14). …

Kategorien
Volkelt-Briefe

Steuer: BFH streicht Vergünstigung für MBO


Auf­wen­dun­gen zum Erwerb einer Betei­li­gung sind kei­ne Wer­bungs­kos­ten bei den Ein­künf­ten aus nicht­selb­stän­di­ger Arbeit, wenn die Zah­lung Vor­aus­set­zung für den Abschluss des Anstel­lungs­ver­tra­ges ist (BFH, Urteil v. 17.5.2017, VI R 1/16)…

Kategorien
Volkelt-Briefe

Empörend: Zweierlei Maß bei Sozialversicherungs-Betrug

Wenn Metz­ger­meis­ter Mül­ler (Name von der Redak­ti­on geän­dert) sei­ne „lan­ge Rote” auf dem Frei­bur­ger Müns­ter­markt (Schau­platz: ori­gi­nal) für 3 Euro ver­kauft und sei­ner Aus­hil­fe Lisa dafür 10 Euro bar auf die Hand zahlt, ist das Steu­er- und Sozi­al­ver­si­che­rungs­be­trug. Dafür muss er – je nach Fall – mit Gefäng­nis bis zu 5 Jah­ren büßen (§ 266a StGB). Anders ein paar Meter wei­ter im Frei­bur­ger Münster: … 

Kategorien
Volkelt-Briefe

Geschäftsbericht/Image-Broschüre: Vorsicht – das Finanzamt liest mit

 

Immer mehr GmbHs erstel­len neben dem offi­zi­el­len Jah­res­ab­schluss (Bilanz, Gewinn- und Ver­lus­rech­nung, Anhang, even­tu­ell: Lage­be­richt) einen geson­der­ten Geschäfts­be­richt. Ziel ist es, eine über­sicht­li­che Infor­ma­ti­ons-Bro­schü­re über das Unter­neh­men zu erstel­len, mit dem poten­zi­el­le Kun­den, Geschäfts­part­ner, Banken/Investoren und Arbeit­neh­mer über das Unter­neh­men über­sicht­lich und in all­ge­mein ver­ständ­li­cher Form infor­miert wer­den. Gera­de für die Akqui­se von neu­en Mit­ar­bei­tern oder Azu­bis erweist sich eine sol­che Selbst-Dar­stel­lung immer wie­der als ein­fa­ches, aber sehr wir­kungs­vol­les Instru­ment. Ziel ist es auch, Punk­te fürs Rating bzw. bei der Inves­to­ren-Suche zu sam­meln. Beach­ten Sie aber, dass Sie damit kei­ne Insi­der-Infor­ma­tio­nen her­aus­ge­ben. Der Schuss kann nach auch schnell ein­mal nach hin­ten los­ge­hen, z. B., wenn das Finanz­amt mit­liest. Ach­ten Sie unbe­dingt dar­auf, dass im Geschäfts­be­richt nur fun­dier­te Aus­sa­gen zum Unter­neh­men bzw. zum Geschäfts­ab­lauf ste­hen. Sen­si­bi­li­sie­ren Sie alle an der Erstel­lung betei­lig­ten Mit­ar­bei­ter dafür, dass die dort ver­wen­de­ten Infor­ma­tio­nen z. B. vom Steu­er­prü­fer gele­sen wer­den und u. U. zu einer erwei­ter­ten Prü­fung führen.

Bei­spiel: …

Kategorien
Volkelt-Briefe

Digitalisierung: BIG DATA macht das Rennen – Ihre Chancen als „Kleiner”

Wis­sen über den Kun­den ist der ent­schei­den­de Wett­be­werbs­fak­tor in Zei­ten der Digi­ta­li­sie­rung. Das gilt auch für klei­ne­re Unter­neh­men. Die Fra­ge ist aller­dings, wie Sie Ihr Kun­den­po­ten­zi­al gezielt und mit ver­tret­ba­rem Auf­wand iden­ti­fi­zie­ren können.

Bei­spiel:

Kategorien
Volkelt-Briefe

Arbeitsrecht (1): Eckpunkte der neuen Entsende-Richtlinie

Die EU-Arbeits- und Sozi­al­mi­nis­ter haben sich auf neue Regeln für die Ent­sen­dung von Arbeit­neh­mern in der EU geei­nigt. Wich­tig: Die neu­en Regeln wer­den aber frü­hes­tens in 4 Jah­ren nach EU-Rats­be­schluss in Kraft tre­ten (2021).

Eck­punk­te der Rege­lung sind: Ver­gü­tung nach dem Tarif­ver­trag (Weih­nachts- und Urlaubs­geld, Schlecht­wet­ter­zu­la­ge, Arbeits­zeit­re­ge­lung, Urlaubs­an­spruch usw.), Befris­tung auf max. 1 Jahr, Bran­chen: Bau, Berg­bau, Abfall­wirt­schaft, Brief- und Sicher­heits­dienst­leis­tun­gen, Gebäu­de­rei­ni­ger, Schlach­te­rei­en. Son­der­re­ge­lun­gen für Spe­di­teu­re. Aus­ge­nom­men: Pflege.

Kategorien
Volkelt-Briefe

Arbeitsrecht (2): Verlängerte Kündigungsfristen für Mitarbeiter

Wenn Sie Ihre Mit­ar­bei­ter län­ger bin­den wol­len, müs­sen Sie auf­pas­sen. Laut Bun­des­ar­beits­ge­richt (BAG) ist das jeden­falls dann eine unzu­läs­si­ge Beschrän­kung, wenn der Mit­ar­bei­ter eine Frist von 3 Jah­ren oder mehr ein­hal­ten muss (BAG, Urteil v. 26.10.2017, 6 AZR 158/16).

Nur wenn Sie etwa ein ent­spre­chend höhe­res Ent­gelt bezah­len, haben Sie Chan­cen, dass Sie im Ein­zel­fall eine der­art lan­ge Kün­di­gungs­frist (hier: 3 Jah­re) auch gericht­lich durch­set­zen kön­nen. Ach­tung: Immer wenn der Mit­ar­bei­ter eine län­ge­re Kün­di­gungs­frist ein­hal­ten muss als Sie es als Arbeit­ge­ber müs­sen (§ 662 BGB), droht „Unwirk­sam­keit der Vereinbarung”.