Autor: volkelt
Die Behörde, die Internet-Adressen zulässt und genehmigt (ICANN), hat – das konnten Sie der Tagespresse entnehmen – entschieden, dass in Zukunft zusätzliche Kennungen möglich werden. Neben den bisher üblichen Bezeichnungen wie de, com, org, eu wird es dann auch möglich sein, z. B. die Firmenbezeichnung oder andere Begrifflichkeiten als Internet-Adresse zu wählen. Beispiele: www.auto.vw und www.maschinen.bosch oder www.brotaufstrich.nutella oder www.golf.
Es ist davon auszugehen, dass diese neuen Möglichkeiten von vielen Marketing-Abteilungen aufgegriffen werden. Als Geschäftsführer sollten Sie hier aber zunächst zurückhaltende Vorgaben für weitere Projekte machen. Noch sind viele Fragen dazu ungeklärt. U. E. gilt es zunächst abzuwarten, bis die folgenden Punkte geklärt sind:
- Preise: Bisher werden Nutzungsentgelte von 180.000 $ pro Adresse gehandelt. Im Klartext: Das können sich nur Global Player leisten. Es ist aber davon auszugehen, dass die ICANN mittelfristig das Massengeschäft anstreben wird. Das ist aber nur möglich, wenn die Preise deutlich fallen.
- Suchmaschinen-Optimierung: Noch ist völlig unklar, ob diese Internet-Adressen in den Suchmaschinen tatsächlich einen positiven Effekt haben werden. Zwar ist vorstellbar, dass sich die ICANN mit den großen Anbietern (Google, BING) auf eine bestimmte (bevorzugende) Bewertung im Listing verständigen wird. Das aber ist aus heutiger Sicht Zukunftsmusik und wettbewerbsrechtlich mit einigen juristischen Problemen verbunden.
- Status von Rechten: Solange nicht sicher gestellt ist, dass das Unternehmen seine Namensrechte, Warenzeichen u. Ä. europa- oder weltweit sichern kann, muss befürchtet werden, dass eine missbräuchliche Nutzung nicht verhindern werden kann.
Für die Praxis: Für kleinere und mittelgroße Unternehmen sind die neuen Inter-Adressen derzeit keine Option. Gehen Sie aber realistischerweise davon aus, dass sich die von der ICANN vorgegebenen Rahmenbedingungen in nächster Zeit noch erheblich verändern werden. Das gilt für Preise, für die rechtlichen Rahmenbedingungen und auch für die Suchmaschinen-Optionen – z. B. durch neue Standards mit professionellen gewerblichen Suchoptionen. Wir halten Sie auf dem Laufenden.
NEU: Geschäftsführer im Konzern
Ab sofort können Sie den Kompakt-Ratgeber „Geschäftsführer im Konzern” bestellen – darin sind alle Aspekte, die für GmbH-Geschäftsführer im Konzern wichtig sind, kurz, systematisch und verständlich abgehandelt (Autor: Dipl. Vw. Lothar Volkelt). Das ideale Nachschlagewerk für alle Geschäftsführer, die sich nur mit dem wichtigsten GF-Wissen befassen wollen und schnell mal wissen wollen, was Sache ist > hier anklicken
Ein hochinteressantes Urteil kommt jetzt vom Bundesfinanzhof (BFH). Es geht um die Zulässigkeit von sog. Ringverkäufen von GmbH-Anteilen (BFH, Urteil vom 7.12.2010, IX R 40/09). Vorteil dieser Gestaltung: Macht die GmbH Verluste, können diese bereits im Verlustjahr – also sofort – mit positiven Einkünften aus anderen Einkunftsarten des Unternehmers verrechnet werden. Und das geht so >
Volkelt-Brief 30/2011
Themen heute: Mittelstand muss sich mehr in die Politik einmischen – und das geht so! + Unternehmensregister: Zweigniederlassungen werden nur noch am Hauptsitz geführt + Grunderwerbsteuer: GmbHs müssen Immobilien-Erwerb schneller planen + Ein Gesellschafter braucht Geld – was tun? + Schrottimmobilie gekauft? – BGH bringt Hoffnung + elektronische Lohnsteuerkarte kommt weiterhin 2012 + Mit fremden Marken werben – was geht? + BISS …
Satire – wieso?
Diese Woche gab es ziemlich bedröppelte Gesichter in der BISS-Redaktionskonferenz. Schließlich hat unser Chef-Satiriker (in seiner unvergleichlichen Knappheit) das Wort ergriffen und ein paar klärende (und damit tröstende) Worte aufgebracht: „Realität toppt derzeit Satire“. Aber: Gegen einen kleinen Obulus gelingt es uns Pressefritzen immer wieder, der Satire zumindest einen kleinen Informationsvorsprung zu verschaffen: So wissen wir aus einem Nebenflügel des Vatikan, dass Benedikt anlässlich seines Freiburg-Besuchs die gute Mama Kohl heilig sprechen wird (September 2011). Aus dem Wissenschaftsministerium haben wir in Erfahrung gebracht, dass für Doktoranten-Ghostwriter ein offizielles Genehmigungsverfahren eingeführt wird (2012). Der japanische Energie-Konzern Tepko plant im Nordosten Japans einen gigantischen Natur- und Freizeitpark mit zeitlich befristeter Aufenthaltsdauer für die Besucher (2013). Euro und Dollar werden reformiert und zusammengelegt in den DoRO (2014). Stuttgart 21 geht erst etwas verspätet in Betrieb (2029). Und so weiter (usw.). Wir wollen Ihnen an dieser Stelle aber keineswegs die Spannung nehmen. Eine gewisse Neugier war schon immer Treibfeder für die ein- oder andere Innovation.
Volkelt-Brief 29/2011
Themen heute: Unternehmen brauchen keine Steuererleichterungen – wir brauchen planbare Rahmenbedingungen + Geschäftsführer kann ab sofort Prozesskosten von der Steuer absetzen + „Aus” für ELENA – Doppelbelastung bleibt + Geschäftsführer muss Entmachtung nicht hinnehmen + Bundesrat plant Verschärfung gegen Schwarzarbeit – mit Kolateral-Effekten für alle Unternehmen + BISS …
Volkelt-Brief 28/2011
Themen heute: Wann wird gegen Deutschland spekuliert? – kehren vor der eigenen Haustür – wo liegt der Systemfehler? + BGH: Höhere Strafen bei Kartellverstößen + Sommerpause: Klare Vorgaben für Aushilfen + Vorsicht: Verlustabzug geht bei Umwandlung verloren (hier: kommunale GmbH) + Geschäftsführer darf nicht schummeln + Starker Geschäftsführer begründet Betriebsaufspaltung + Mitarbeiter muss nicht Alles sagen + BISS …
Kilimandscharo

Haben Sie es auch gemerkt: Als die KanzlerIn jüngst auf dem legendären Flughafen von Mogadischu die Ehrengarde abschritt, trug sie am Revers ihrer dunkelgrünen Kostümjacke einen kleinen, sehr unscheinbaren Sticker. Wir haben mal genauer hingeschaut und die Pressebilder mit einem Vergrößerungsglas gecheckt. Sie werden es nicht glauben: Sie trug ein Sticker von ALDI und zwar von ALDI Nord. Unser Chefredakteur hat lange gegrübelt und sich am Hinterkopf gekratzt. Doch dann ist es ihm wie Schuppen von den Augen gefallen. Klaro: Schon seit Jahren tummeln sich hier in Ostafrika indische Großmogule und Nachfahren chinesischer Seidenstricker und kaufen wie bekloppt Grund und Boden, und zwar für einen Apfel und ein Ei wie man so schön sagt. Insider munkeln, Äthiopien sei schon zu 25 % fest in der Hand der neuen Herren. Aha – haben wir gedacht. Das hat sie – also die Kanzlerin – gemeint, als sie die 1 Mio. Spende überreicht hat und das an „Bedingungen“ geknüpft hat. Sie hat sich im schönen Kenia ein großes Grundstück gekauft. Quasi eine ALDI-finanzierte Immobilie für ihren Alterssitz – mit Blick auf den Kilimandscharo und die Serengeti vor der Haustür. Na ja – Hauptsache, ein wenig ökonomischer Sachverstand kann wieder in die Politik Einzug halten.
Volkelt-Brief 27/2011
Themen heute: Unternehmenskultur – der Mittelstand macht es vor – hier: Kendrion-Binder-Magnetics GmbH + Steuerberater: Kann der für verdeckte Gewinnausschüttung veranwtwortlich gemacht werden? – JA + Bundesfinanzhof lässt vGA-Urteil überprüfen + EuGH erschwert Anspruch auf Steuerrückerstattung + Abspaltung von Unternehmensteilen in eine Mini-GmbH geht nicht + Betriebsrat muss sich nicht immer abmelden + BISS …