„Wenn ich irgendwelche Sorgen habe, habe ich Niemanden, den ich anrufen kann“. Auf diesen Nenner brachte zuletzt Niki Lauda, Rennfahrer-Legende und ehemaliger Geschäftsführer der Lauda-Airline, seinen Seelenzustand – befragt zum Thema Ängste von Führungskräften. Den meisten Führungskräften – auch Geschäftsführern – fällt es nicht leicht über solche Befindlichkeiten zu reden. Das weiß auch Siegfried Greif, Coach und Geschäftsführer des Instituts für wirtschaftspsychologische Forschung und Beratung in Osnabrück. O‑Ton: „Darüber redet man in Chefetagen nicht gerne. Das gilt als Zeichen von Schwäche“. …
Kategorie: Volkelt-Briefe
Kaum kommt das Geschäftsjahr 2016 in die Gänge, müssen sich die Steuerberater von GmbHs wieder auf Neuerungen im Besteuerungsverfahren einstellen. Im Januar hat der Bundesfinanzhof gleich 2 wichtige Urteile veröffentlicht, die auch Sie als davon betroffener Geschäftsführer einer GmbH kennen sollten. Im Einzelnen gilt: …
Lange Zeit galt der Grundsatz, dass die Tantieme des Gesellschafter-Geschäftsführers einer GmbH höchstens 25 % der Gesamtbezüge betragen darf und dass die Tantieme höchstens 50 % des steuerlichen GmbH-Gewinns betragen darf (50 % – Regel). Unterdessen hat der Bundesfinanzhof seine Rechtsprechung zu Gunsten von Gesellschafter-Geschäftsführern geändert (z. B. BFH-Urteil vom 4.6.2003, I R 24/02 oder I R 80/01). Die sog. 25%-Regel wird vom Finanzamt nicht mehr angewendet. Vorteil: Der Gesellschafter-Geschäftsführer kann sein Gehalt flexibel an die Ertragslage der GmbH anpassen, ohne dass er seinen Anstellungsvertrag abändern muss (Gehaltserhöhung, Gehaltsreduzierung). …
Anruf in der Telefonzentrale: „Sagen Sie, wer in Ihrem Haus ist denn Handlungsbefugt?“. Hat der Anrufer erst einmal die für ihn wichtigen Informationen zusammen getragen, ist dem Missbrauch Tür und Tor in die Firma geöffnet. Fakt ist: Ungebremst auf dem Vormarsch ist die organisierte Cyber-Wirtschaftskriminalität. Dabei entwickeln die Täter immer neue Formen.
Neueste Masche: …
Laut Kabinettsbeschluss werden GmbHs, die für Betriebsrenten Rückstellungen bilden, steuerlich entlastet werden. Dazu wird der Rechnungszins, nach dem die Höhe der Rückstellung berechnet wird, dem allgemein niedrigen Zinsniveau angepasst, indem der Durchschnittsberechnungszeitraum für diesen Zins von 7 auf 10 Jahre verlängert wird. Folge: Die Rückstellungen müssen in Zukunft nur noch moderat erhöht werden. Umgekehrt soll aber der so entstandene zusätzliche Bilanzgewinn nicht besteuert werden. …
Der Gesellschafter-Geschäftsführer einer Beratungs-GmbH gönnte sich einen Maserati als Firmenwagen. Im Rahmen seiner Tätigkeit als Berater ging er (zu selbstverständlich) davon aus, dass „ein Augenschein-Beweis“ dafür ausreichen müsste, dass der Wagen ausschließlich geschäftlich und nicht privat genutzt wird. Diese Art Beweisführung hat vor dem Bundesfinanzhof keinen Bestand. Der Geschäftsführer musste seinen privaten Nutzungsanteil nachträglich versteuern (BFH, Beschluss vom 30.9.2015, I B 85/14). …
Zahlt die Firma regelmäßige Sonderzahlungen (hier: regelmäßig 2 halbe Monatsbezüge pro Jahr anteilig monatlich ausgezahlt), dann kann das bei der Berechnung des Mindestlohn einberechnet werden (LAG Berlin-Brandenburg, Urteil vom 12.1.2016, 19 Sa 1851/15). …
wenn Sie als Geschäftsführer vorsätzlich der Deutschen Rentenversicherung Sozialbeiträge vorenthalten, ist das ein strafrechtlich relevanter Vorgang. Allerdings: Vorsatz ist nicht gleich Vorsatz. Wenn die Daimler Benz AG z. B. die Arbeitsverhältnisse ihrer Testfahrer so lange gestaltet, dass diese schlussendlich „selbstständig“ tätig sind, dann – so jetzt die Staatsanwaltschaft Stuttgart – kann einzelnen Personen, die am Gestaltungsprozess beteiligt sind, ein bewusst vorsätzliches und damit strafbares Verhalten nicht vorgeworfen werden (dazu in: Spiegel vom 25.1.2016). Schließlich haben die Kriterien, nach denen Scheinselbständigkeit vorliegt, eine gewisse Unschärfe. Wer an dieser Stelle gestaltet, handelt jedenfalls nicht vorsätzlich. …
Sind im Haushalt des Geschäftsführers private Pkw verfügbar, kann der Geschäftsführer die Lohnsteuer für den Firmenwagen einsparen, wenn er Fahrtenbuch führt und damit nachweist, dass keine privaten Fahrten mit dem Pkw unternommen werden. Für einen repräsentativen Firmenwagen (z. B. Audi A 6 mit Anschaffungskosten von 80.000 €) spart der Geschäftsführer damit Monat für Monat bis zu 400 EUR Lohnsteuer. …
Wollen Sie Flüchtlinge/Asylbewerber einstellen, dann brauchen die Bewerber neben der Bescheinigung über die Meldung als Asylsuchender (BüMA) bzw. der Bescheinigung über die Aufenthaltsgestattung bzw. Duldung zusätzlich eine Erlaubnis der Ausländerbehörde zur Aufnahme einer Beschäftigung In vielen Fällen ist zudem die Zustimmung der Bundesagentur für Arbeit erforderlich. Grundsätzlich gilt, dass Personen mit den genannten Aufenthaltspapieren zunächst einer Wartefrist unterliegen, in der sie keine Beschäftigung aufnehmen dürfen. …