Spätestens nach der 3‑SAT Expertenrunde Bye-bye-Bargeld ist klar: In Deutschland wird es nach Experten-Einschätzungen auch nach der Obergrenze für Barzahlungen (5.000 EUR) und nach Abschaffung des 500-EURO-Scheins mindestens bis 2030 Bargeld geben (vgl. Nr. 10/2016). Unterdessen hat nämlich auch die Bankenbranche erkannt, dass mit der Abschaffung des Bargeldes u. U. auch das Geschäftsmodell Bank auf dem Prüfstand steht. Hintergrund: Ist es möglich, ein „neutrales“ Überweisungssystem – vgl. dem Internet-Betrieb – zu installieren, entfällt die Überweisungs-Hoheit der Banken. In Schweden gibt es bereits eine solche neutrale Clearing-Stelle für Echtzeit-Überweisungen. …
Autor: volkelt
Kehrseite des Enthüllungs-Journalismus über Briefkastenfirmen, Steuerbetrug und Schwarzgeld in Panama: Auch so mancher Journalist hierzulande dürfte sich in seiner unternehmenskritischen Haltung bestärkt fühlen. Was tun gegen eine schlechte Presse? Selbstverständlich darf die Presse auch über Ihre GmbH berichten. Zum Beispiel über alle Fakten aus dem (öffentlichen) Unternehmensregister oder aus Geschäftsberichten zitieren, die Sie der Öffentlichkeit vorgestellt haben. Solange die Grundsätze des Presserechts bzw. der ordentlichen Presseberichterstattung eingehalten sind, können Sie darauf auch keinen wirklichen Einfluss nehmen. …
Wird der Jahresabschluss einer GmbH nach einer ersten Ordnungsgeldandrohung (2.500 EUR) durch einen Fehler des Steuerberaters auch nicht innerhalb der Nachfrist veröffentlicht, ist das Bundesamt für Justiz (BfJ) berechtigt ein weiteres Ordnungsgeld (hier: 5.000 EUR) festzusetzen und beizutreiben. Und zwar auch dann, wenn die GmbH das Registergericht auf den Fehler des Steuerberaters verweist und deswegen nachträglich eine Aussetzung des Ordnungsgeldes beantragt (OLG Köln, Beschluss vom 2.2.2016, 28 Wx 20/15). …

Ich habe es jährlich auf Minimum gut vier Dutzend Spendenbescheinigungen gebracht. Selbst für die Damen von der Hockeymannschaft habe ich gespendet. Ohne Bescheinigung. Einfach so. Man kennt mich im Ort. Andauernd haben mir fremde Menschen die Hand geschüttelt und sich für irgendetwas bedankt. Da musst du erst einmal den Überblick behalten. Es war die Idee von meinem Steuerberater auf anonyme Spenden umzustellen. Nicht gesagt hat er mir allerdings, dass man dazu eine anonyme Firma braucht. So ist dann meine erste Briefkastenfirma entstanden. Konto. Zahlungseingang. Zahlungsanweisungen. Fertig. Saubere Sache. Habe ich damals jedenfalls gedacht. Panama kannte ich allenfalls von Janosch´s kleinem Tiger. Irgendwo ganz hinten in Amerika. Und den Kanal. Mein Steuerberater ist noch mit mir runter auf die Straße und hat mir den funkelnagelneuen Briefkasten gezeigt, den er neben dem Kanzlei-Schild hat montieren lassen (158,90 €). Über dem Einwurf-Schlitz gab es ein kleines Papierschild. Darauf stand Klein Janos GmbH & Co. KG. Ich fand das sehr lustig, habe ihm auf die Schulter geklopft und gesagt: „Wieder so ein Ding von Dir, typisch“. Post ist da nie angekommen. Die Firma gab es ja gar nicht. Eine Briefkastenfirma eben. Oder was stellen Sie sich darunter vor. Dann kam der letzte Samstag im Oktober. Siehe da – eine Postwurfsendung. Ein großer Umschlag, der gerade so durch den Schlitz passte. Der Steuerberater hat dann stundenlang bis in die späten Abendstunden nach dem Briefkastenschlüssel gesucht. Schließlich haben wir das Ding aufgebrochen. Dabei wurden wir beobachtet. Irgendjemand hat dann die Polizei gerufen. Die haben nicht lange rumgemacht. Es war ja Nacht von Samstag auf Sonntag und die Bullen waren ja schon seit Monaten auf der Suche nach ein paar Trickdieben, die vor nichts zurückschreckten. Weil ich die Dienstwaffe im Gesäß spürte, habe ich dann auch nichts mehr gesagt. Weil Alles voll war, hat man mich in die Ausnüchterungszelle verfrachtet. Unterdessen wurde der Sprengmeister benachrichtigt, die GSG aus Stuttgart eingeflogen und das Büro meines Steuerberaters auf den Kopf gestellt. Jetzt wird gegen mich wegen Umsatzsteuerbetrug ermittelt, weil ich meinen Mitarbeitern einen kleinen Zuschuss zu den monatlichen Parkplatzgebühren gewährte – was aber nach neuester Rechtsprechung so nicht zulässig ist. Habe ich nicht gewusst. Ganz ehrlich.
Dass AG-Vorstände mehr verdienen als GmbH-Geschäftsführer ist öffentlich. Das liegt auch daran, dass die Finanzbehörden bei GmbH-Geschäftsführern genau hinschauen. Wird zu viel gezahlt, kostet das Strafsteuer in Form einer verdeckten Gewinnausschüttung (vGA). Der Fiskus bemisst das nach Vergleichszahlen deutscher GmbHs. Konzerne zahlen Vorstände im internationalen Vergleich – da geht es um andere Dimensionen. …
Volkelt-Brief 16/2016
Geld + Finanzen: Was GmbH-Geschäftsführer vom AG-Vorstand lernen können + Achtung: Zustimmungserfordernis kostet Gehaltserhöhung + Gut gesichert: GmbH zahlt D&O‑Selbstbehalt für den Geschäftsführer + Mitarbeiter-Gespräche: Immer schön sachlich bleiben + Steuer: Verlust bei unentgeltlich erworbenem GmbH-Anteil + Steuer: VGA bei Verzicht auf ein GmbH-Darlehen + GmbH-Recht: Ausschluss eines Gesellschafters aus der GmbH + BISS …
Eigentlich wollte der Geschäftsführer einer Familien-GmbH – routinemäßig alle 2 Jahre nach der Beschlussfassung zum Jahresabschuss – sein Gehalt prüfen und per Gesellschafterbeschluss anpassen lassen. Die stimmten dem mehrheitlich zu. Allerdings übersahen sie, dass es laut Gesellschaftsvertrag ein Zustimmungserfordernis für den Abschluss, die Änderung und die Kündigung von Anstellungsverträgen mit einem Volumen von 30.000 EUR gab. Diese Zustimmung konnte nach einer Klausel im Gesellschaftsvertrag nur einstimmig erteilt werden. Einer der Gesellschafter hatte aber gegen die Gehaltserhöhung votiert (vgl. OLG Hamm, Urteil vom 21.12.2015, I‑8 U 67/15). Was gilt? Gibt im Gesellschaftsvertrag der GmbH einen Katalog zustimmungspflichtiger Geschäfte, sollten Sie prüfen: …
Der Gesetzgeber verlangt vom Vorstand der Aktiengesellschaft, dass er auch mit seinem privaten Vermögen im Haftungsfall zur Verantwortung gezogen werden kann. Er muss eine Selbstbeteiligung – den sog. Selbstbehalt – aus eigener Tasche bei von ihm verursachten Vermögensschäden an seinen Arbeitgeber zahlen. Laut Aktiengesetz (§ 93 Abs. 2 Satz 3) beträgt der Selbstbehalt für Vorstandsmitglieder mindestens 10 % der verursachten Schadens bis mindestens zur Höhe des Eineinhalbfachen seiner festen jährlichen Vergütung. Beispiel: Bezieht er 250.000 € jährliches Festgehalt, muss er im schlechtesten Fall maximal 375.000 € aus eigener Tasche zahlen.
Unbestritten ist, dass ein freundlicher und direkter Stil im Umgang mit den Mitarbeitern gut ankommt und wirkt. Je nach Ausbildung, Branche und Unternehmensgegenstand gibt es Unterschiede in der Ansprache. In Berater-GmbHs herrscht ein anderer Ton als im Handwerksbetrieb. In Vertriebs-Gesellschaften geht es anders zu als in der Produktion. Das ist Alles kein Problem solange sich der Chef darüber bewusst ist, dass die Kommunikation mit den Mitarbeitern wichtiger Bestandteil seines Führungs-Potenzials ist. Aber es gibt typische „No-goes“ und die sind nach wie vor verbreitet. Das betrifft Ansprache-Formen, die von den Mitarbeitern nicht verstanden werden und die nicht geeignet sind, das Verhaltensziel zu erreichen. Unbedingt vermeiden sollten Sie im täglichen Umgang mit den Mitarbeitern: …
Hat der Rechtsvorgänger den GmbH-Anteil mit einer Gewinnerzielungsabsicht erworben und gehalten, dann kann auch der Rechtsnachfolger nach einem unentgeltlichen Erwerb (Schenkung) einen Veräußerungsverlust bei den Einkünften aus Kapitalvermögen (§ 17 Abs. 2 EStG) geltend machen (FG Hamburg, Urteil vom 25.11.2015, 2 K 258/14). …