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Mindestlohn: Nur Anwälte dürfen beraten – offiziell

Nur Anwäl­te sind befugt, in Rechts­an­ge­le­gen­hei­ten aus­führ­lich zu bera­ten – und zwar mit Haf­tungs­wir­kung. Berät der Anwalt falsch oder unzu­tref­fend, muss er dafür auch gera­de ste­hen. Bis­lang ver­las­sen sich vie­le Unter­neh­men auf die Aus­sa­gen ihres Steu­er­be­ra­ters (hier: Min­dest­lohn). Der Deut­sche Anwalts­ver­ein (DAV) weist dar­auf hin, dass Steu­er­be­ra­ter nur für Neben­leis­tun­gen rechts­be­ra­tend tätig wer­den dürfen. … 

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Geschäftsführer privat: Kinderbetreuungskosten immer bargeldlos begleichen

Das Finanz­amt muss die Kin­der­be­treu­ungs­kos­ten steu­er­lich nur dann als Son­der­aus­ga­ben aner­ken­nen, wenn die Zah­lun­gen auf ein Kon­to geleis­tet wer­den. Quit­tier­te Bar­zah­lun­gen genü­gen nicht für die steu­er­li­che Aner­ken­nung (BFH, Urteil vom 18.12.2015, III R 63/13). …

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Der Fall Tönnies: Wer zu spät gestaltet, zahlt später drauf – was tun?

Über die zer­strit­te­ne Tön­nies-Fami­lie haben wir an die­ser Stel­le bereits berich­tet (vgl. Nr. 12/2015). Dabei han­delt es sich um ein jahr­zehn­te­lan­ges Tau­zie­hen um die Macht in der Fir­men­grup­pe. Strit­tig war eine nur münd­li­che Ver­ab­re­dung des Fir­men­grün­ders, wonach der sei­nem Bru­der Cle­mens einen 50%-Anteil am Unter­neh­men plus dop­pel­tes Stimm­recht zuge­sagt hat­te. Fak­tisch wäre das eine qua­li­fi­zier­te Mehr­heit der Stimm­rech­te, mit denen der Bru­der die Geschäfts­po­li­tik domi­nie­ren und allei­ne bestim­men kann. Eine schrift­li­che Ver­ein­ba­rung mit die­sem Inhalt exis­tier­te aller­dings nicht. … 

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Archiv: Volkelt-Briefe

Volkelt-Brief 24/2015

Volkelt-NLDer Fall Tön­nies: Wer sich frü­her einigt, braucht weni­ger Pro­zes­se und spart Kos­ten + Üble Nach­re­de: Was tun gegen eine schlech­te Pres­se? + Kon­flik­te in der GmbH: Bes­ser klar kom­men mit dem Betriebs­rat + Mit­ar­bei­ter bin­den: War­um so vie­le Azu­bis hin­schmei­ßen + Weg­zug­steu­er: Steu­er­be­schei­de unbe­dingt offen hal­ten  + GF-Haf­tung: Für ver­trau­li­che Zusa­gen müs­sen Sie per­sön­lich gera­de ste­hen + Ver­bo­ten: Geschäfts­füh­rer darf kei­ne Zuwen­dun­gen anneh­men + Neu­es Urteil: Leis­tungs­bo­nus gehört zum Min­dest­lohn +  BISS

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Üble Nachrede: Was tun gegen eine schlechte Presse?

Selbst­ver­ständ­lich darf die Pres­se über Ihre GmbH berich­ten. Z. B. über Fak­ten aus dem Unter­neh­mens­re­gis­ter. Solan­ge sie die Grund­sät­ze des Pres­se­rechts ein­hält, kön­nen Sie dar­auf auch kei­nen wirk­li­chen Ein­fluss neh­men. Aller­dings hat die Pres­se­frei­heit Gren­zen. Z. B. gibt es kei­nen Anspruch auf Aus­kunft über die Höhe von Geschäfts­füh­rer-Gehäl­tern – auch nicht in einer öffent­lich-recht­li­chen GmbH (so zuletzt VG Mün­chen, Urteil vom 14.5.2012, 7 CE 12.370).…

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Konflikte in der GmbH: Besser klar kommen mit dem Betriebsrat

Ich habe nur gute Erfah­run­gen mit unse­rem Betriebs­rat gemacht“. So das Feed­back vie­ler Kol­le­gen zum Umgang mit Betriebs­rä­ten. Das ist aber nicht immer so. Je grö­ßer die Ent­fer­nung der Geschäfts­füh­rung zu den Mit­ar­bei­tern und je mehr Beschäf­tig­te im Unter­neh­men, umso pro­ble­ma­ti­scher sehen vie­le per­so­nal­ver­ant­wort­li­che Geschäfts­füh­rer das Ver­hält­nis zu den Arbeit­neh­mer-Ver­tre­tun­gen. Hier eini­ge Hin­wei­se wie es bes­ser geht: … 

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Mitarbeiter binden: Warum so viele Azubis hinschmeißen – und was SIE dagegen tun können

Jeder 4. Aus­zu­bil­den­de bricht die Leh­re ab“. So das Fazit des Bun­des­in­sti­tuts für Berufs­bil­dung (BIBB). In eini­gen Bran­chen (Köche, Gebäu­de­rei­ni­ger, Fri­sö­re) sind es sogar bis zu 50 %, die hin­schei­ßen. Häu­figs­ter Grund für die Been­di­gung der Zusam­men­ar­beit sind Kon­flik­te zwi­schen dem Aus­bil­der und dem Azu­bi. Azu­bis mit Abitur sind bestän­di­ger als Azu­bis mit Haupt­schul­ab­schluss. In klei­ne­ren Betrie­ben wird öfter abge­bro­chen als in mit­tel­stän­di­schen oder grö­ße­ren Unter­neh­men. Alar­mie­rend: Allei­ne im Jahr 2013 haben 75.000 Jugend­li­che ihre Aus­bil­dung ohne Abschluss abgebrochen. … 

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Wegzugsteuer: Steuerbescheide unbedingt offen halten

Wird die GmbH ins Aus­land ver­la­gert, wird Weg­zug­steu­er (§ 6 AStG) fäl­lig. Damit wer­den die stil­len Reser­ven besteu­ert. Pro­blem: Nach der­zei­ti­ger Rechts­la­ge wer­den auch alle Weg­zugs­fäl­le besteu­ert, die nicht auf Dau­er ange­legt sind (§ 50i EStG). Danach muss ein Mit­glied eines Fami­li­en-Unter­­neh­mens mit einer Besteue­rung rech­nen, wenn allei­ne der Wohn­sitz des Gesell­schaf­ters ins Aus­land ver­legt wird. In der Pra­xis führ­te das zu skur­ri­len Besteue­rungs­fäl­len. So wur­de z. B. für den Geschäfts­an­teil der im Aus­land stu­die­ren­den Toch­ter eine Besteue­rung der stil­len Reser­ven festgestellt. … 

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Für vertrauliche Zusagen müssen Sie persönlich gerade stehen

Ver­ab­re­den Sie mit einem Zulieferer/Gläubiger am Tele­fon Raten­zah­lung, obwohl es für Ihre GmbH bereits  Anzei­chen einer Über­schul­dung oder Zah­lungs­un­fä­hig­keit gibt, kann Sie der Gläu­bi­ger per­sön­lich in die Haf­tung neh­men und die Zah­lung der Schul­den aus Ihrem Pri­vat­ver­mö­gen durch­set­zen (OLG Koblenz, Beschluss vom 6.1.2015, 4 U 598/14, Quel­le: GmbH-Rund­schau 2015, S. 582 ff.). … 

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Verboten: Geschäftsführer darf keine Zuwendungen annehmen

Die Geschäfts­führerin eines Pfle­ge­diens­tes kann ihre betreu­ten Kun­den nicht  be­erben und darf auch kei­ne ande­ren zusätz­li­chen geld­wer­ten Zuwen­dun­gen oder Leis­tun­gen anneh­men. Ein zu Ihren Guns­ten ver­fass­ter Erb­ver­trag, nach dem eine Geschäfts­­­füh­rer-Kol­le­gin als Allein­er­bin (hier: Ver­mö­gen von ca. 100.000 €) ein­ge­setzt wer­den soll­te, ist unwirk­sam (OLG Frank­furt, Beschluss vom 12.5.2015, 21 W 67/14). …