Für die Darlegung der Zahlungsunfähigkeit bedarf es einer geordneten Gegenüberstellung der zu berücksichtigenden fälligen Verbindlichkeiten und liquiden Mittel des Schuldners, etwa in Form einer Liquiditätsbilanz. Von einer Zahlungsunfähigkeit ist danach regelmäßig auszugehen, wenn die Liquiditätslücke des Schuldners 10 % oder mehr beträgt, sofern nicht ausnahmsweise mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit zu erwarten ist, dass die Liquiditätslücke demnächst vollständig oder fast vollständig geschlossen wird und den Gläubigern ein Zuwarten nach den besonderen Umständen des Einzelfalles zuzumuten ist (LG Darmstadt, Urteil v. 28.5.2018, 15 O 39/17).
Autor: volkelt
Wird – z. B. im Zuge eines GmbH-Verkaufs – Ihre Pensionszusage auf einen Pensionsfonds ausgelagert, sollten Sie mit der GmbH vereinbaren, dass diese verpflichtet ist, beim zuständigen Finanzamt einen Antrag auf Besteuerung gemäß § 4e Abs. 3 EStG zu stellen (zustimmende Bedingung). Nur dann ist sichergestellt, dass Sie für den bis dahin angesparten Pensionsanspruch nur anteilig Lohnsteuer zahlen müssen (FG Köln, Urteil v. 27.9.2018, 6 K 814/16).
Eine von der Alleingesellschafterin gegenüber einer GmbH für Gesellschafterforderungen abgegebene Rangrücktrittserklärung, die eine Tilgung auch aus dem freien Vermögen zulässt, führt nicht zu einem Passivierungsverbot. (FG Münster, Urteil v. 13.9.2018, 10 K 504/15).
Um eine Überschuldung und dem danmit verbundenen Antrag auf Insolvenz zu vermeiden, erklärte der Allein-Gesellschafter seinen Rangrücktritt für seoin Darlehen in Höhe von 3 Mio. EUR. Mit der Einschränkung, dass das Darlehensforderung wieder auflebt, sobald die GmbH in der Lage ist, aus zukünftigen Jahresüberschüssen oder sonstigen Vermögensüberschüssen zu tilgen. Das Finanzamt löste die daraufhin ausgewiesene Rücklage Gewinn erhöhend auf – mit Steuerfolgen. Das FG Münster sieht das anders, hat aber Revision zugelassen. Aktenzeichen des anhängigen Verfahrens: XI R 32/18. Über den Ausgang des Verfahrens halten wir Sie auf dem Laufenden.
Wird ein StartUp als UG oder GmbH gegründet und ist das Unternehmen bereits mit der Gründung insolvenzreif oder gefährdet, hat das Auswirkungen auf den Anspruch auf Insolvenzgeld für die Arbeitnehmer – inkl. dem angestellten Fremd-Geschäftsführer ohne eigene Beteiligung am Unternehmen. Nach einem aktuellen Urteil des Sozialgerichts (SG) Heilbronn hat das insolvente Unternehmen keinen Anspruch auf Insolvenzgeld für deren Arbeitnehmer. Das ist der Fall, wenn des Unternehmen bei der Gründung unterfinanziert ist bzw. Zahlungsunfähigkeit oder Überschuldung vorliegt (SG Heilbronn, Urteil v. 16.10.2018, S 1 AL 3799/16).
Bitte füllen Sie alle Fragen aus. Die Auswertungen sind für die Mitglieder des Volkelt-Beratungs-Centers kostenfrei
[poll id=„25”]
[poll id=„26”]
Vielen Dank für´s Mitmachen. Die Daten sind vertraulich. Rückschlüsse auf den Beantworter sind nicht möglich. Die Antwort-Häufigkeiten können Sie an Ihrem Monitor einsehen. Die Auswertungen stehen Ihnen selbstverständlich im Rahmen Ihrer Mitgliedschaft im Volkelt-Beratungs-Center kostenfrei zur Verfügung und werden hier veröffentlicht.
Volkelt-Brief 47/2018
NEU: „Geschäftsführung in Zeiten der Digitalisierung” + Geschäftsführer-Aufgabe: Schwierige Mitarbeiter brauchen Führung + Geschäftsführer-Gehalt 2018: Großhandels-GmbHs profitieren vom Bau-Boom + Digitales: Food – vom Bauernhof zum Bio-Labor + Pflichtoffenlegung: 185.000 rechnen mit einem Ordnungsgeldverfahren + Gehalts-Diskussion/Neiddebatte: Die neuen Regeln für die Vorstands-Vergütung
BISS … die Wirtschaft-Satire
Der Volkelt-Brief 47/2018 > Download als PDF - lesen im „Print”
Die BBE-Unternehmensberatung hat die neuesten Zahlen zur GmbH-Geschäftsführer-Vergütung veröffentlicht. Abgefragt wurde auch die Gehaltsentwicklung aus dem aktuellen Geschäftsjahr und den sich aus den vorläufigen Zahlen zum Jahresergebnis ergebenden Werten für die Tantieme. Wir haben die Gehaltsentwicklung für Großhandel-GmbHs etwas genauer angeschaut.
Spitzenreiter bei den Geschäftsführer-Gehältern im Großhandel ist die Branche Elektro/Sanitär/Heizung mit einem Gehaltsanstieg um satte 8,5 % auf eine Jahres-Gesamtgehalt von 185.000 EUR und hat damit die Branche Büro/EDV von Platz 1 verdrängt. Die Kollegen dieser Branche profitieren dabei vom Immobilien-Boom und von der nach wie vor enormen Nachfrage im Baubereich. Konstant: In dieser Branche wird jeder fünfte Euro als Erfolgs-Beteiligung ausgezahlt. Der durchschnittliche Tantieme-Anteil lang im Vorjahr noch bei 22 % und beträgt jetzt 22,5 %.
Hier die Zahlen aus dem Großhandel in der Übersicht: …
„Warum können die nicht einfach ihren Job machen“? So die Bemerkung eines Kollegen über die Frage, was ihn an seinen Mitarbeitern am meisten nervt. Tatsache ist, dass die meisten Geschäftsführer „den Mitarbeiter“ als die Schwachstelle ihres Unternehmens ausmachen. Und zwar unabhängig davon, ob der Chef schon viele Führungs-Trainings besucht hat oder modernste Führungs-Techniken praktiziert. Es gilt, sich damit zu arrangieren. Z. B., indem Sie für die nervigsten Angewohnheiten Ihrer Mitarbeiter eine passende Erklärung parat haben:
- Zuständig? „Ich? Wieso Ich?“. Delegieren Sie jede offene Tätigkeit, die Ihnen auffällt, an einen bestimmten Mitarbeiter, und zwar grundsätzlich immer mit Zielvorgabe (bis wann und wie). Erwarten Sie keine Eigeninitiative.
- Mitdenken: Mitarbeiter denken in Zuständigkeitsbereichen. Viele Aufgaben ergeben sich aber gerade aus einer Schnittstelle. Wobei der Mitarbeiter „die Linie nicht zum Strafraum rechnet“. Dementsprechend sinniert er nur über den Strafraum – genau bis zur Grenze.
- Entschuldigung: Für den Chef kosten Fehler bares Geld. Für den Mitarbeiter kostet er allenfalls eine Entschuldigung. Deswegen gibt es Prämien. „Ohne“ spürt auch der Mitarbeiter, dass jeder Fehler kostet.
Food: Neben den Veränderungen in der Gastro-Branche durch Lieferdienste und Kochboxen setzt die StartUp-Branche auf weiter reichende Neuerungen – etwa durch gentechnisch veränderte Lebensmittel, z. B. als Fleischersatz, oder völlig neue Produktionsmethoden (Wasseroptimierung, Düngemitteloptimierung). Stichwort: Labor-Züchtungen von tierischen Stammzellen.
Das ist ein Vorgeschmack auf die neue Lebensmittel-Branche. Im kalifornischen Oakland stellt die Firma Impossible Foods bereits Monat für Monat 200 Tonnen Fleischersatz her – eine Mischung aus Proteinen, Weizen, Kokos-Öl und im Labor entwickelten pflanzlichen Zutaten. Das Material für Burger und das Ende der klassischen Fleischindustrie mit hohem Wasser- und Energieverbrauch und tierischem Leiden. Der US-Investor IndieBio beteiligt sich an StartUps, die an künstlichem Fisch, künstlichen Eiern oder künstlichem Wein forschen. Landwirtschaft und chemische Industrie wachsen zusammen. Die Digitalisierung bringt völlig neue Methoden in die Lebensmittelbranche, die das Zeug dazu haben, die bisherigen Produktionsmethoden auszuhebeln und völlig neue Wertschöpfungsketten zu erzeugen.
„Seit der Einführung des Ordnungsgeldverfahrens vor mehr als 10 Jahren halten sich zwar die meisten Unternehmen an die Offenlegungspflicht. Andererseits gibt es immer noch zahlreiche Unternehmen, die ihrer Offenlegungspflicht nicht ordnungsgemäß nachkommen” – so Heinz-Josef Friehe, Präsident des Bundesamts für Justiz (BfJ). Bezogen auf das Geschäftsjahr 2017 stellt das BfJ sich darauf ein, dass Anfang 2019 bis zu 185.000 Unternehmen ein Ordnungsgeld angedroht werden muss.
Die Rechtslage: …