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Volkelt-Briefe

Steuerprüfung: Kassen und Kassensoftware werden „finanzamts-geeignet“

Erst kürzlich hatten wir zum Thema schwarze Kassen berichtet. Keine 3 Wochen später läutet NRW-Finanzminister Norbert Walter-Borjans nun die nächste Runde um Kassensysteme und Schwarzbuchungen ein. Danach können alle Bewegungen der Registrier- und PC-Kassen demnächst …mit der neuen Finanzamtssoftware „Smart Card“ lückenlos nachvollzogen werden. Dazu wird es strengere Auflagen für die Hersteller von Kassen und Kassensoftware geben.

Schwierig: Der Trainingsmodus, in dem Mitarbeiter zwar Belege erstellen können, der Vorgang aber nicht ordentlich gebucht wird. Hier werden strengere Kennzeichnungspflichten kommen. Stornos werden systematisch aufgezeichnet. Auch andere Eingriffe durch Zusatz-Software (Löschen, Ausbuchungen von Produktgruppen) werden erkannt. Zusätzlich werden die Finanz­behörden den Druck auf die Hersteller erhöhen und Manipulationsmöglichkeiten der Sys­teme als Beihilfe zur Steuerhinterziehung unter Strafe stellen.

Fazit: Die Finanzbehörden arbeiten mit Hochdruck daran, ein lückenloses Über­wachungssystem für Kassenvorgänge zu installieren. Die Behörden rechnen mit Zusatzeinnahmen aus der Aufdeckung von Schwarzgeschäften in Höhe von jährlich bis zu 10 Mrd. EUR.

Vorsicht auch beim Nachweis der Umsätze mit Kassenbuch. Kritisch beurteilt der Steuerprüfer diese Auffälligkeiten: Hohe Kassenbestände über einen längeren Zeitraum; überwiegend gerade und runde Kassenbestände; Kassenbücher, in denen über längere Zeiträume keine Fehlbestände auftauchen; das Fehlen von Stornos über einen längeren Zeitraum (1 Monat). Zusammen mit anderen Aufzeichnungsmängeln können solche Auffälligkeiten die Finanzbehörden zu Schätzungen berechtigen. Beachten Sie auch, dass nicht nur für Kassenbücher eine Aufbewahrungsfrist über 10 Jahre gilt. Diese gilt auch für Preislisten, Speisekarten oder andere Kalkulationsunterlagen.

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