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Volkelt-Briefe

Kündigungsgrund: Vorsicht mit Gefälligkeiten an Verwandte/Freunde

Beherrschende Gesellschafter-Geschäftsführer sind es gewohnt, in der GmbH zu gestalten, z. B. indem Sie Familien-Mitglieder beschäftigen oder sogar Darlehen aus GmbH-Mitteln gewähren. In der Praxis kommt es gelegentlich zu steuerlichen Anerkennungsproblemen (vgl. Nr. 1/2014). Etwas anders ist das zu beurteilen, wenn der Fremd-Geschäftsführer (oder der zur Minderheit beteiligte Geschäftsführer) solche Gestaltungen vornimmt und sich dabei nicht absichert.

Dazu ein konkreter Fall: …Der Geschäftsführer einer GmbH hatte für eine Mitarbei­terin die Kosten der Nachhilfe für die Tochter gezahlt. Die Tochter wiederum war eine Freundin der Tochter der Lebensgefährtin des Geschäftsführers. Dazu das OLG Koblenz: „Die daraufhin ausgesprochene Kündigung des Geschäftsführers aus wichtigem Grund durch den Inhaber der GmbH (hier: Gastronomie-GmbH) ist rechtens“ (OLG Koblenz, Urteil vom 11.7.2013, 6 U 1359/12). Rein juristisch gesehen handelt es sich um eine Pflichtverletzung des Geschäftsführers. Im oben genannten Fall verstößt er gegen seine Treuepflicht gegenüber der Gesellschaft, indem er Leistungen und Vermögen der Gesellschaft für fremde Zwecke (persönliche Interessen) genutzt hat.

Vertragsverhältnisse zwischen der GmbH und Verwandten und Freuden führen immer dann zu Problemen mit den Gesellschaftern, wenn diese sich nicht informiert und einbezogen fühlen. Besser ist es, wenn Sie die Gesellschafter mit ins Boot nehmen und korrekt über Ihre Vorhaben informieren. Stoßen Sie auf Skepsis: Finger weg! Für den Fremd-Geschäftsführer oder den Geschäftsführer mit einer kleinen Beteiligung birgt das ein Kündigungsrisiko. Darauf sollten Sie es nicht ankommen lasen. Wichtig ist auch, dass Sie sich nicht nur mündlich absichern, sondern dass Sie den Vorgang belegen können (Beschlussfassung, E-Mail, schriftliche Notiz).

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