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Glatteis: Ex-VW-Chef Winterkorn wird zum Präzedenzfall

Auch für Sie als GmbH-Geschäfts­füh­rer gel­ten Vor­ga­ben des Akti­en­ge­set­zes – so etwa zur Haf­tung des Vor­stan­des bzw. der Geschäfts­lei­tung. Lässt sich z. B. nach­wei­sen, dass VW-Vor­stand Mar­tin Win­ter­korn frü­her in die Abgas-Affä­re invol­viert war, besteht u. U. ein Scha­dens­er­satz­an­spruch des Unter­neh­mens (vgl. Nr. 41/2015). Für den Ex-VW-Chef wird es jetzt eng. Der Auf­sichts­rat prüft, ob gegen ihn Scha­dens­er­satz­kla­ge erho­ben wer­den muss. Womög­lich erle­ben wir einen Prä­ze­denz­fall. Stel­len Sie sich dar­auf ein, dass der in der Insol­venz ein­ge­setz­te Insol­venz­ver­wal­ter prü­fen wird, ob Sie (Risi­ko-) Geschäf­te ein­ge­gan­gen sind, die Sie bes­ser nicht abge­schlos­sen hätten. … 

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Investieren: Gewerbesteuer wird immer teurer – was tun?

Nach der RWE-0-Divi­den­de prü­fen vie­le Kom­mu­nen in NRW, ob sie die Ein­nah­me­aus­fäl­le mit einer Erhö­hung der Gewer­be­steu­er auf­fan­gen. Fakt ist: Von 2014 auf 2015 haben über 30 % aller Kom­mu­nen die Gewer­be­steu­er erhöht. Auch für 2016 haben vie­le Kom­mu­nen Anpas­sun­gen ein­ge­plant. Spit­zen­rei­ter bei den Hebe­sät­zen ist die Ober­hau­sen mit 550. Auch eini­ge ande­re NRW-Städ­te lie­gen über 500. Ber­lin liegt mit einem Hebe­satz von 410 im obe­ren Bereich. Einer der güns­tigs­ten Stand­or­te ist Unter­ha­ching mit einem Hebe­satz von 295. Es gibt aber auch Gemein­den, die neue Fir­men locken. In Ber­gisch-Glad­bach z. B. wur­de der Hebe­satz von 490 in 2014 auf 460 in 2015 gesenkt. … 

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Dienstpläne und Gehaltslisten: So nicht, liebe Zollprüfer !

Mit einer gewis­sen Genug­tu­ung haben wir jetzt einen Fall vor dem Amts­ge­richt Frei­burg zur Hin­ter­zie­hung von Sozi­al­bei­trä­gen zur Kennt­nis genom­men. Als Beleg für den Betrug leg­te der Zoll dem Gericht zahl­rei­che Leit­z­ord­ner vor. Inhalt: Die Doku­men­ta­ti­on der Arbeits­zei­ten durch den Unter­neh­mer (hier: Gas­tro­no­mie­be­trieb), Dienst­plä­ne und Gehalts­ab­rech­nun­gen. Zur Ver­deut­li­chung: In Bran­chen, in denen vie­le Gering­ver­die­ner beschäf­tigt sind, kom­men da schnell eini­ge „Meter“ Ord­ner zusam­men. Das Gericht lehn­te das als Beweis­mit­tel schlicht­weg ab. Der Rich­ter ver­lang­te vom Zoll vor Gericht eine ver­ständ­li­che und nach­voll­zieh­ba­re Beweis­füh­rung für den Einzelfall. … 

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Richtig gemacht: Kommunikation/Konfrontation mit dem Betriebsrat

In vie­len Fir­men läuft die Zusam­men­ar­beit mit dem Betriebs­rat gut. Das ist aber nicht immer so. Je grö­ßer die Ent­fer­nung der Geschäfts­füh­rung zu den Mit­ar­bei­tern, je mehr Beschäf­tig­te im Unter­neh­men und je stär­ker exter­ner Ein­fluss (Gewerk­schaft) auf die Mit­ar­bei­ter aus­ge­übt wird, umso pro­ble­ma­ti­scher sehen vie­le per­so­nal­ver­ant­wort­li­che Geschäfts­führer das Ver­hält­nis zu den Arbeit­neh­mer-Ver­tre­tun­gen. Hier eini­ge Hin­wei­se wie Sie sich das Leben mit dem Betriebs­rat leich­ter machen: … 

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Besserer Schutz für kleinere Firmen vor Lohndumping

Die EU-Kom­mis­si­on plant neue Vor­ga­ben für eine Ent­sen­de-Richt­li­nie als Nach­fol­ge-Rege­lung für das der­zei­tig Ent­sen­de­ge­setz. Arbeit­neh­mer sol­len euro­pa­weit nach ein­heit­li­chen Kri­te­ri­en ver­gü­tet wer­den. Ent­schei­dend ist die Lohn­re­ge­lung am Auf­trags-Ort der Tätig­keit. In einem ers­ten Schritt betrifft das Gleich­ver­gü­tungs­ge­bot Lohn und Lohn­ne­ben­leis­tun­gen (Zula­gen, Über­stun­den­ver­gü­tung). Zusätz­lich wer­den nach 2 Jah­ren Sozi­al­bei­trä­ge fällig. … 

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GmbH-Recht: Übernahme der Gründungskosten

Nur wenn es eine kor­rek­te Klau­sel zur Über­nah­me der Grün­dungs­kos­ten im Gesell­schafts­ver­trag der GmbH gibt, muss die GmbH die Kos­ten über­neh­men. Das gilt auch für die Aner­ken­nung der Grün­dungs­kos­ten als Betriebs­aus­ga­ben der GmbH (OLG Cel­le, Urteil vom 11.2.2016, 9 w 10/16). …

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BMF: Steuergestaltung für Abfindung ist zulässig

Das Bundes­finanz­ministerium (BMF) hat jetzt schwarz auf weis bestä­tigt, was die Finanz­ge­rich­te bereits vor­ge­ge­ben hat­ten. Danach kann die steu­er­lich güns­ti­ge Fünf­tel­re­ge­lung (§ 34 EStG) auch dann bean­sprucht wer­den, wenn ein Teil­be­trag der Abfin­dung – max. 10 % – erst im Fol­ge­jahr gezahlt wird (BMF-Schrei­ben vom 4.3.2016, IV C 4 – S – 2290/07/10007). …

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EU-Konzerne: Steuerdaten werden europaweit öffentlich

Noch in die­sem Jahr sol­len Kon­zer­ne mit Sitz in Euro­pa dazu ver­pflich­tet wer­den, ihre gesam­ten Umsät­ze, Gewin­ne und Infor­ma­tio­nen über geleis­te­te Steu­er­zah­lun­gen euro­pa­weit zu ver­öf­fent­li­chen. Das haben die Finanz- und Wirt­schafts­mi­nis­ter der EU-Staa­ten jetzt im Rah­men der Eco­fin-Bera­tun­gen ver­ein­bart (Quel­le: Beschluss des Eco­fin-Rates vom 8.3.2016). …

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GmbH-Steuern: BFH begrenzt die Zinsschranke

Unab­hän­gig vom Urteil des BVerfG zur Zuläs­sig­keit der Zins­schran­ke (Nr. 9/2016) hat der BFH klar­ge­stellt: Bei Prü­fung der 10%-Grenze zur Anwen­dung der Zins­schran­ke (§ 8a KStG) darf das Finanz­amt die Zin­sen der ein­zel­nen qua­li­fi­ziert betei­lig­ten Gesell­schaf­ter nicht zusam­men­rech­nen (Az.: I R 57/13). …

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Landtagswahlen 2016: Schwache Parteien stärken die Verwaltungs-Bürokratie

Ita­lie­ni­sche Ver­hält­nis­se, das sind zer­split­ter­te Par­tei­en­land­schaft, stän­dig wech­seln­de Regie­run­gen und insta­bi­le (wirt­schafts-) poli­ti­sche Ver­hält­nis­se. Die kür­zes­te Ver­weil­dau­er hat­te die Regie­rung Tam­bro­ni (1960), die sich gera­de ein­mal 116 Tage im Amt hal­ten konn­te. Für 7 wei­te­re Regie­run­gen lag die Ver­weil­dau­er unter einem Jahr. Die letz­ten Land­tags­wah­len sind kein gutes Omen.

Das Ver­trau­en in die bewähr­te Par­tei­en­land­schaft ist offen­sicht­lich gestört. Nicht nur die Ein­kom­mens­ver­hält­nis­se – auch die poli­ti­schen Lager drif­ten aus­ein­an­der. Kom­pro­mis­se und Ent­schei­dun­gen wer­den damit schwie­ri­ger. Bereits jetzt herrscht seit Mona­ten (wirt­schafts-) poli­ti­scher Still­stand, zum Nach­teil einer Büro­kra­tie gebeu­tel­ten mit­te­stän­di­schen Wirt­schaft in Deutsch­land. Auch seriö­se Pro­gno­sen gehen unter­des­sen davon aus, dass sich das Par­tei­en­sys­tem nach­hal­tig ändern wird und in Zukunft regel­mä­ßig 6 und mehr Par­tei­en das Gesche­hen auch auf Bun­des­ebe­ne bestim­men werden.

Fazit für (klei­ne­re) Unter­neh­men: Ver­wal­tun­gen und Behör­den vor Ort nut­zen erfah­rungs­ge­mäß Schwä­chen in der Exe­ku­ti­ve zu ihren Guns­ten. Z. B. bei der Durch­set­zung von Vor­schrif­ten für Inves­ti­ti­ons- oder Bauvor­haben in den Kom­mu­nen, für die Durch­set­zung recht­li­cher Bestim­mun­gen durch die Land­rats­äm­ter, im Steu­er­ge­ba­ren usw.. Aus Sicht des Mit­tel­stan­des ist das also kei­ne wirk­lich gute Perspektive.

Ban­ge machen gilt nicht. Schon gar nicht für Unter­neh­mer. Fakt ist, dass sich der (ehe­malige) CDU-Wirt­schafts­flü­gel schon seit Jah­ren in der Defen­si­ve befin­det und deren Ver­tre­ter auch kei­ne Aus­sich­ten auf eine bes­se­re Posi­tio­nie­rung inner­halb der Par­tei haben. Auch das The­ma Alter in der Poli­tik ist nicht weg­zu­dis­ku­tie­ren. Ein­zig die FDP setz­te bei den Lan­des­tags­wah­len auf jun­ge For­ma­te. Aller­dings wird hier­bei auch offen­sicht­lich, dass die Par­tei damit auch die kla­re wirt­schafts­po­li­ti­sche Aus­rich­tung hin auf den  Mit­tel­stand ver­wäs­sert. Effek­ti­ve Mit­tel­stands­po­li­tik hat der­zeit einen schwe­ren Stand.