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Volkelt-Briefe

GF-Haftung: Risiko-Geschäfte gehen (fast) immer auf IHR Risiko

die Nullzins-Politik der Europäischen Zentralbank (EZB) hat nicht nur Auswirkungen auf den Verkauf der GmbH (vgl. Nr. 26/2017). Viele Geschäftsführer-Kollegen haben auch das Problem, liquide Mittel der GmbH unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten anzulegen. Unterdessen steigt der Druck, Liquidität zu „nutzen“. Thema: Negativzins oder zusätzliche Gebühren für größere Geldbestände – auch und gerade für Geschäftskunden. Was tun? …Stehen Entscheidungen für die GmbH an, für die Sie keine Erfahrung und Kompetenz haben, sind Sie verpflichtet, externen Rat einzuholen (OLG Oldenburg, Urteil v. 22.6.2006, 1 U 34/03). Das gilt auch für Entscheidungen über das GmbH-Vermögen bzw. Vermögensanlagen der GmbH (BGH, Urteil v. 22.3.2011, XI ZR 33/10).

Wichtig: Diese Beratung muss nach den gesetzlichen Vorgaben schriftlich protokolliert werden. Bestehen Sie darauf, dass Ihnen ein Beratungsprotokoll in den dafür vorgesehenen Formvorschriften ausgehändigt wird (siehe dazu unten). Dieser Hinweis ist notwendig, weil viele Anlageberater die aufwändigen Formvorschriften immer noch nicht einhalten,  z. B. mit dem Hinweis darauf, „dass man zwar gerne bereit ist, die gesetzlichen Beratungsvorgaben einzuhalten, es aber auch unkomplizierter geht“.

Prüfen Sie, ob Vermögensanlage-Entscheidungen zum Katalog der zustimmungspflichtigen Geschäfte gehören – ob Sie die Vermögensanlage ab einem bestimmten Betrag (z. B. Investitionen ab 50.000 EUR) nur mit Zustimmung der Gesellschafter veranlassen dürfen. Als Allein-Gesellschafter-Geschäftsführer haben Sie in Anlagefragen selbstverständlich freie Hand.

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