Kategorien
Volkelt-Briefe

FG Düsseldorf: Besitz-GmbHs müssen mehr Gewerbesteuer zahlen

Grundbesitzunternehmen genießen einen Steuervorteil: Sie können bestimmte Kosten bei der Ermittlung des Gewerbeertrages verrechnen (sog. Grundbesitzkürzung). Die Finanz­behörden lassen die Grundbesitzkürzung aber nur zu, solange es sich nicht um eine Betriebsaufspaltung handelt. Was tun?

Dazu gibt es jetzt eine neue Rechtslage: Nach einem Urteil des Finanzgerichts (FG) Düsseldorf handelt es sich auch dann um eine Betriebsaufspaltung, wenn die vermögens­verwaltende Gesellschaft nicht wie üblich eine Besitz-Personengesellschaft ist, sondern es sich um eine Besitz-GmbH handelt. Vernietet und verpachtet diese Besitz-GmbH Wirtschaftsgüter (Immobilien, aber auch: Maschinen, Anlage­vermögen) an die Betriebs-GmbH und beherrschen die Gesellschafter beide Unternehmen, liegen grundsätzlich die Voraussetzungen für eine Betriebsaufspaltung vor (FG Düsseldorf, Urteil vom 7.3.2014, 12 K 946/11 G).

Das Urteil dürfte in der Praxis weit reichende Folgen haben. Viele – auch mittelständische – Unternehmen haben aus Gründen der Vermögenssicherung Besitz und laufenden Geschäftsbetrieb auseinander dividiert – auch als Nachfolge-Gestaltungsmodell, um eine Betriebsaufspaltung zu umgehen. In Zukunft müssen alle Gestaltungen, in denen das Vermögen in einer Besitz-GmbH verwaltet wird, mit einer (geringen) Verteuerung bei der Gewerbesteuer rechnen.

Schreibe einen Kommentar