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Familien-GmbH: So managen SIE die Nachfolge

Nach der PWC-Studie „Familienunternehmen“ sind deutsche Familien-Unter­nehmen auf Konfliktfälle zwischen den Familienmitgliedern schlecht vorbereitet. Lediglich 40 % der Unternehmen haben ein Konflikt-Management z. B. in einer Unternehmens-Charta oder als Bestandteil der Gesellschaftsverträge institutionalisiert. Typische Familien-geprägte Konfliktauslöser in den deutschen Familien-Unternehmen, die „Zündstoff“ bergen, sind: …

  • unterschiedliche Vorstellungen über die Bewertung der Leistungen der Familien-Mitglieder (25 %),
  • unterschiedliche Einstellung zur Beschäftigung von Familien-Mitgliedern im Unternehmen (23 %),
  • unterschiedliche Vorstellungen über die Verwendung des Gewinns – also: Ausschüttung oder Reinvestition (20 %),
  • Fragen der Kommunikation mit Familien-Mitgliedern, die zwar an der GmbH beteiligt sind, aber außer ihrer Gesellschafter-Eigenschaft mit dem Unternehmen nichts weiter zu tun haben – also typische Informationsprobleme (20 %),
  • unterschiedliche Vorstellungen über die Rolle der eingeheirateten Familien-Mitglieder (15 %) oder
  • Konflikte über die Höhe der Vergütung der im Unternehmen tätigen Familien-Mitglieder (12 %).

Spätestens mit dem Übergang der 2. zur 3. Generation sollte deswegen zusätzlich zu den üblichen vertraglichen Vorkehrungen ein Konflikt-Management eingerichtet werden. Dazu kann eine Charta für alle Familien-Mitglieder verbindlich gemacht werden (vgl. Nr. 47/2014). Damit können die meisten Konflikte im Vorfeld verhindert werden. Möglich ist auch die Einrichtung eines sog. Schiedsgerichts, die Vorgabe zur Einschaltung externer Schlichter (Mediation) oder die Berufung eines Beirates, der mit familien­nahen Mitgliedern besetzt und mit weit gehenden Kompetenzen ausgestattet wird.

Wichtig ist dabei, dass die Regeln rechtsverbindlich vereinbart sind und gerichtlicher Prüfung standhalten. Ist das nicht der Fall, kann das zu jahrelangen gerichtlichen Auseinandersetzungen führen, was in der Regel nachteilig für die geschäftliche Entwicklung der GmbH ist. Als Geschäftsführer einer erfolgreichen GmbH in der 1. Generation sind Sie gefordert, rechtzeitig die Weichen zu stellen. Besonders dann, wenn eines der Kinder in die Firma einsteigt, die übrigen aber andere Berufe wählen und zugleich als Gesellschafter in der GmbH verbleiben und weiter mitreden wollen.

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