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BISS - DIE Wirtschafts-Satire

Der Wulf im Schafspelz

Im Falle des unterdessen ehemaligen Bundespräsidenten haben wir uns sehr lange zurückgehalten. Wahrscheinlich zu lange, denn bei einer solch Staats tragenden und Amts würdigen Angelegenheit gehört es zur Raison eines jeden mündigen Bürgers Fassung zu bewahren und Haltung zu zeigen (was für ein Satz!). Gauckscher Elementarismus eben. Aber unterdessen sind die Scherben gekittet, der Müll ist zusammen gekehrt und die letzten Böller verhallen zwischen den Plattenhaus-Fassaden der Karl-Marx-Allee wie Rohrkrepierer. Ob Sebastian Wolf (oder so ähnlich) uns und der Nation einen Gefallen getan hat?

Als unser Chefredakteur neulich seine Frau im Spiegel des ehelichen Badezimmers betrachtete, empfand er eine erschütternde Offenbarung: Sie hat auch diesen empfindsamen Blick und diesen Ausdruck von „ich bin ein Schaf, was willst Du von mir – ich habe doch schon Alles gegeben“. Um just im gleichen Augenblick zu sagen: „Das Collier ist ein bisschen klein, findest Du nicht auch“. Nun ja. Wir wollen das an dieser Stelle nicht weiter vertiefen. Nur so viel: Welcher Mann hat wegen einer Frau noch keinen Fehler gemacht.

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Fiskal-Freundschaften

Unternehmer sind pragmatische Menschen und deswegen wollen wir das Phänomen „Freundschaft“ an dieser Stelle nicht weiter unter moralischen, psychosomatischen oder Finger erhebenden Gesichtspunkten vertiefen. Das muss jeder mit sich selbst ausmachen. Rein steuerlich unterscheiden wir zwischen privat und betrieblich veranlassten Ausgaben. Und – schön, dass es den Gesetzgeber gibt – hierzu gibt es klare Ansagen. So ist zum Beispiel der Geburtstag des Geschäftsführers eine ganz private Angelegenheit. Hier kommt jetzt der sog. Geschäftsfreund ins Spiel. Das ist ein Mensch, den der Geschäftsführer im Rahmen seiner Tätigkeit kennen gelernt hat und dabei festgestellt hat, dass der freundschaftlichen Kriterien standhält, also z. B. in punkte Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit, Verlässlichkeit und Vertraulichkeit. Feiert der Geschäftsführer seinen Geburtstag also mit seinen Mitarbeitern und seinen Geschäftsfreunden (aber ausschließlich), dann darf er alle Kosten als betrieblich veranlasste Betriebsausgaben von der Steuer absetzen. Schwierig wird es allerdings, wenn einer der Geschäftsfreunde ins Lager der privaten Freunde wechselt und in dieser Eigenschaft etwa zum Paten des Filius wird und an der Geburtstagsfeier teilnimmt. Für den Betriebsprüfer ist dann ganz offensichtlich: Wenn der mitfeiert, wird es steuerschädlich.