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Schweizer Käse

Nur so zum Spaß haben wir mal eine mehr oder weniger repräsentative Umfrage im Südbadischen platziert, um herauszufinden wie man hier über den Schweizer denkt. Und siehe da: So vielfältig wie die Menschen hier im Ländle sind, so unterschiedlich die Ergebnisse. Im Markgräfler Land zum Beispiel stimmten satte 96 % dafür, den Schweizer nur noch mit einem auf 120 km/Stunde voreingestelltem Tempomat auf die A5 zu lassen. Im Hotzenwald können sich 54 % aller Bewohner vorstellen, dass ein Schweizer bzw. eine Schweizerin in die Familie einheiraten darf. Allerdings nur, wenn der Landeanflug auf Zürich über die Südflanke erfolgt. In der Ortenau sind 85 % der Menschen dafür, den Basler Teil des Freiburger Flughafens zu schließen, um so den Standort Lahr aufzuwerten. In Badenweiler wiederum würde man es gerne sehen, wenn die Selbstanzeige erhalten bleibt und das Doppelbesteuerungsabkommen so modifiziert würde, dass man in der hiesigen Kurklinik wie ein Schweizer Staatsbürger besteuert wird. In Konstanz herrschen annähernd Freiburger Verhältnisse: Da haben die Anwohner sogar durchgesetzt, dass der kleine Grenzverkehr komplett geschlossen wird, damit die nächtlichen Ruhestörungen in der Altstadt nicht in Anarchie umschlagen. Sie sehen, wir haben also durchaus ähnlich differenzierte und schwergewichtige Probleme wie unsere Schweizer Nachbarn. PS: Die Löcher im gemeinen Schweizer Käse – dem Emmentaler – entstehen durch fiese Bakterien, die sich in das Fett der Milch einnisten und dort heiße Luft freisetzen. Es spricht also Einiges dafür, einen kühlen Kopf zu bewahren.

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TÜV TÖFF ROLLATOR

Im Prinzip haben ja alle Bescheid gewusst, die Sache für einen richtigen guten Coup gehalten und bestens verdient. So gesehen handelt es sich beim Dieselgate – wie soll ich das ausdrücken – um eine Art kollektiver Erleuchtung, die weit über die Reichweite gewöhnlicher Erfindungen hinausreicht. Allerdings wird es dafür keinen Einstein- und keinen Nobel-Preis geben. Nach wie vor beeindruckt sind wir aber von dem Software-Entwickler, der zuerst etliche Stunden damit verbracht hat, die TÜV-Umgebung zu simulieren und damit – sagen wir es einmal ganz offen – die ganze Republik verarscht hat. Wobei das gar nicht so kompliziert ist. Hätten wir auch drauf kommen können. Ist ja auch kein Teufelszeug, wenn der Jogger merkt, dass er auf einem Laufband rennt. Selbst dann, wenn er vor sich auf dem Monitor durch herrliche Toskana-Landschaften sputet. Im Prinzip reicht eine Kamera an der richtigen Stelle – etwa um im Bild zu bleiben – am Hinterkopf – aus. Zeigt die nur das Standbild vom Fitness-Center oder eben eine langweilige TÜV-Werkhalle, dann ist klar: Die Beine laufen im Stehen – also auf dem Simulator. Alleine schon, um zu vermeiden, dass in die Werkhalle giftige Gase und Dämpfe weichen, muss dann eben der Blue-Filter auf „on“ gestellt werden. Ansonsten droht keine direkte Gefahr für Leib und Leben.

Oder es war eben doch Alles ganz anders. Phänomen BIG-ROBOT, vergleichbar der Entwicklung im BIG DATA hat sich denn doch Alles etwas verselbstständigt und die Roboter-gesteuerte-Programmierung hat die profitabelste aller Lösungen angepeilt und an der Software ständig herumoptimiert, bis es die Juristen aus Amerika zufällig entdeckt haben. Kein Wunder, dass das Entsetzen in den Entwicklungsabteilungen bei Bosch, VW, Audi und Konsorten groß ist – war man doch bisher davon ausgegangen, dass die IT ein nützlicher Gehilfe aber kein eigenverantwortliches Entwicklungs-Monster ist. Womöglich gesteuert aus den Räumen des ehemaligen Radiosenders Eriwan, dem vermeintlichen Nest, von dem aus alle Computer-Hacker der Welt heraus agieren. Wie dem auch sei. Wir können das nicht entscheiden. Fakt ist jedenfalls, dass auf dem Firmenparkplatz vermehrt diese Gestalten unterwegs sind, die bevorzugt an neuen Diesel-Fahrzeugen kleine Visitenkärtchen unter den Scheibenwischer stecken. Import-Export. Macht ja kaum einen Unterschied, ob die Dreckschleudern in Stuttgart oder in Ulan Bator herumfahren. Auf der sicheren Seite sind Sie auf jeden Fall, wenn Sie anfangen für den Elektro-Rollator zu sparen. Was glauben Sie denn, was der in ein paar Jahren kosten wird?

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Schulz

Ante-faktischer Buchhändler

In diesen postfaktischen Zeiten juckt es den Schreiberling, sich nicht nur mit den gesicherten Rechercheergebnissen – also Schulrauswurf, verletzungsbedingtem Abbruch einer aussichtsreichen Fußballer-Karriere, Alkohol, Buchhandel usw. – zufrieden zu geben, sondern auch einen post-wissenschaftlichen Abgleich der verschiedenen alternativen Fakten über seine Person vorzunehmen.

Also herauszukitzeln, wie – sagen wir mal – die LINKEn an Schulzes Vergangenheit herummanipulieren, um die Wähler davon abzuhalten, eben diesen Schulz zu wählen. Von Sarah W. wurde uns kolportiert, dass S. (wobei wir nicht wissen, ob damit tatsächlich Schulz gemeint war) über Jahre hinweg eine Fernbeziehung mit Rosa L. geführt haben soll. Passt aber zeitlich nicht wirklich.

Peter A. von der C. will wissen, dass S. zwar nicht studiert hat, aber ziemlich regelmäßig um das Gelände der Uni Köln herumgeschlichen ist und sich am Kiosk regelmäßig mit Bastei-Lübbe-Romanen eingedeckt hat. Christian L. von der F. will sich daran erinnern können, dass er S. vor einigen Jahren im Casting um eine Stelle als Avatar erkannt haben will und dass der dabei – wörtlich – gnadenlos „abgeschifft“ ist. Nicht richtig ist auch, dass der Versicherungsmakler Martin Schulz aus Hamadar sein eineiiger Zwillingsbruder ist. Wir selbst haben herausgefunden, dass er Spanisch doch nicht fließend spricht, weil er das guturale „ch“ verschluckt und das spanische t-h meidet. Mal sehen, was bis September noch so Alles rauskommt.

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Amtseinführung

Es ist einer dieser wahnwitzigen Februartage. Windstill. Mit strahlend blauem Himmel und einer Sonne, die uns sagen möchte: „Hier bin ich. Nehmt mich, ich bin der Sommer“. Im Broadcast beklagt der Boss den erbärmlichen Zustand des amerikanischen Traums von maßloser Freiheit und unendlichem Reichtum. Der Präsident schlendert – immer wieder grüßend und in die Menge strahlend – mit großen Schritten über den meilen-weiten Platz vor dem Capitol zur Vereidigung. Hinter ihm ein ganzer Tross junger blonder Frauen und unzählig vielen Enkeln und Urenkeln aus erster, zweiter und wievielter Ehe auch immer. Er trägt – wie damals Donald Duck zur Preisverleihung des Goldenen Oscars – eine mit Stars und Stripes gemusterte Krawatte. Auf den unbedarften TV-Zuschauer wirkt er wie eine Kreuzung aus Papst Benedikt und einem Zuchtpinscher, dem man das volle gelbe Haar aus der Stirn nach hinten quer über den Schädel gebunden hat. Er kann es selbst kaum glauben. Hin und wieder schaut er verlegen nach rechts und links als suche er inmitten des Getümmels nach dem roten Knopf. Ganz ängstlich als ob der von alleine losgehen könnte. Dabei sitzt – wie immer – der größte Feind in den eigenen Reihen, denkt er, als er zusammen mit der Gattin auf der Rückbank des Cabrios Platz nimmt, während der Chauffeur das elektrische Rolldach nach hinten ausfahren lässt und das helle Licht der Verklärung auf dem Auserwählten und seiner Auserwählten erstrahlt. Und jetzt fahren sie ganz langsam auf diese Kreuzung zu. Das lässt nichts Gutes ahnen.

 

LeseTipps:

Donald Trump: Great again

 

 

 

Michael d´Antonio: Die Wahrheit über Trump

 

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Postfaktischer Wahlkampf

Das ist nicht der Ostermarsch. Alle Teilnehmer haben gültige EU-Papiere. 14.239 Komparsen sind arbeitslose Jugendliche aus Apulien, dem Cilento oder Sizilien, die hier für einen Tag – respektive eine Nacht – zum vorgezogenem Mindestlohn von 8,84 € rumrandalieren dürfen. 3.451 afrikanische Tomatenerntehelfer und – helferinnen mit spanischen Pässen mussten den Jakobsweg zu Fuß hierher nehmen, um in schicke deutsche Polizeiuniformen zu schlüpfen und die liberale Staatsmacht zu mimen. 546 Handtaschendiebe und Diebinnen sind extra aus den ehemaligen Ostblockstaaten geladen, um den Platz vor der Frankfurter Oper für eine Nacht in die Domplatte zu verwandeln. Initiiert wird das folkloristisch anmutende Szenario von dem Kommunikations-Start-Up BetaComAlfaZoom, das schon vor dieser genialen Wahlkampf-Idee zu einem Marktwert von rund 3,5 Mrd. € an der hiesigen Börse gehandelt wurde. 284 Kamerateams aus 85 Staaten werden Bilder produzieren, die es „so noch nie gegeben hat“. Wenn Alles glatt verläuft, werden die farbigen und hauptsächlich weiblichen Polizei-Teams dem Spuk innerhalb von nur einer halben Stunde ein Ende machen, das sich sehen lassen kann inkl. Verurteilung und unmittelbarem, allerdings fiktivem Vollzug der Strafen vor Ort. Unten am Mainufer gibt es dann ein exklusives Büffet mit Champagner und Frankfurter Würstchen für alle. Morgen früh um 8 Uhr werden dann die Wahllokale geöffnet und die Live-Bilder müssten nach Allem, was man weiß, reichen, um das gewünschte Wahlergebnis zu erzielen. Da muss sich der KGB schon was Besonderes einfallen lassen, wenn er dagegen nicht abstinken will.

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Dividenden-Stripp

weiserZur Erinnerung: Mit den umstrittenen Cum-Ex-Praktiken erstatteten die Finanzbehörden zu Unrecht ca. 10 Mrd. Euros. Der Jurist Christoph Weiser, von 2007 bis 2009 Unterabteilungsleiter in der Steuerabteilung des BMF, seit August Leiter des Landesrechnungshofs Brandenburg, konnte sich jetzt in seiner Befragung vor dem Cum/Ex-Untersuchungsausschuss an die meisten Sachverhalte aus dieser Zeit nicht mehr erinnern. Er begründete dies mit der hohen Belastung durch andere wichtige Arbeitsgebiete. Er habe keine konkrete Erinnerung, damals mit dem Thema Cum/Ex in Kontakt gekommen zu sein. Auch zu einem BMF-Schreiben vom Mai 2009, mit dem man diese Geschäfte in den Griff bekommen wollte und das er unterzeichnet hatte, fiel ihm nichts ein. Grünen-Obmann Schick zeigte sich angesichts der unergiebigen Befragung Weisers „massiv irritiert“. Wie er, Weiser, es denn erklären könne, angesichts von Steuerausfällen in Milliardenhöhe nichts unternommen zu haben, wollte er wissen. Natürlich hätte man reagieren müssen, antwortete Weiser. Aber er könne sich nicht erinnern, so etwas auf den Tisch bekommen zu haben. Realsatire.

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Die (zu) späten Einsichten des anonymen Inhabers einer Briefkastenfirma

Briefkasten
Typisch: Briefkasten-Firma

Ich habe es jährlich auf Minimum gut vier Dutzend Spendenbescheinigungen gebracht. Selbst für die Damen von der Hockeymannschaft habe ich gespendet. Ohne Bescheinigung. Einfach so. Man kennt mich im Ort. Andauernd haben mir fremde Menschen die Hand geschüttelt und sich für irgendetwas bedankt. Da musst du erst einmal den Überblick behalten. Es war die Idee von meinem Steuerberater auf anonyme Spenden umzustellen. Nicht gesagt hat er mir allerdings, dass man dazu eine anonyme Firma braucht. So ist dann meine erste Briefkastenfirma entstanden. Konto. Zahlungseingang. Zahlungsanweisungen. Fertig. Saubere Sache. Habe ich damals jedenfalls gedacht. Panama kannte ich allenfalls von Janosch´s kleinem Tiger. Irgendwo ganz hinten in Amerika. Und den Kanal. Mein Steuerberater ist noch mit mir runter auf die Straße und hat mir den funkelnagelneuen Briefkasten gezeigt, den er neben dem Kanzlei-Schild hat montieren lassen (158,90 €). Über dem Einwurf-Schlitz gab es ein kleines Papierschild. Darauf stand Klein Janos GmbH & Co. KG. Ich fand das sehr lustig, habe ihm auf die Schulter geklopft und gesagt: „Wieder so ein Ding von Dir, typisch“. Post ist da nie angekommen. Die Firma gab es ja gar nicht. Eine Briefkastenfirma eben. Oder was stellen Sie sich darunter vor. Dann kam der letzte Samstag im Oktober. Siehe da – eine Postwurfsendung. Ein großer Umschlag, der gerade so durch den Schlitz passte. Der Steuerberater hat dann stundenlang bis in die späten Abendstunden nach dem Briefkastenschlüssel gesucht. Schließlich haben wir das Ding aufgebrochen. Dabei wurden wir beobachtet. Irgendjemand hat dann die Polizei gerufen. Die haben nicht lange rumgemacht. Es war ja Nacht von Samstag auf Sonntag und die Bullen waren ja schon seit Monaten auf der Suche nach ein paar Trickdieben, die vor nichts zurückschreckten. Weil ich die Dienstwaffe im Gesäß spürte, habe ich dann auch nichts mehr gesagt. Weil Alles voll war, hat man mich in die Ausnüchterungszelle verfrachtet. Unterdessen wurde der Sprengmeister benachrichtigt, die GSG aus Stuttgart eingeflogen und das Büro meines Steuerberaters auf den Kopf gestellt. Jetzt wird gegen mich wegen Umsatzsteuerbetrug ermittelt, weil ich meinen Mitarbeitern einen kleinen Zuschuss zu den monatlichen Parkplatzgebühren gewährte – was aber nach neuester Rechtsprechung so nicht zulässig ist. Habe ich nicht gewusst. Ganz ehrlich.

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Köln Hbf

merkel14 Uhr. Ein strahlend blauer Tag voller Sonne. Überall laufen Reporter mit offenen Mikrofonen und laufenden Kameras herum. Die Lautsprecheranlage weist abwechselnd in englischer, deutscher, hebräischer und arabischer Sprache darauf hin, keine Gepäckstücke herrenlos herumstehen zu lassen. Andernfalls werden sie gesprengt. In der Schlange vor der Fahrkartenausgabe tastet Herr Skeduzkowitsch von der Security die Männer und eine Frau die Frauen ab. Auf dem Ankunfts-Display werden die Gesichter von Gesuchten eingeblendet. Im Warteraum bietet Frau Rieger, freiberufliche Mediatorin, zur Überbrückung der Wartezeiten Sicherheitsübungen an. Herr Becker liegt flach neben Frau Becker auf dem Boden und hält schützend seine Hand über seine schwangere Frau. Die S-Bahn aus Bergisch-Gladbach fährt heute nicht. Auf Bahnsteig 7 werden 2 Schwarzfahrer die Rolltreppe herunter und durch einen Nebenschacht umgehend in den Gefängnis-Transporter verladen und nach Porz abtransportiert. Junge Männer werden in den Bahnhof erst gar nicht mehr rein gelassen. Alleinstehende ältere Männer auch nicht. Man kann ja nie wissen. Ein Polizist durchwühlt einen Kinderwagen auf der Suche nach Waffen. Auf der Domplatte wendet ein Panzerspähwagen. Eingangs zur Hohen Straße graben Rot-Front-Symphatisanten Pflastersteine aus für nachher. An der Rückseite des Bahnhofs sammelt sich die Pegida. Dahinter fließt der Rhein – störrisch ruhig und ohne besondere Vorkommnisse. Köln Hauptbahnhof im Sommer 2016.

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WM-Abgabe

WM-AbgabeEin wenig überrascht waren wir schon – als Regierungssprecher Steffen Seibert heute Morgen im Frühstücksfernsehen fast nebensätzlich vor laufenden Kameras die Abschaffung des Solidaritätszuschlags verkündete. Ein Hauch von Schabowski huschte über die deutsche Frühstücks-Körnchen-Landschaft. Und zwar die – seines Wissens – sofortige Abschaffung. Was er zu diesem Zeitpunkt noch nicht wusste: Die Kanzlerin hatte sich – getragen von den letzten Umfrageergebnissen – dazu entschlossen, den Soli in eine WM-Abgabe umzuwandeln. In der Gewissheit, dass nach dem Reinfall von Katar die Zustimmung für die nächste WM in Deutschland bei nahezu 150 Prozentpunkten liegen würde. Mario Götze wäre dann allerdings bereits 30 Jahre und es wäre fraglich, ob der sich das noch antun wollte. Aber das ein oder andere Prozent würde sicherlich auch bei der Kanzlerin hängen bleiben. Unser Cleverle. So jedenfalls übersteht man nicht nur die Nachspielzeit sondern auch die Verlängerung. Einziger Trost: Irgendwann ist das Elfmeterschießen vorbei und dann muss auch die Kanzlerin in der Kabine beim Duschen die Hülle fallen lassen.

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Medien-Elend

Postillon23Nun gehen wir schon in die dritte, vierte oder sogar schon die fünfte Woche „Flüchtlinge“ (Refugees). Wer weiß das schon noch. Frage ist nur: Was kommt danach? Schließlich haben wir uns mit dem durchaus anspruchsvollen Thema Grexit bereits einige Wochen nur knapp über dem zulässigen Informations-Stand gehalten. Beim Flüchtlings-Thema ging es dann bereits auch schon einmal deutlich drunter. Selbst gefuxte Politiker weigern sich unterdessen, etwas zum Thema zu sagen. Was schon etwas zu sagen hat. Schließlich ist der Berufsstand ja dafür bekannt, selbst aus dem Nichts noch einen Seitenhieb auf die politische Konkurrenz herauszuholen. Letzte Woche kamen alle aus Afrika über das Mittelmeer. Unterdessen sind alle Syrer und kommen zu Fuß über den Balkan. Aus einer geheimen Statistik wissen wir, dass die meisten mit dem Flieger über Paris einreisen. Das größte Problem für die Medien ist dabei, dass das Problem ein ernsthaftes Problem ist, das sich nicht auf dem Papier, im Stammtischgespräch oder mit hundert Jahren Medien- und PR-Erfahrung lösen lässt. Polit-Sendungen messen Ausschalt-Quoten in Schwindel erregenden Höhen. Journalisten üben sich in Live-Übertragungen. Rasende Reporter interviewen Bauarbeiter beim Bau der Stacheldraht-Mauer. Rundfunk-Direktoren echauffieren sich über Facebook-Kommentare und Tweed-Tiraden. Okay. So lange müssen all die anderen Themen einfach einmal warten. Bis zum 20. . Dann wird in Griechenland gewählt.