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BISS - DIE Wirtschafts-Satire

Dicke Prämien für reuige Taliban

Für uns Ökonomen ist das ja keine Überraschung. Etwas anders sieht das allerdings beim „gesunden Menschenverstand“ aus. Da kommt so der ein oder andere ins Rechnen.

Schauen wir uns das doch einmal aus der Sicht einer Grenzkostenkurve mit immer flacher werdendem Verlauf an. Die meisten Menschen kennen das Experiment ja mit einem Glas Wasser. Danach wirkt der erste Schluck Wunder, den letzten Schluck braucht man eigentlich nicht mehr.

Das würde konkret bedeuten, dass der erste Taliban noch relativ „billig“ zu haben sein wird. Sagen wir so um die 5.000 € – das ist für einen Afghani ganz schön viel Geld und reicht eine Weile zum Leben. Die breite Masse der härteren Genossen wird dann schon etwas teurer – sagen wir es gibt rund 2.000 Taliban, die für 10.000 € mitmachen. Gehen wir die Grenzkostenkurve weiter nach oben, wird es immer teurer.

Also genau genommen ist der letzte Taliban immer unbezahlbar – oder wenn man das in Dollars mal ausrechnen will, macht das einen Betrag von – wir haben das hier im Institut mal simuliert und hochgerechnet – fast 2,4 Billionen. Dollar. Also wird das voraussichtlich deutlich teurer als wenn wir Entwicklungshilfe für alle ohne Zinsen und mit Schuldenerlass investieren würden. Wir wollen da ja keinem reinreden. Ist nur so eine Überlegung unter Verwendung rein ökonomischer Erklärungs- und Handlungsmuster.

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Zumwinkel wird HRE-Bad-Bank leiden

Auch in der Wirtschaft gibt es Entscheidungen die Herzenssache sind. So wie jetzt bei der Bad Bank. Nach wochenlangem Streit haben sich jetzt die Aufsichtsräte auf einen CEO für die HRE-Bad Bank einigen können. Und man muss zugeben: Die verstehen was von der Materie.

Vorgabe war, dass Unternehmen und Vorstand zusammen „passen“. Und zwar in Sachen Unternehmensgrundsätze, Corporate Identity und Corporate Design – wenn Sie verstehen, was wir meinen. Die HRE-Bad Bank ist ja schließlich nicht irgendeine Bank. Sondern die Bank, die sich auf Schulden spezialisiert hat – genauer: Auf Schulden, die nie mehr zurück gezahlt werden, aber verwaltet werden müssen.

Bei einem – wenn man das so nennen kann – Bilanzvolumen von 220 Mrd. € kann man ja nicht irgendeinen dahergelaufenen Insolvenzberater nehmen. Es ist als durchaus nachvollziehbar, dass auch Peter Zwegat von RTL keinen Zuschlag bekam. Voraussetzung ist das scheibchenweise Jonglieren mit Milliarden. Das kann nicht jeder.

Den, der jetzt bestimmt wurde, passt auf alle Fälle: Klaus Zumwinkel. Die erste Vorstandssitzung der Bad Bank soll er im Trainingsanzug geleitet haben.

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Vatikan insolvent

Wahrscheinlich hat sich Benedikt nur verhört. In den letzten Jahren hatten wir ja schon immer den Eindruck, dass seine Schwerhörigkeit zunimmt. Was tun?

Wir haben da mal nachtelefoniert und direkt oben angefragt. Aber auch da ist man einigermaßen verunsichert. Erst war niemand zuständig. Dann hieß es lapidar: Er hat zurzeit Besseres zu tun. Erst muss er die Weltwirtschafts-krise einigermaßen in den Griff bekommen.

Derweil nähren sich Gerüchte, dass die Kirche ziemlich pleite ist. Gehälter wurden nicht termingerecht ausgezahlt. Fleisch wurde vom Speiseplan verbannt – heute gibt es lediglich römische Rosmarin-Kartoffeln mit Sugo aber ohne Brasato. Statt Rotwein Him-beersaft. Und: Schon seit Jahren hat der Vatikan keine Lizenzgebühren mehr nach oben gezahlt.

Das würde Einiges erklären. Insider vermuten, dass Bruder Benedikt direkt auf das Vermögen der Blutsbruderschaften zugreifen möchte. Weiterer Beleg: In den mor-gendlichen Andachten wird derzeit sehr aggressiv gesammelt – in Dünkirchen mussten die Messdiener spezielle Vertriebskurse machen. In Oberbayern gibt es Beichte nur noch gegen Bares – gestaffelt nach Vergehen. Wie es heißt, gehen die Einnah-men direkt nach Rom.

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Katholen rechnen mit Merkel ab

Jetzt ist es raus: Bislang hat es keiner gemerkt. Nun haben die die Protestanten mit Merkel still und heimlich die Macht zurück erobert. Schluss mit lustig und Buße.

Und das ein paar Tage vor Karneval. Carola aus Köln: „Eigentlich wollten wir wie jedes Jahr Männer abschleppen. Die Beichte sollte wie immer Formsache sein und spätestens am Aschermittwoch vormittags im Dom abgenommen werden“.

Da wird jetzt nichts draus. Über ganz Deutschland weht ein neuer Wind preussischer Prüderie. Insider munkeln: Das ist der Anfang von Merkels Ende. Der Schachzug des Papstes erhält vor diesem Hintergrund und im Wege des Vorwahlkampfes rochadische Bedeutung.

In der CDU ist man schon auf der Suche nach einem geeigneten katholischen und vor allem männlichen Nachfolger. Der Winter ist vorbei – der Merz aus dem Anden-Pakt kann kommen.

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Saarland & Co.: Das ist das Ende

Was haben das Saarland und Italien gemeinsam? Eigentlich nichts. Aber im Schulden Machen sind beide Weltmeister. Damit ist jetzt Schluss.

In Saarbrücken wollte man eigentlich schon die Korken knallen lassen. Die reichen Länder zahlen die Schulden und wir machen neue – so die Vorgaben der saarländischen Vertreter beim Bund-Länder-Treffen zum Finanzausgleich.

Müller und Co. müssen den Rotkäppchen aber sein lassen und sich auf Selters einstellen. Zunächst wird die neue Bund-Länder-ReFa alle Rech-nungen einzeln abzeichnen. Mittelfristig ist geplant Holstein, Bremen, Berlin, Sachsen-Anhalt und das Saarland zu einem neuen Bundesland zusammenzulegen.

Konkret wird das so aussehen: Bitterfeld zum Beispiel wird komplett durch Saarbrücken ersetzt. Die schöne Saarschleife könnte mit den Elster-Auen zusammen gelegt werden. Angenehmer Nebeneffekt: Die Mosel würde von Schadstoffen entlastet und man müsste dem Wein nicht mehr so viel Zucker beimischen.

Die Saarländer selbst sehen das ziemlich gelassen: „Wenn die mirs Häussche zaaahle, könne die mache was sie wol-le. Iss mir doch egaaal“. Mit Bremen und dem Meer ist das schwieriger. Ahoi.

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Bahn AG übernimmt Märklin

Wer hätte das gedacht? Da liegt der Bahndorn schon fast da nieder und muss die Koffer packen. Und jetzt meldet er sich mit einem Riesen-Coup zurück.

Die Finanzmärkte geben sich euphorisch. Die Politik ist begeistert. Einziges Problem: Die Spurbreite. Das passt noch nicht ganz zusammen. Aber die Experten sind sich einig: Das geht.

Bahndorn selbst hat eine riesige Märklin-Eisenbahnanlage im Keller – was ja damals Voraussetzung für seine Berufung zum CEO war. Erst als er vorführen konnte, dass er auf seinem 4-schleifigen Schienennetz 5 Züge mindestens 6 Minuten gleichzeitig unfallfrei fahren lassen konnte, hatte er den Job in der Tasche.

Seit heute Morgen kurz nach 3 Uhr sitzen jetzt die Techniker von Märklin und der Bahn AG zusammen. Wahrscheinlich kommt es zu einem Kompromiss. Aus gut unterrichteten Kreisen heißt es, man habe sich bereits geeinigt. Die neue Spurbreite heißt H2O und ist weltweit einmalig.

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Ackermann wird Bauer

Überraschung: Er kam in Gummistiefeln und mit Mistgabel zur Bilanzpressekonferenz. Josef Ackermann geht zurück in die Schweiz und übernimmt den elterlichen Hof.

Die heute vorgelegten Zahlen der Deutschen Bank sind erschütternd. Ackermann gab sich denn auch auf der Bilanzpressekonferenz keine große Mühe mehr. Statt Zwirn und guter Laune trug Josef Gummistiefel und einen blauen Overall.

Zur Bilanz selbst sagte er: „Können Sie ja selbst nachlesen“. Schon nach 2 Minuten drängte Ackermann ans Buf-fet. Dazu ließ er eigens einen Bergkäse von „d´heim“ servieren. Außerdem gab es Most und Brezeln.

Bekannt wurde, dass Vater Ackermann sich weigert den Hof zu übergeben. Der Bub hat damals nur Unsinn im Kopf gehabt und heute auch. Dem vertraue ich unser Familien-Vermögen doch nicht an – wurde Vater-Ackermann im Churer-Boten zitiert.

Nach dem zweiten Glas Most hat Ackermann dann ausgepackt: Zum Schluss habe ich die Bilanz selbst nicht mehr verstanden. „Genau genommen haben wir im Vorstand stundenlang über den Papieren gelegen und uns gestritten, was das oder jenes bedeutet. So richtig Ahnung gehabt hat da keiner“.

Alle waren froh, wenn wir dann zum gemeinsamen Mittagessen zum Italiener sind. Da gab es immer was zu lachen und meistens war das Essen auch ganz gut – aber nicht ganz billig. Grappa.