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Volkelt-Briefe

Geschäftsführer-Pflicht: Sie müssen die Gesellschafter zügig einladen

Laut GmbH-Gesetz ist der 10%-Gesellschafter berech­tigt, die Ein­be­ru­fung einer Gesell­schaf­ter­ver­samm­lung zu ver­lan­gen (§ 50 Abs. 1 GmbH-Gesetz). Dazu muss er den Zweck (Tages­ord­nungs­punkt, Beschluss­ge­gen­stand) für die Ein­be­ru­fung ange­ben. Der Geschäfts­füh­rer ist dann dazu ver­pflich­tet inner­halb einer ange­mes­se­nen Frist zu han­deln, den vor­ge­schla­ge­nen Ter­min mit den übri­gen Gesell­schaf­tern abzu­stim­men und die Gesell­schaf­ter­ver­samm­lung ein­zu­be­ru­fen (OLG Thü­rin­gen, Urteil vom 8.1.2014, 2 U 627/13, Quel­le: GmbH-Rund­schau 2014, Sei­te 706 ff.).

In Anleh­nung an die Vor­schrif­ten des Akti­en­ge­set­zes (§ 246) soll­ten Sie von einer Mini­mal­frist (bei unver­züg­li­cher Auf­for­de­rung) von 2 Wochen bis maxi­mal 1 Monat aus­ge­hen. Spä­tes­tens nach 1 Monat soll­ten Sie den Ter­min für die nächs­te Gesell­schaf­ter­ver­samm­lung bekannt gege­ben und die Ein­la­dung ver­schickt haben. Aus­nahms­wei­se kön­nen Sie die­se Frist über­schrei­ten. Z. B., wenn der Beschluss­ge­gen­stand eine aus­führ­lich recht­li­che Vor­be­rei­tung ver­langt, etwa wenn ein auf­wen­di­ges Rechts­gut­ach­ten ange­fer­tigt wer­den muss (Kein Grund für eine Fris­t­über­schrei­tung ist dage­gen selbst eine kom­pli­zier­te Kapi­tal­erhö­hung nach vor­he­ri­ger Kapi­tal­her­ab­set­zung, vgl. dazu Nr. 16/2013).

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