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Volkelt-Briefe

Geschäftsführer-Firmenwagen ab 1.1.2014 auf Fahrtenbuch umstellen

Die Abgren­zung von geschäft­li­cher und pri­va­ter Nut­zung des Geschäfts­füh­rer-Fir­men­­­wa­gens ist fes­ter Bestand­teil jeder GmbH-Betriebs­prü­fung und der Lohn­steu­er-Son­der­­prü­fung. Meist kommt es zu saf­ti­gen Steu­er­nach­zah­lun­gen. Denn die nach­träg­li­che Besteue­rung nach der 1 % – Metho­de ist teu­er. Bei­spiel: Kos­tet der Fir­men­wa­gen in der Anschaf­fung 60.000 € müs­sen Sie Monat für Monat für 600 € zusätz­lich Lohn­steu­er zah­len. Bei einem Steu­er­satz von 35 % sind das im Jahr rund 2.500 €. Jetzt hat der Bun­des­fi­nanz­hof (BFH) erneut eine unsau­be­re, aber bis­her von den Finanz­ge­rich­ten unbe­an­stan­de­te Argu­men­ta­ti­on gekippt. Kon­kret for­dert der BFH: „Das Finanz­amt darf nicht ein­fach ver­lan­gen, dass die GmbH das pri­va­te Nut­zungs­ver­bot regel­mä­ßig kon­trol­liert und wenn das nicht der Fall ist, dar­aus auto­ma­tisch schlie­ßen, dass der Fir­men­wa­gen pri­vat genutzt wird“ (BFH, Urteil vom 8.8.2013, VI R 71/12).

In der Pra­xis führt das z. B. dazu, dass das Finanz­amt ver­lang­te, dass der Haus­meis­ter der GmbH Pro­to­koll dar­über füh­ren muss­te, ob der Geschäfts­füh­rer den Fir­men­wa­gen am Wochen­en­de tat­säch­lich auf dem Fir­men­grund­stück geparkt hat (und damit eine pri­va­te Nut­zung übers Wochen­en­de tat­säch­lich aus­ge­schlos­sen wer­den konn­te). Der Anscheins­beweis für die pri­va­te Nut­zung – das lässt sich aus dem Urteil fol­gern – darf danach nicht ein­fach aus der Schreib­tisch-Per­spek­ti­ve geführt wer­den. Das Finanz­amt muss Ver­ein­ba­run­gen im Anstel­lungs­ver­trag und Beschlüs­se der Gesell­schaf­ter-Ver­samm­lung zum pri­va­ten Nut­zungs­ver­bot des Fir­men­wa­gens solan­ge aner­ken­nen bis es kon­kre­te Hin­wei­se auf eine tat­säch­li­che pri­va­te Nut­zung gibt.

Wei­ter­füh­rend: Steu­er­be­frei­ung nur noch mit Fahrtenbuch

Das Online-Fahr­ten­buch > Hier ankli­cken

Eine gute Ent­schei­dung des BFH. Gera­de in Sachen Fir­men­wa­gen ver­su­chen die Finanz­äm­ter immer wie­der, noch stren­ge­re Beweis­pflich­ten gegen den Geschäfts­füh­rer durch­zu­set­zen. Es geht dar­um mög­lichst flä­chen­de­ckend nach der für die Finanz­be­hör­den güns­ti­gen 1 % ‑Metho­de zu ver­steu­ern. Wich­tig: Wer nicht nach der (teu­ren) 1 % Metho­de ver­steu­ern will, muss auf jeden Fall ein Fahr­ten­buch füh­ren (vgl. zuletzt Nr. 31 + 36/2013). Wenn Sie bis jetzt noch kein Fahr­ten­buch füh­ren, soll­ten Sie das spä­tes­tens ab 1.1.2014 ändern.

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