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Volkelt-Briefe

Geschäftsführer brauchen juristisches Beurteilungsvermögen

10 der 50 größten US-Firmen werden von Juristen geführt. Trend: … weiter steigend (vgl. Nr. 38/2010). Ähnlich die Tendenz in Deutschland. Auch hier sind es größere Unternehmen, die Juristen in den oberen Etagen einstellen. Etwas anders sieht es im Mittelstand aus. Die meisten Geschäftsführer stammen aus praktischen Berufen (Ingenieure, Betriebswirte, Informatiker, Marketing-Experten usw.). Aber auch hier gilt: Geschäftsführungs-Entscheidungen müssen immer stärker juristisch fundiert sein.

Fakt ist: Das Haftungs-Risiko für Geschäftsführer steigt. Wir berichten an dieser Stelle regelmäßig – so z. B. zum Fall Thyssen (Nr. 19/2014), zu Gaffel (Nr. 3/2014) oder Deutsche Bank (Nr. 10/2014). Es sind nicht nur Steuer- oder Sozialversicherungsansprüche oder Fehler im Insolvenzverfahren, die für den Geschäftsführer zum Risiko werden. Immer öfter sind es die Gesellschafter selbst, die ihre Geschäftsführer für vermeintliche Vermögensschäden in die Haftung nehmen.

Rechtlich komplizierte Entscheidungs-Sachverhalte müssen grundsätzlich vorher juristisch geprüft werden (Zukäufe, Fusionen, Bauvorhaben, Kündigungen, Genehmigungen usw.). Immer beliebter ist folgendes Modell: Sollen alle juristische Rahmenbedingungen grundsätzlich überarbeitet werden (z. B. einmal im Jahr die AGB, alle Vertragsmuster, Betriebsvereinbarung, Geschäftsordnung usw.) wird für eine befristete Zeit (3 Monate) ein Rechtsanwalt als Justitiar eingestellt. Das ist in der Regel deutlich günstiger als die Einschaltung einer externen Kanzlei.

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