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Volkelt-Briefe

Vorsorge: Neues Sozialgerichts-Urteil zur Gesellschafter-Pflichtversicherung

In vie­len Fami­li­en-GmbHs – ins­be­son­de­re in der zwei­ten und drit­ten Genera­ti­on –  stre­ben die Kin­der nicht mehr unbe­dingt ein Amt als Geschäftsführer/in der GmbH an. Sie sehen Ihre Auf­ga­be viel­mehr dar­in, in ihrer erlern­ten Pro­fes­si­on als Arbeit­neh­mer für die GmbH tätig zu wer­den – etwa als Inge­nieur, der das Know-How wei­ter­ent­wi­ckelt, oder als Mar­ke­ting-Spe­zia­lis­t/in, der/die dem Unter­neh­men das Pro­fil gibt. Pro­blem: Auch wenn Sie an der GmbH betei­ligt sind, sind sie Arbeit­neh­mer und damit Pflicht­mit­glied in der gesetz­li­chen Rentenversicherung.

Aus­nah­men: …

Der beherr­schen­de Arbeit­neh­mer-Gesell­schaf­ter, der mehr als 50 % der GmbH-Antei­le hält. Oder: Der Arbeit­neh­mer als Min­der­heits-Gesell­schaf­ter, sofern er Beschlüs­se der Gesell­schaf­ter­ver­samm­lung ver­hin­dern kann. Aller­dings macht die Deut­sche Ren­ten­ver­si­che­rung (DRV) hier immer noch Pro­ble­me bei der Aner­ken­nung. Jetzt hat das Lan­des­so­zi­al­ge­richt Rhein­land-Pfalz dazu Klar­text gespro­chen: Ist im Gesell­schafts­ver­trag (oder z. B. in einer – recht­ver­bind­li­chen – Treu­hand­ver­ein­ba­rung über den GmbH-Anteil) für den Min­der­heits-Gesell­schaf­ter ein Veto­recht ver­ein­bart, muss der Gesell­schaf­ter-Arbeit­neh­mer kei­ne Pflicht­bei­trä­ge an die Ren­ten­ver­si­che­rung zah­len – er kann sei­ne Alters­vor­sor­ge selbst in die Hand neh­men (LSG Rhein­land-Pfalz, Urteil v. 6.2.2019, L 4 R 465/16).

In Sachen Sozi­al­ver­si­che­rungs­pflicht des GmbH-Gesell­schaf­ters kann man (lei­der) nicht sicher sein. Im Ernst­fall geht es nicht ohne gericht­li­che Aus­ein­an­der­set­zung. Die Kos­ten vor dem Sozi­al­ge­richt beschrän­ken sich – bei einer Nie­der­la­ge – auf die eige­nen Kos­ten und die für den eige­nen Anwalt.

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