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Volkelt-Briefe

Risiko-Management: Wie SIE Ihre GmbH fit für alle Fälle machen (II)

In welchem Umfang und auf welchen gesetzlichen Grundlagen Sie für betriebliche Risiken haften, haben wir in Nr. 9/2018 aufgezeigt. Lesen Sie heute, wie Sie ein wirksames Risiko-Management-System – auch geeignet für kleinere Unternehmen – stufenweise einführen. Stufe 2: Systematisches Beobachten von Risiken. Arbeitsschema:…

Wer ist zuständig Ziel Geschäftsführungs-Aufgabe
Geschäftsführung

Abteilungsleitung

Presse/Öffentlichkeitsarbeit

Alle Mitarbeiter

Beobachten von Risiken Auswertung interner und externer Daten und Informationen

Projektgruppe zur Situationsbesprechung

Mitarbeit in externen Gruppen und Gremien

Geschäftsführung Systematische Erfassung aller Erkenntnisse Regelmäßige Benachrichtigung der Führungskräfte

Zur Verfügung stellen aller zur Entscheidung notwendigen Informationen

So werden betriebliche Risiken systematisch erfasst und fortgeschrieben. Arbeitsschema (Beispiele):

Bereich Risiko Maßnahme zuständig
Planung Bebauungsplan für die neu geplante Gewerbe-Immobilie Parallele Suche nach Alternativ-Lösungen in Umlandgemeinden Geschäftsführung
Produktion/Entwicklung

 

Abhängigkeit von einem Zulieferer (Modul AT) Eigenentwicklung Projektgruppe                               „Software-Entwicklung“
Mitarbeiter/Fachkräfte Abhängigkeit von wenigen Spezialisten Angebot zur Beteiligung an der GmbH

Ausgestaltung der Arbeitsverträge (Kündigungsfristen, Boni)

GmbH-Gesellschafter

Geschäftsführer Personal

 

Der Geschäftsführer ist dafür zuständig, dass alle Risiko-Bereiche jederzeit handlungsfähig sind und bleiben. Geben Sie den betroffenen Abteilungs-/Projektleitungen konkrete Handlungsanweisungen und statten Sie diese mit den dazu notwendigen Kompetenzen und Ressourcen aus. Im Einzelfall bedeutet das:

  • Sie passen die internen Vorgaben der Abteilungen/Projekte den notwendigen Maßnahmen zur Risikominimierung an (Beispiel: Die Abteilungs-/Projektleitung wird bevollmächtigt, mit neuen Lieferanten in Kontakt aufzunehmen).
  • Sie veranlassen, dass externe Berater in die Fachabteilung eingreifen können (Beispiel: Beauftragung eines Unternehmensberaters zur Erstellung einer Risikoanalyse innerhalb der Fachabteilung)
  • Sie stellen den Abteilungs-/Projektleitern den Sofort-Maßnahmenkatalog für ihren jeweiligen Fachbereich zur Verfügung und statten diesen mit den zur sofortigen Umsetzung notwendigen Kompetenzen und Ressourcen aus.
Fakt ist, dass die Bereitschaft der Gesellschafter deutlich gestiegen ist, Geschäftsführer für sog. Organisationsverschulden in die Haftung zu nehmen – wir berichten an dieser Stelle regelmäßig über entsprechende Verfahren (vgl. Nr. 6/2017). Fakt ist auch, dass Sie sich als Geschäftsführer gegen Führungs-Fehler bzw. Fehlentscheidungen kaum absichern können. Unterdessen zahlen D & O – Versicherungen nur noch in jedem 4. Versicherungsfall – so die zuletzt veröffentlichten Zahlen aus 2015. Sie sind gut beraten, dass Thema Risikomanagement zum regelmäßigen Berichtsthema in den Gremien (Gesellschafterversammlung, Geschäftsführer-Runden) zu machen und alle Beschlüsse dazu, Anweisungen und Maßnahmen zu dokumentieren.

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