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Volkelt-Briefe

Neustarthilfe: Ab sofort auch für Einpersonen-GmbH/UG

Sog. Soloselbstständige, die ihr Geschäft ohne Beschäftigte (vgl. dazu unten) und in der Rechtsform einer Einpersonen-GmbH/UG ausüben, haben ab sofort Anspruch auf die Neustarthilfe in Höhe bis zu 7.500 EUR. Nach wie vor: Das Antragsverfahren ist kompliziert und aufwändig. Dennoch!

Laut BMF sind antragsberechtigt: „Kapitalgesellschaften, die 1) einen Gesellschafter haben, der 100% der Anteile an der Gesellschaft hält und in einem Umfang von mindestens 20 vertraglich vereinbarten Arbeitsstunden pro Woche von der Gesellschaft beschäftigt wird und 2) den überwiegenden Teil (mind. 51%) ihrer Einkünfte als Einkünfte erzielen, die – wenn sie von einer natürlichen Person erzielt würden – als gewerbliche oder freiberufliche Einkünfte gelten würden“. Weitere Neuerung: Der Antrag muss nicht vom Steuerberater, Anwalt oder Wirtschaftsprüfer gestellt werden – Sie können den Antrag auch eigenständig stellen. Für die Antragstellung durch einen Berater gibt es ab sofort eine zusätzliche Zahlung (Quelle: BMF, Stand 12.3.2021).

Für Mitarbeiter gilt: Antragsberechtigt sind Soloselbständige, die zum Stichtag 31. Dezember 2020 (vor dem Start des Förderzeitraums) weniger als eine Angestellte oder einen Angestellten (Vollzeit-Äquivalent) beschäftigten. Die Anzahl der Beschäftigten ist auf Basis von Vollzeitäquivalenten zu ermitteln (Basis: 40 Arbeitsstunden je Woche). Bei der Bestimmung der Vollzeitäquivalente auf Basis der im Arbeitsvertrag vereinbarten Arbeitszeit werden Beschäftigte wie folgt berücksichtigt:

  • Beschäftigte bis 20 Stunden = Faktor 0,5
  • Beschäftigte bis 30 Stunden = Faktor 0,75
  • Beschäftigte über 30 Stunden = Faktor 1
  • Beschäftigte auf 450 Euro-Basis = Faktor 0,3
  • Saisonarbeitskräfte, Arbeitskräfte in Mutterschutz/Elternzeit und vergleichbar Beschäftigte werden berücksichtigt, wenn sie am Stichtag beschäftigt waren.

Auszubildende werden nicht berücksichtigt.

Bei einer Ein-Personen-Kapitalgesellschaft ist die vom Gesellschafter erbrachte Arbeitszeit bei der Ermittlung der Anzahl der Beschäftigten nicht zu berücksichtigen. Dies gilt auch, wenn der Gesellschafter als Geschäftsführer für die Gesellschaft arbeitet.

Infos zur Höhe der Neustarthilfe gibt es > Hier anklicken

Für die Praxis: Wird die Neustarthilfe durch eine Einpersonen-Kapitalgesellschaft beantragt, ist die Einpersonen-Kapitalgesellschaft Antragstellerin. Die Neustarthilfe wird dann auch an die Gesellschaft und nicht an den Gesellschafter ausgezahlt. Achtung: Der Antrag auf Neustarthilfe kann nur einmal gestellt werden – also entweder vom Soloselbstständigen oder von der GmbH/UG.