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Volkelt-Briefe

Mitarbeiter: SPD will noch mehr Rechte für Teilzeiter

Die Parteien bringen sich in Position für den Bundestagswahlkampf 2017. In Sachen Renten/Sozialversicherung drängt sich jetzt Andrea Nahles (SPD) in eine vermeintliche Pool-Position. Über die möglichen Auswirkungen auf die sozialversicherungsrechtliche Stellung des GmbH-Gesellschafter-Geschäftsführers haben wir bereits hingewiesen (vgl. Nr. 47/2016). Für Unternehmen wichtig sind die Pläne des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS), wonach es noch weiter reichende Rechte bei der Teilzeitbeschäftigung geben soll. …

Nach der derzeitigen Regelung haben Arbeitnehmer in Firmen mit mehr als 15 Beschäftigten die Möglichkeit, in Teilzeit zu gehen (§ 8 TzBfG). Bisher nutzen 45 % aller beschäftigten Frauen diese Möglichkeit (Quelle: Statistisches Bundesamt 2012). Nachteil für viele kleinere Arbeitgeber: Will ein Arbeitnehmer reduzieren, muss dafür Ersatz eingestellt werden. Das führt oft zu Überkapazitäten, sprich eigentlich unnötigen zusätzlichen Kosten. Neu eingeführt werden soll die Möglichkeit für Arbeitnehmer, jederzeit wieder auf 100 % aufzustocken zu können. Der Kapazitätseffekt wird nochmals verstärkt. Gerade für kleinere Arbeitgeber wird der Anspruch auf Teilzeitbeschäftigung zu einem kaum kalkulierbaren Kostenrisiko.

Bisher kann der Wunsch eines Arbeitnehmers zurück in eine Vollzeit-Tätigkeit nur durchgesetzt werden, wenn der Arbeitgeber einen neuen Arbeitsplatz besetzen will. Dann muss der Wunsch des Arbeitnehmers nach Vollbeschäftigung berücksichtigt werden – sofern die ausgeschriebene Stelle und die Qualifikation des teilzeitbeschäftigten Arbeitnehmers stimmen. Als Arbeitgeber müssen Sie davon ausgehen, dass diese Vorschläge in eine Rot-Rot-Grün-Koalitionsvereinbarung einfließen werden.

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