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Haftung: So taxieren Sie richtig zwischen Risiko und Untreue

Solange Sie als Mehrheits-Gesellschafter-Geschäftsführer Ihre eigene GmbH führen, wissen Sie, auf was Sie sich einlassen. Sobald mehrere Gesellschafter mit im Boot sitzen, wird es komplizierter. Die Erfahrung lehrt: Alle zwei Jahre kommt es in der Mehrpersonen-GmbH zu Meinungsverschiedenheiten über die Geschäftspolitik. Dann wird es ernst. Auch „juristisch“. Viele geschäftliche Entscheidungen sind Risiko-Entscheidungen. Zahlt der Kunde? Liefert der neue Lieferant pünktlich?

Wichtig ist, dass Sie Ihre Entscheidungen fundieren – dass Sie sich so umfassend wie möglich zu Ihrer Entscheidungsfrage informieren und das dokumentieren. Schlussendlich sind Entscheidungen der Geschäftsleitung risikobehaftet. Das gehört zum Spiel der Marktwirtschaft und das bestätigt auch der BGH in seiner aktuellen Rechtsprechung (Urteil vom 28.5.2013, 5 StR 551/11). Wenn Sie unüberschaubare Risiken eingehen, die das Unternehmens gefährden, ist die rote Linie zur Untreue überschritten.

Größere Unternehmen müssen ein Risiko-Mangement-System einrichten, um damit unterschiedliche Szenarien bewerten zu können und um daraus Informationen über das wirtschaftliche Risiko und das Gefährdungspotenzial zu erhalten. Für kleinere Unternehmen genügt eine einfachere Risiko-Analyse. Dazu gehört: Kalkulation und Deckungsbeitragsrechnung unter verschiedenen Risiko-Einschätzungen, Informationsbeschaffung über nicht quantifizierbare Risiken (Bonitätsprüfung, Ausfallrisiko, Qualitätsrisiko). Bei „unsicheren“ Entscheidungen sollten Sie Ihre Mit-Gesellschafter einbeziehen. Wichtig: Sammeln und Dokumentieren Sie alle (!) Unterlagen, Dokumente und Schriftstücke, die im Zusammenhang mit der Risiko-Entscheidung stehen.

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