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GmbH-Steuern: Finanzamt mogelt bei Pensionszusagen für Gesellschafter-Geschäftsführer

Gesellschafter-Geschäftsführer, für die eine Pensionszusage abgeschlossen ist, müssen in Zukunft …

bei Änderungen oder Anpassungen der Zusage besonders aufpassen. Grund: Immer mehr Finanzämter prüfen dann rückwirkend, ob die Pensionszusage „angemessen“ war und alle steuerlichen Voraus­setzungen korrekt erfüllt wurden. Das betrifft:

  1. Gesellschafter-Geschäftsführer, die ihre Pensionszusage anpassen wollen (z. B. von 60 % auf 75 % der zuletzt bezogenen Vergütung) oder
  2. Gesellschafter-Geschäftsführer, die ihre Minderheits-Beteiligung an der GmbH zu einer Mehrheits-Beteiligung aufstocken.

So sind Fälle bekannt, in denen die Finanzämter rückwirkend prüfen, ob die Voraussetzungen für die Anerkennung der Pensionsrückstellung über den gesamten Zeitraum vorlagen. Beispiel: Die Pensionszusage wurde 1993 auf das 60ste Lebensjahr vereinbart. 2013 stellt das FA dazu fest: „Die Pensionszusage muss mindestens auf das 65igste (66/67) Lebensjahr abgeschlossen sein“. Ergebnis: Ein Teil der Pensions­rückstellung muss für den gesamten Zeitraum – also bis 1993 – aufgelöst und nachträglich versteuert werden. Aber so einfach geht es nicht. Dazu das FG Köln: „Für die Anerkennung der Pensionsrückstellung kommt es auf die Verhältnisse zum Abschluss des Versorgungsvertrages an“ (FG Köln, Urteil vom 6.9.2012, 10 K 1645/11).

Für die Praxis: Die harte Linie einzelner Finanzämter ist noch nicht endgültig vom Tisch. Die Finanzbehörden haben Revision eingelegt. Der Bundesfinanzhof (BFH) muss als abschließend dazu entscheiden (Az: I R 72/12. Wir gehen davon aus, dass der BFH das FG-Urteil bestätigt. Es gilt der Bestandsschutz für den Steuerzahler. Rückwirkende Sachverhalts­änderungen sind nur in Ausnahmefällen zulässig. Wenn Sie Ihre Pensionszusage ändern wollen (Erhöhung der Leistung, Alter des Anspruchsberechtigten, Einbeziehung von Familien-Mitglie­dern) sollten Sie vorab mit dem Steuerberater besprechen, was möglich und steuerlich zulässig ist.

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