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Volkelt-Briefe

Gestaltung: Wieder ein Steuerspar-Modell weniger

Sind Sie als GmbH-Gesellschafter zu mehr als 10% an der GmbH beteiligt, hat das steuerliche Folgen für die Finanzierung. Für Ihre Darlehen an die GmbH müssen Sie die Zinsen nicht mit der günstigen Abgeltungssteuer von 25 % versteuern, sondern mit Ihrem persönlichen Steuersatz – bei einem Gutverdiener sind das schnell 45%. Der ein oder andere nutzt die Möglichkeit, die Kinder in die GmbH einzubeziehen – im Wege des vorweggenommenen Erbes mit anschließender Darlehensgewährung an die GmbH. Doppelter Vorteil bisher: Das vorweggenommene Erbe an die Kinder bis 400.000 EUR bleibt steuerfrei. Die Darlehenszinsen werden bei den Kindern mit der Abgeltungssteuer belastet. So weit so gut. …

Allerdings: Laut GroKo wird dieses Steuerprivileg abgeschafft. Darlehenszinsen unterliegen dann grundsätzlich dem (in der Regel höheren) persönlichen ESt-Satz. Mehr noch: Der Bundesgerichtshof (BGH) hat jetzt festgestellt, dass die Stille Beteiligung des Gesellschafters an seiner GmbH im Ernstfall wie ein Gesellschafterdarlehen wirkt (vgl. Nr. 12/2018). Die Finanzverwaltung jedenfalls wird diese Steilvorlage nutzen und die Gewinnbeteiligung an der GmbH in Zinsen aus einem Gesellschafterdarlehen umwidmen – mit dem Ergebnis: Auch dafür gilt dann der persönliche Steuersatz. Schluss mit den steuerverschonten Zeiten und der Abgeltungssteuer.

Immerhin besteht noch die Möglichkeit, dass diese Steuer erhöhende gesetzgeberische Maßnahme auf die „lange Bank“ geschoben wird – z. B., weil die Union sich doch noch an ihre Vorgabe erinnert, an der Steuerfront Alles beim alten zu belassen, keine Steuererhöhungen mitzutragen und die Unternehmen im internationalen Steuerwettbewerb nicht weiter zu belasten.

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