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Volkelt-Briefe

Geschäftsführer: Kein Job für Angsthasen

„Wenn ich irgendwelche Sorgen habe, habe ich Niemanden, den ich anrufen kann“. Auf diesen Nenner brachte zuletzt Niki Lauda, Rennfahrer-Legende und ehemaliger Geschäftsführer der Lauda-Airline, seinen Seelenzustand – befragt zum Thema Ängste von Führungskräften. Den meisten Führungskräften – auch Geschäftsführern – fällt es nicht leicht über solche Befindlichkeiten zu reden. Das weiß auch Siegfried Greif, Coach und Geschäftsführer des Instituts für wirtschaftspsychologische Forschung und Beratung in Osnabrück. O-Ton: „Darüber redet man in Chefetagen nicht gerne. Das gilt als Zeichen von Schwäche“. …Dabei sind Ängste nur allzu menschlich. Versagensängste. Angst vor dem sozialen Abstieg. Besonders typisch für den selbständigen Geschäftsführer: Die Angst vor einer Insolvenz und deren Folgen – für die wirtschaftliche Existenz und für den sozialen Status. Oft gibt es im privaten Umfeld keine geeigneten Ansprechpartner, mit denen über diese Themen gesprochen werden kann. Fakt ist, dass die Unfähigkeit im Umgang mit den eigenen Ängsten in vielen Fällen in körperliche Symptome umschlägt, z. B. in Bluthochdruck oder in stressbedingte Aggressionen. Fakt ist aber auch, dass die Wissenschaft dieses Phänomen nicht systematisch bearbeitet und noch immer in den Kinderschuhen steckt. Für Geschäftsführer, die Probleme im Umgang mit Ängsten haben, ist von daher also kaum Hilfe zu erwarten.

Nicht immer gibt es im Freundes- oder Bekanntenkreis Personen, mit denen ein Gespräch auf Augenhöhe möglich ist und mit denen lösungsbezogene Ansätze besprochen und erarbeitet werden können. Das geht in der Regel nur mit Personen, die über sehr hohe Sozialkompetenz verfügen, fundierte Lebenserfahrung haben oder in einer Ausbildung die entsprechenden Arbeitstechniken zum Coaching erlernt haben. Darunter sollten Sie es nicht angehen.

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