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Erbschaftsteuer: Ab 26 Mio. Firmenwert hilf Ihnen nur ein Zusatz-Gutachten

Unterdessen hat das Bundesfinanzministerium (BMF) den ersten Entwurf für die neue Erbschaftsteuer für Unternehmen vorgelegt. Nach dem Gesetzesfahrplan soll die Vorlage ab heute im Bundestag beraten und anschließend verabschiedet werden. Änderungsvorschläge des Steuerberaterverbandes, der Wirtschaftsprüfer und einiger Wirtschaftsverbände wurden bislang nicht und nur unzureichend berücksichtigt und haben keine grundsätzlichen Änderungen gebracht. …

Fazit: Firmen ab einem Wert von 26 Mio. EUR müssen sich dann voraussichtlich ab 1.1.2016 darauf einstellen, dass es eine Steuerermäßigung oder eine Steuerbefreiung nur nach einer umfassenden sog. Bedürfnisprüfung geben wird. Vorsicht: Nach den üblichen Bewertungsverfahren werden Unternehmen in der Niedrigzinsphase (hier: Kapitalisierungsfaktor) schnell zu hoch bewertet. Dann besteht allerdings die Möglichkeit, dem Finanzamt alternativ ein anderes Ertragswertgutachten vorlegen, das auf eigene Rechnung erstellt werden muss. Für Familien-Unternehmen ist darin zu prüfen, ob die Über­tragungshemmnisse als Wert mindernd angesetzt werden können/müssen (vgl. dazu Nr. 29/2015).

Wichtig: Der vorliegende Gesetzentwurf enthält keine Regelung zur Rück­wirkung. Im Klartext: Alle bis zu einer Neuregelung vererbten oder verschenkten Unternehmen können noch nach dem derzeit geltenden Recht übertragen werden.

Als Gesellschafter-Geschäftsführer eines kleineren Unternehmens müssen davon ausgehen, dass die Ausnahmeregelung bei der Mindestlohnsumme keinen Bestand hat. Nach dem Gesetzentwurf wird eine sog. Lohnsummenprüfung für Betriebe ab 4 Mitarbeitern (bisher: 21) eingeführt. Zwar wird das Kriterium „Erhalt der Arbeitsplätze“ als Grund für eine Steuerprivilegierung ausreichen. Dann aber müssen sich auch kleinste und kleinere Unternehmen an diesem Kriterium messen lassen. Kleinere Unternehmen sind demnach in den nächsten Wochen gut beraten, wenn sie die Möglichkeiten des steuerfreien vorweggenommenen Erbes (Schenkung bis zum Freibetrag) noch nutzen – eventuell durch Teilung und vorzeitige Übertragung von Geschäftsanteilen.

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