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Volkelt-Briefe

Aussichten: Der kurze Weg von der Unterkapazität zur Überschuldung

Nach sin­ken­den Absatz­zah­len in der gesam­ten deut­schen Auto­mo­bil­in­dus­trie (Inter­na­tio­nal, Euro­pa, Deutsch­land) im ers­ten Quar­tal 2019 ste­hen die Ergeb­nis­se für das 2. Quar­tal zwar noch aus. Den­noch dürf­te – klei­ne­re jah­res­zeit­li­che Kor­rek­tu­ren ein­ge­rech­net – der Abwärts­trend kaum stop­pen sein. Recher­chen vor Ort in den Zulie­fer­er­be­trie­ben zei­gen: Die Kapa­zi­täts­aus­las­tung ist bei eini­gen auf 70 % und weni­ger gesun­ken. In vie­len Geschäfts­füh­rungs-Eta­gen geht man davon aus, dass für 2019 mit einem Rück­gang der Pro­duk­ti­on um 5 % und mehr gerech­net wer­den muss. Auch in ande­ren Bran­chen ste­hen die Zei­chen auf Rück­gang, z. B. der Maschi­nen­bau laut VDMA um – 2% in 2019.

Die Fol­gen für das Zah­len­werk der Fir­ma sind abseh­bar:

Bei durch­schnitt­li­chen Gewinn­mar­gen +/- 10 % führt ein sol­cher Kapa­zi­täts­ef­fekt in der Regel zu Umsatz­ein­bu­ßen, die nicht nur den Ertrag schmä­lern, son­dern gleich auch zu Ver­lust füh­ren. Der lau­fen­de Geschäfts­be­trieb kann dann in der Regel nur noch aus dem Ver­mö­gen (Rück­la­gen) der GmbH oder aus zusätz­li­chen Schul­den finan­ziert wer­den – mit den damit ver­bun­de­nen Aus­wir­kun­gen auf die Bilanz. Ach­tung: Eine bilan­zi­el­le Über­schul­dung – Anlass und Ver­pflich­tung für die Geschäfts­füh­rer zur Antrags­stel­lung auf Eröff­nung des Insol­venz­ver­fah­rens – ist nicht ein­fach „auf den ers­ten Blick” festzustellen.

Als nicht für das Kauf­män­ni­sche ver­ant­wort­li­cher Geschäfts­füh­rer sind Sie gut bera­ten, Ihre Über­wa­chungs­pflich­ten in den nächs­ten Mona­ten sehr genau zu neh­men. Ggf. müs­sen Sie sich eine Zwi­schen­bi­lanz vor­le­gen und die­se vom Steu­er­be­ra­ter erläu­tern lassen.

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