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Volkelt-Briefe

Bürokratie: Der wirkliche Gestaltungswille fehlt

Gera­de klei­ne­re Unter­neh­men kämp­fen täg­lich mit für außen ste­hen­de unvor­stell­bar vie­len, kom­pli­zier­ten und teu­ren Vor­schrif­ten, deren prak­ti­scher Sinn sich oft nur schwer oder über­haupt nicht erschließt (Zer­ti­fi­zie­rungs­ver­fah­ren, Mel­de­pflich­ten, Doku­men­ta­ti­on von Arbeits­zeiten). Dazu kom­men mehr und mehr Vor-Ort-Kon­trol­len von Zoll, Gewer­be­auf­sicht, Kon­trol­len der Land­rats­äm­ter, Außen­prü­fung der Finanz­be­hör­den, der Ren­ten­ver­si­che­rung, der Künst­ler-Sozi­al­ver­si­che­­rung usw.. Vor­gän­ge, die jedes Mal den betrieb­li­chen Ablauf emp­find­lich stö­ren und zusätz­li­che (Bera­ter-) Kos­ten ver­ur­sa­chen. In eini­gen Bran­chen ist die Belas­tungs­gren­ze mit unpro­duk­ti­ven Over­head-Kos­ten schon lan­ge erreicht.

Laut einer PWC-Stu­die („Paying Taxes 2016“) muss der deut­sche Durch­schnitts-Mit­tel­ständ­ler pro Jahr 218 Arbeits­stun­den dar­auf ver­wen­den, sei­ne Steu­ern zu ent­rich­ten. Ver­gleich: In Nor­we­gen braucht man für die­se Auf­ga­ben 83 Stun­den. In der Schweiz braucht der Unter­neh­mer gera­de 63 Stun­den (ca. ¼ des deut­schen Auf­wands) zur Erle­di­gung sei­ner steu­er­li­chen Pflich­ten – und das, obwohl es mit den Staats‑, Kan­to­nal- und Kom­mu­nal­steu­ern eine gan­ze Rei­he zusätz­li­cher Steu­ern gibt.

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