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Volkelt-Briefe

VW-Diesel-Affäre: Wirtschaftskrieg um Marktanteile

Dass sich mit der Nominierung Donald Trumps zum Präsidentschafts-Kandidaten auch der Ton um TTIP verändert, war zu erwarten. Hatten doch zuvor schon die US-Anwälte die Erfahrung gemacht, dass man den Europäern den amerikanischen Markt madig machen kann. Unterdessen verkaufen die deutschen Hersteller in den USA 1,4 Mio. light vehicles (Pkw und kleine Nutzfahrzeuge). Das entspricht 24 Mrd. EUR, der Marktanteil beträgt 8,0 % (Zahlen: 2015).

Dagegen steht:Von den 22 Mio. kleineren Unternehmen mit bis zu 100 Mitarbeitern exportieren 150.000 in die USA. Das sind weniger als 1 % – von 1.000 Betrieben exportieren nur 6 in die USA. Von den TTIP-Regeln betroffen sind dann aber alle Betriebe, deren Produkte dann im Wettbewerb stehen. Das betrifft nicht nur Gen-Technik, Bio-Produkte oder Arzneimittel. Das betrifft fast alle Produkte und damit auch viele deutsche kleine Unternehmen.

Unterdessen zeigen sich Risse bei den deutschen Wirtschaftsverbänden in Sachen Einstellung zu TTIP. Die Vertreter der großen Branchen (Industrie, Automobile, Zulieferer, Pharma usw.) stehen pro TTIP, viele der kleineren Verbände (Einzelhandel, Landwirtschaft, Selbstständige usw.) sehen TTIP unterdessen sehr kritisch. Zur Gretchenfrage entwickelt sich die juristische Heran­gehensweise: europäischer Verbraucherschutz contra angelsächsischem Schadensersatzanspruch à la VW.

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