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Volkelt-Briefe

vGA: Finanzbehörden bestrafen GmbH-Gesellschafter doppelt

Mit dem Teileinkünfteverfahren haben Sie als Gesellschafter-Geschäftsführer eine gute Möglichkeit, Einkünfte aus Kapitalvermögen mit Vorteil zu versteuern. Das gilt auch für Ihre Gewinneinkünfte aus der GmbH – also die Gewinnausschüttungen, die Sie zusammen mit Ihren Gesellschaftern nach Abschluss des Geschäftsjahres beschließen. Stichwort: Gewinnverwendungsbeschluss. Wählen Sie das Teileinkünfteverfahren, müssen Sie nur 60% des ausgeschütteten Gewinns mit Ihrem persönlichen ESt-Satz versteuern. 40 % bleiben steuerfrei. Die zu erzielende Ersparnis ist eine Rechenaufgabe für Ihren Steuerberater.

ACHTUNG:

Der Termin zur Abgabe Ihrer Steuererklärung ist auch der Termin, zu dem Sie die Besteuerung Ihrer Kapitaleinkünfte nach dem Teileinkünfteverfahren beantragen müssen. Danach geht nichts mehr. Mit Folgen: Moniert der Steuerprüfer für zurückliegende Veranlagungsjahre sog. verdeckte Gewinnausschüttungen, können Sie für diese Einkünfte nachträglich nicht mehr das Teileinkünfteverfahren beantragen bzw. beanspruchen (Quelle: BFH, Urteil v. 14.5.2019, VIII R 20/16). Für diese verdeckten Gewinnausschüttungen – die u. U. lediglich fiktiven Zahlungen sind – müssen Sie dann auf jeden Fall die 25%-Abgeltungssteuer nachzahlen. Es sei denn, Ihr Steuerberater hat ohnehin oder vorsorglich die Besteuerung nach dem Teileinkünfteverfahren beantragt.

Eine sog. Wiedereinsetzung in den vorigen Stand (gemäß § 110 Abgabenordnung) ist nach dem Urteil des Bundesfinanzhof ausdrücklich nicht zugelassen. Dazu der BFH: „Die Antragsfrist gilt auch, wenn sich das Vorliegen von Kapitalerträgen erst durch die Annahme einer verdeckten Gewinnausschüttung im Rahmen einer Außenprüfung ergibt“. Keine Chance.

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