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Vermögensverwaltungs-GmbHs müssen aufpassen

Die Finanz­äm­ter prü­fen zur Zeit, ob sog. Spar­do­sen-GmbHs als Finanz­un­ter­neh­men voll besteu­ert wer­den > Unse­re TIPPs 

Nicht weni­ge Pri­vat­an­le­ger mit grö­ße­rem Depot ver­wal­ten ihre Anla­gen über eine sog. Spar­do­sen-GmbH. Vor­teil: Akti­en­ver­käu­fe und Divi­den­den aus die­sen Anla­gen blei­ben – weil in einem Betriebs­ver­mö­gen gehal­ten – nahe­zu steu­er­frei. Ledig­lich 5% der Gewinn­aus­schüt­tun­gen oder vom Kurs­ge­winn wer­den von der Steu­er erfasst. Es gilt das sog. Betriebs­aus­ga­ben­ab­zugs­ver­bot. Ein­zi­ger Steu­er-Nach­teil: Für Divi­den­den und Kurs­ge­win­ne muss Gewer­be­steu­er gezahlt wer­den – die liegt mit 14% aber deut­lich unter dem Satz der Abgel­tungs­steu­er (25%).

Vor­sicht: Nach einem aktu­el­len Urteil des Bun­des­fi­nanz­hofs (BFH) ent­fällt die­ser Steu­er­vor­teil kom­plett, wenn die GmbH nicht als Ver­mö­gen ver­wal­tend, son­dern als Finanz­un­ter­neh­men ein­ge­stuft wird. Ent­schei­den­des Kri­te­ri­um für die Ein­stu­fung ist u. a., wie die GmbH den Wert­pa­pier­be­stand ver­bucht. Wird das Depot z. B. im Umlauf­ver­mö­gen aus­ge­wie­sen, ist das laut Finanz­be­hör­den ein Hin­weis dar­auf, dass mit den Wert­pa­pie­ren regel­mä­ßig gehan­delt wird. Das spricht für die Ein­stu­fung der GmbH als Finanz­un­ter­neh­men (BFH, Beschluss vom 4.12.2010, I B 82/10).

Für die Pra­xis: Bes­ser ist es, Wert­pa­pie­re und Betei­li­gun­gen im Anla­ge­ver­mö­gen aus­zu­wei­sen. Das spricht dafür, dass die Anla­gen nicht häu­fig und regel­mä­ßig ver­kauft wer­den sol­len, son­dern dau­er­haft dem Geschäfts­be­trieb der Ver­mö­gen ver­wal­ten­den GmbH die­nen sol­len. Wer ganz sicher gehen will, dass sei­ne GmbH nicht als Finanz­un­ter­neh­men ein­ge­stuft wird, soll­te für Wert­pa­pie­re und Anla­gen eine  Mindest­­­halte­frist von einem Jahr ein­hal­ten.

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