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Verdeckte Gewinnausschüttung

Eine ver­deck­te Gewinn­aus­schüt­tung (vGA) ist eine Ver­mö­gens­min­de­rung oder ver­hin­der­te Ver­mö­gens­meh­rung, die durch das Gesell­schafts­ver­hält­nis ver­an­lasst ist, sich auf die Höhe des Ein­kom­mens aus­wirkt und die nicht auf einen Gewinn­ver­tei­lungs­be­schluss der Gesell­schaft beruht und in kei­nem Zusamm­ren­hang mit einer offe­nen Gewinn­aus­schüt­tung steht (so grund­sätz­lich im BFH-Urteil vom 22.9.1989, I R 44/85, BStBl. II 1989, 475). Kommt es zu einer ver­deck­ten Gewinn­aus­schüt­tung, wird die­se Ver­mö­gens­min­de­rung bei der Kapi­tal­ge­sell­schaft steu­er­recht­lich nicht aner­kannt. In der Fol­ge erhöht sich der steu­er­recht­li­che Gewinn der Kapi­tal­ge­sell­schaft um die ver­deck­te Gewinn­aus­schüt­tung. Eine ver­deck­te Gewinn­aus­schüt­tung z. B. vor:

  1. wenn ein Gesell­schaf­ter für sei­ne Geschäfts­füh­rer­tä­tig­keit ein unan­ge­mes­sen hohes Gehalt erhält,
  2. wenn eine GmbH einem Gesell­schaf­ter neben einem ange­mes­se­nen Gehalt eine Umsatz­tan­tie­me zahlt,
  3. wenn der Gesell­schaf­ter von der GmbH ein Dar­le­hen zins­los oder zu einem unan­ge­mes­sen nied­ri­gen Zins­satz erhält,
  4. wenn ein Gesell­schaf­ter der GmbH ein Dar­le­hen zu einem unan­ge­mes­sen hohen Zins­satz gibt (auch: Stil­le Gesell­schaft gegen eine zu hohe Ver­zin­sung der stil­len Einlage)„
  5. wenn ein Gesell­schaf­ter von der GmbH Waren oder Wirt­schafts­gü­ter zu einem unge­wöhn­li­chen Preis erhält oder lie­fert (z. B. bei kon­zern­in­ter­nen Verrechnungspreisen).

Weiterführende Informationen:

Rück­gän­gig­ma­chen einer vGA > BMF-Schrei­ben vom 29. 09.2005, IV A 4 – S 0350 – 12/05

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