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Volkelt-Briefe

US-Wahl: Was kommt für deutsche Unternehmen?

Die Spannung steigt. Noch 10 Tage und wir wissen, wer am 8. November Barack Obama nachfolgen wird. Aus deutscher und europäischer Sicht ist wichtig: Unter Donald Trump dürften die Karten der Globalisierung neu gemischt werden. Die USA werden ihre Wirtschaftsbeziehungen zu China, Japan, aber auch zur Europäischen Union (EU) neu ordnen. Stichworte: Trans Pacific Partnership (TPP) und TTIP. Die USA werden versuchen, die Vorgaben zu ihren Gunsten zu ändern und den protektionistischen Schutz für die eigenen Unternehmen zu stärken. Es wird nicht einfacher für deutsche Unternehmen, sich auf dem US-Markt zu behaupten.

Die Fakten:

2015 wurden zwischen den USA und Deutschland Waren im Wert von 173 Mrd. EUR gehandelt. Damit sind die USA nach 55 Jahren wieder zum wichtigsten Handelspartner Deutschlands avanciert – vor Frankreich, Holland und China. Insgesamt wurden Waren im Wert von 114 Mrd. EUR exportiert. Der größte Teil entfiel mit 34 Mrd. EUR auf Autos und Autoteile vor Maschinen und Anlagen (17,7 Mrd. EUR), Pharmaprodukten (13,4 Mrd. EUR) und IT-Technik/Elektrotechnik (9,5 Mrd. EUR). Der Exportüberschuss liegt bei 55 Mrd. EUR. Dem US-Finanzministerium ist dieser Leistungsbilanzüberschuss schon seit langem ein Dorn im Auge. Allerdings gab es bisher noch keine währungspolitischen Gegen­­maßnahmen. Das dürfte sich – egal wer ins Weiße Haus einzieht – ändern.

Noch bedrohlicher für die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen in den USA sind die Erfahrungen, die die US-Justiz aus den VW-Verfehlungen macht. Die Liste der Kläger wird immer länger – neben betroffenen Verbrauchern klagen auch immer mehr US-Bundesstaaten und sonstige Betroffene auf Schadensersatz. Ganz nebenbei machen die US-Behörden damit auch die Erfahrung, dass das ein probates Mittel ist, die heimische Wirtschaft gegen unerwünschte Konkurrenz aus der EU abzuschotten. Der amerikanische Markt ist für die europäischen Unternehmen kein Zuckerschlecken. Findige Juristen werden diese Erfahrungen auch auf andere Branchen übertragen. US-Recht macht es möglich.

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