Kategorien
Volkelt-Briefe

Politik/Rahmenbedingungen: SPD-Wahl-Programm – schwere Zeiten für kleinere Unternehmen

Die SPD hat ihr Programm für die Bundestagswahl 2013 vorgelegt. Für den mittelständischen Unternehmer ist das keine wählbare Alternative, selbst wenn man mit den finanzpolitischen Vorgaben zur EURO- und Stabilitäts-Politik der Koalition nicht einverstanden ist. Alle Maßnahmen …

erhöhen die Bürokratiekosten auch für kleinere und mittelständische Unternehmen und beeinträchtigen die Wettbewerbsfähigkeit. (Umweltauflagen, Dokumentation, Kennzeichnung, Entgeltgleichstellungs­gesetz, Bürgerversicherung). Unabhängig von diesen verdeckten Kosten ergeben sich aus dem SPD-Programm für kleinere Unternehmen Mehr-Steuern. Das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) errechnet mindestens 15 % Mehrsteuern (vgl. Nr. 44/2012).

Konkret: Für kleinere Kapitalgesellschaften (GmbH, UG) wird sich die Anhebung der Abgeltungssteuer von 25 auf 32 % auswirken. Damit steigt die Belastung für Unternehmen mit einer Bilanzsumme von 4 Mio. EUR von 177.000 EUR um 28.000 EUR auf 205.000 EUR. Neben der Zusatzbelastung aus der Abgeltungssteuer ergeben sich Mehrsteuern aus den Plänen zur Wiedereinführung einer Vermögenssteuer (1 %) und der Anhebung des Spitzensteuersatzes von 42 auf 49 %, was sich beim Einkommens der GmbH-Gesell­schafter auswirken wird. Für größere Unternehmen errechnen die ZEW-Steuer­experten sogar eine Zusatzbelastung um bis zu 20 % (Beispiel: Bilanzsumme 125 Mio. EUR, Steuerlast bisher: 5,5 Mio. EUR, Steuerlast neu: 6,6 Mio. EUR).

Für die Praxis: Die Anhebung des Spitzensteuersatzes trifft Einkommen > 100.000 EUR (verheiratet: 200.000 EUR). Bezieht der ledige Geschäftsführer ein Monatseinkommen von 15.000 EUR, steigt die jährliche Steuerbelastung um 6.648 EUR. Teile der SPD wollen sogar eine noch höhere Abgeltungssteuer (32 %) bzw. Kapitalerträge nicht weiter pauschal sondern wieder nach dem persönlichen Einkommensteuer-Satz zu besteuern.

Schreibe einen Kommentar