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Volkelt-Briefe

GF-Haftung: Keine Risiko-Entscheidung ohne externes Know-How

So viel exter­nen Bera­tungs­be­darf wie bei der Bun­des­wehr – immer­hin über 200 Mio. EUR pro Jahr –  muss es zwar nicht sein. Aber:

Geschäfts­füh­rung ist in der Tat in den letz­ten Jah­ren und Jahr­zehn­ten immer anspruchs­vol­ler gewor­den. Was nicht hei­ßen soll, dass es in der Ver­gan­gen­heit ein­fach war, ein Unter­neh­men zu grün­den, erfolg­reich zu eta­blie­ren und in die nächs­te Genera­ti­on zu füh­ren. Das war schon immer eine Sisy­phus-Auf­ga­be mit vie­len Hindernissen.

Aber die Beschleu­ni­gung aller Pro­zes­se – auch der Ent­schei­dungs­pro­zes­se in der Unter­neh­mens­füh­rung – hat eige­ne Geset­ze. Wer schnell ent­schei­det und dabei weni­ger Feh­ler macht, hat die Nase vor­ne. Dem­entspre­chend dia­gnos­ti­zie­ren die gro­ßen Unter­neh­mens­be­ra­tun­gen: Ins­be­son­de­re der Bera­tungs­be­darf in Sachen IT, Digi­ta­li­sie­rung und Com­pli­an­ce wird auch in 2019 wei­ter stei­gen und den Bera­tungs­fir­men ein schö­nes Wachs­tum besche­ren. Die Straf­ver­fol­gungs­be­hör­den haben der­weil in den letz­ten Jah­ren die Anfor­de­run­gen an Geschäfts­füh­rer suk­zes­si­ve und dras­tisch erhöht. So zuletzt etwa im Fall des Ex-Audi-CEOs Rupert Stad­ler (vgl. Nr. 27/2018). Grund­sätz­lich gilt: Als Geschäfts­füh­rer sind Sie ver­pflich­tet, sich bei kom­ple­xen Fra­gen und Ent­schei­dun­gen exter­nen Rat ein­zu­ho­len – ansons­ten über­schrei­ten Sie das Ihnen zuge­bil­lig­te „wei­te Ermes­sen“ (so z. B OLG  Olden­burg, Urteil v. 22.6.2006, 1 U 34/03).

Recht­lich kom­pli­zier­te Ent­schei­dungs-Sach­ver­hal­te soll­ten Sie grund­sätz­lich vor­her juris­tisch prü­fen und beglei­ten las­sen (Zukäu­fe, Fusio­nen, Bau­vor­ha­ben, Kün­di­gun­gen, Geneh­mi­gun­gen usw.) – auch wenn fun­dier­te Bera­tung ihren Preis hat. Wir wer­den auch in 2019 den Fokus wei­ter­hin auf recht­li­che Beson­der­hei­ten, Fall­stri­cke und Haf­tungs­pro­ble­ma­ti­ken Ihrer Geschäfts­füh­rer-Tätig­keit legen.

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