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Geschäftsfüher-Gehalt: So machen Sie Alles richtig

Seit der Unternehmenssteuerreform im Jahre 2008 gilt: Für Gewinne der GmbH, die Sie sich als Gehalt auszahlen oder die Sie in der GmbH in die Rücklagen einstellen, ist die Steuerbelastung gesunken und liegt damit im EU-Vergleich im durchschnittlich „gut“. Viele Kollegen können damit leben. So gesehen stimmen die steuerlichen Rahmenbedingungen. Etwas anders sieht es aus, wenn der Gewinn aus der GmbH herausgenommen wird – „an die Gesellschafter ausgeschüttet wird“ – wie das im steuerlichen Fachjargon heißt. Was tun?

Das geht ins Geld. Außer 15% Körperschaftsteuer, darauf 5,5 % Soli und durchschnittlich 14 % Gewerbesteuer kostet das zusätzlich 25% Abgeltungssteuer – die Gesamtbelastung für ausgeschüttete Gewinne liegt damit bei knapp über 55%. Der steuerliche Höchstsatz fürs Geschäftsführer-Gehalt liegt dagegen bei 42% (plus Soli und Kirchensteuer) – maximal 45%, wenn der gut dotierte Geschäftsführer die Grenze zur Reichensteuer überspringt – also im Jahr mehr als rd. 250.000 € (verheiratet: 500.000 €) einstreicht. Es lohnt sich also, möglichst viel Geschäftsführer-Gehalt aus der GmbH zu ziehen. Dazu sollten noch jetzt im Januar die Weichen gestellt werden – damit Sie für das Steuerjahr 2020/21 keinen Cent zu viel versteuern müssen.

Allerdings müssen Sie – und das wissen alle Geschäftsführer, deren Gehalt vom Betriebsprüfer schon einmal überprüft wurde oder deren Steuerberater das Gehalt einfach mal der Höhe nach festgesetzt hat –  einige steuerliche Vorgaben einhalten:

  • Das Gehalt muss „angemessen“, was so viel heißt, dass es auf dem Markt von einem Geschäftsführer in vergleichbarer Position in einem vergleichbaren Unternehmen so auch verdient würde und
  • der GmbH muss auf Dauer eine angemessene Eigenkapitalverzinsung verbleiben. Eine dauernde komplette Gewinnabsaugung in Form des Geschäftsführer-Gehalts wird von den Finanzbehörden nicht geduldet.

Aber was ist schon „angemessen“? Und in der Tat: In der Praxis führt die Unschärfe dieses Begriffs Jahr für Jahr zu Meinungsverschiedenheiten zwischen GmbH-Geschäftsführern und den Finanzbehörden – bis hin zu zahlreichen finanzgerichtlichen Verfahren bis hin zum Bundesfinanzhof. Wer die Fachpresse dazu verfolgt, weiß, dass es dabei regelmäßig um Beträchtliches geht.  Wie viel Gehalt dürfen Sie sich in der Praxis auszahlen, ohne dass das Finanzamt einschreitet und den unangemessenen Teil des Gehalts nachträglich wie Gewinn behandelt?

Gegen diese nicht unbeträchtliche Zusatzbesteuerung können sich Gesellschafter-Geschäfts­führer absichern. Etwa, indem Sie sich stichhaltige Vergleichszahlen beschaffen – hierin liegt u. a. der Nutzen der Geschäftsführer-Vergütungsstudien. Unterdessen ist es sogar Praxis der Finanzgerichte, sich bei der Einschätzung der „angemessenen“ Gehaltshöhe an den Vergleichszahlen anerkannter Vergütungsstudien zu orientieren – so z. B. zuletzt im Falle einer Handwerks-GmbH, der vor dem Finanzgericht Sachsen zu Gunsten des betroffenen Gesell­schafter-Geschäftsführers entschieden wurde (FG Sachsen, Urteil vom 14.4.2010, 8 K 1786/04) .

In diesem Fall bezog sich das Finanzgericht auf die Vergütungs-Studie der BBE Unternehmensberatung. Auch die Vergleichszahlen der  Kienbaum Unternehmensberatung sind für ein gerichtstaugliches Gehalts-Gutachten geeignet. Rund. 75 % der Geschäftsführer, die sich an der Studie beteiligt haben, hatten in den  vergangenen Jahren bereits den Betriebsprüfer in der GmbH. Bei 20 % spielte das Thema Geschäftsführer Gehalt eine wichtige Rolle. Konkret: Hier wurde vom Betriebsprüfer per Schema nachgerechnet, ob das Gehalt des Gesellschafter-Geschäftsführers „angemessen“ ist. Bei jeder zweiten dieser Betriebsprüfungen wurde die Gehaltshöhe beanstandet. Die GmbH musste nachträglich zusätzlich Körperschaft- und Gewerbesteuer nachzahlen. 

Erste Fehlerquelle bei der Bemessung des zulässigen Gehalts ist die „Bemessungsgrundlage“ selbst. Das Finanzamt rechnet dazu alle Vergütungsbestandteile und sämtliche Vergünstigungen, die Sie als Geschäftsführer von Ihrer GmbH erhalten, von A wie Abfindung bis Z wie Zuwendungen (vgl. dazu nebenstehende Übersicht der Gehaltsbestandteile).

Eine erste Einschätzung, ob Sie als Gesellschafter-Geschäftsführer beim Gehalt in der „Bandbreite“ liegen, können Sie anhand der unten dargestellten groben Durchschnittswerte vornehmen. Liegen hier deutliche Abweichungen nach oben vor und gab es in den letzten Jahren keine Betriebsprüfung, in der das Geschäftsführer-Gehalt bereits überprüft wurde, sollten Sie das Gehalt im Hinblick auf Höhe und Zusammensetzung zusammen mit dem Steuerberater überprüfen. Hier die „groben„ Vergleichswerte:

Quelle: BBE Studie „GmbH-Geschäftsführer-Vergütungen 2020, BBE Media 

 In der Einzelprüfung genügen diese groben Werte nicht mehr. Hier kommt es auf Umsatz, Anzahl der Mitarbeiter, Ertragslage, Anzahl und Qualifikation der Geschäftsführer ganz genau an, um aussagekräftige Vergleichswerte zu erhalten.

Hierzu ist z. B. die BBE-Studie eine wertvolle Hilfe – zwar nicht ganz billig – aber Sie können davon ausgehen, dass die danach ermittelten Vergleichswerte zum Geschäftsführer-Gehalt „gerichtsfest“ sind und von den Finanzbehörden in dieser Höhe akzeptiert werden. Sie sparen sich damit in der Praxis jede Menge Ärger und ggf. teure Steuernachzahlungen.

 Übersicht: „gerichtstaugliche“ Studien für die Gehälter von GmbH-Geschäftsführern

Titel Inhalt Anbieter/Kontakt Preis
Studie GmbH-Geschäftsführer-Vergütungen 2020 200-seitige Studie einschließlich CD-ROM zum schnellen Finden von Daten BBE Media GmbH & Co. KG

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Geschäftsführer-Gehälter 2019 Broschüre, 79 Seiten, mit Tabellen und Schaubildern Kienbaum Management Consultants GmbH

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1.4000 € zzg. MWSt und Versandkosten

 

Tabelle: So errechnet sich das Gesamt-Gehalt des GmbH-Geschäftsführers

Jahresfestgehalt (monatliches Festgehalt)
erfolgsabhängige Bezüge (Tantieme, Prämien)
Zusatz- und Sozialleistungen (Weihnachtsgeld, Urlaubsgeld, Zuwendungen usw.)
Pkw-Überlassung, Aufwendungen für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte
Ansprüche aus einer Pensionszusage
sonstige Nebenleistungen (sonstige Leistungen zur Alters- und Gesundheitsvorsorge, wie Direktversicherungen, Unfallversicherungen, Gehaltsfortzahlungen im Krankheits- oder Todesfall, Invaliditäts- und Hinterbliebenenrenten, Beihilfen zur privaten Krankenversicherung bzw. Zahlung der Arbeitgeberanteile zur Sozialversicherung bei nicht versicherungspflichtigen Geschäftsführern)
Übernahme von Aufwendungen für Weiterbildung, Telefonate, Steuerberatung, Berufsverbände,
sonstige Sozialleistungen wie Heirats- oder Geburtsbeihilfen
Abfindungen für den Fall Ihres Ausscheidens und
Entschädigungen für ein vereinbartes Wettbewerbsverbot

 

 

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