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Volkelt-Briefe

Digitalisierung: „Unicorn“ – so schnell geht Erfolg

Mit dem Slogan „Vom Händler für Händler – Geschäfte unter Kollegen auf Augenhöhe“ kam der Erfolg. Und das in einem Markt, der mit mobile.de, Autoscout24 und einigen anderen Gebrauchtwagen-Plattformen schon ausgereizt schien. Mit einer guten Idee und 360 Mio. EUR Startkapital von einigen Fondsgesellschaften im Gepäck gelang es den deutschen Gründern Christian Bertersmann und Hakan Koc in etwas mehr als 3 Jahren, den Markt aufzurollen.

Unterdessen …kaufen und verkaufen sie mit ihrem Geschäftsmodell Auto1 (Gründung: 2014) täglich mehr als 3.000 Fahrzeuge europaweit. Bei einem Durchschnittsumsatz pro verkauftem Gebrauchtwagen von 2.000 EUR und einem Gewinnaufschlag von 5 % entspricht das einem Jahresumsatz von rund 2 Mrd. EUR und einer Summe von 100 Mio. EUR für den laufenden Geschäftsbetrieb (hauptsächlich: Werbeetat). In der Tat: Für 2016 meldete Auto1 einen Umsatz von 1,5 Mrd. EUR, in 2017 soll der Umsatz hochgerechnet bereits bei 3 Mrd. EUR gelegen haben. Nächstes Jahr sollen 5 Mrd. EUR umgesetzt werden. In der Nachschau sieht Alles ganz einfach aus. Der entscheidende Wettbewerbsvorteil: Auto1 verkauft und vermittelt nicht nur Gebrauchtwagen von Händlern, sondern kauft Gebrauchtwagen auch selbst auf – um sie anschließend weiterzuverkaufen. Zusätzlich werden Services geboten – wie das An- und Abmelden der Fahrzeuge, die Bewertung von Fahrzeugen oder die Inzahlungnahme von ganzen Fuhrparks. „Hätte man auch selbst drauf kommen können“.

Unicorn“ – zu Deutsch: Einhorn – heißen in den USA Neugründungen, die bereits nach kürzester Zeit die 1 Mrd. Dollar Bewertungsgrenze durchbrechen. Auto1 wird unterdessen auf den Finanzmärkten mit 2,9 Mrd. EUR gehandelt. Demnächst steht der Börsengang an. Die beiden Gründer sind noch immer mit 30 % am Unternehmen (AUTO1 European Auctions GmbH & Co. KG) beteiligt – und wollen das auch noch nach dem Börsengang bleiben. Zwar wird hier im Beispiel das ganz große Rad gedreht. Auch kleinere Unternehmen sind gut beraten, ihr Geschäftsmodell regelmäßig, kritisch und aus der Sicht der Kunden auf den Prüfstand zu stellen. Verbesserungen sind immer möglich und machen in der Summe den Erfolg des Geschäftsmodells aus.

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