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Dienstleister-GmbHs: EU will elektronische Dienstleistungskarte

Ob Rechtsanwälte, Architekten, Kfz-Meisterbetriebe oder Elektro-Handwerk: Die EU-Dienstleistungs-Richtlinie setzt viele kleinere Unternehmen in Deutschland zunehmend unter Druck. Hintergrund: Die in Deutschland üblichen Zugangsbeschränkungen und Honorarvorgaben stoßen immer mehr auf Kritik der EU-Institutionen. Wegweisend ist hier das von der EU eingeleitete Vertragsverletzungsverfahren gegen die Mindesttarife der Gebührenordnung der Architekten. Zuletzt hatte die Bundesregierung bei den Steuerberatern ein­gelenkt und deren verbindliche Honorarsätze abgeschafft.

Betroffen davon sind auch …Freiberufler- und Handwerker-GmbHs. Hier können die Geschäftsführer bislang noch davon ausgehen, dass sie keine Billig-Anbieter aus dem EU-Ausland fürchten müssen. Im Fokus steht auch der deutsche Meisterbrief. Von ehemals 94 Meisterberufen besteht unterdessen nur noch für 41 Berufe Meisterpflicht. Die EU-Kommission plant die Einführung einer (einheitlichen) elektronischen Dienstleistungskartemit der der Dienstleiser seine Zulassung zum gesamten Binnenmarkt nachweisen kann. Im Klartext: Damit kann er in Zukunft eine Betätigung auch auf dem deutschen Markt gerichtlich durchsetzen. Im ersten Schritt soll eine solche Karte zunächst für die Bauwirtschaft und für Unternehmens-Dienstleitungen (IT, Ingenieure) eingeführt werden.

Als Geschäftsführer einer Dienstleister-GmbH (Freiberufler, Handwerker) müssen Sie davon ausgehen, dass die EU-Kommission die Zugangsberechtigungen zu den Berufen und die Betätigungsmöglichkeiten in Europa weiter vereinheitlichen wird. Die elektronische Dienstleistungskarte ist ein erster Schritt dahin, dass ausländische Firmen ihren Betätigungsnachweis erbringen, ohne dass die deutschen Behörden Qualitätskontrollen nach unseren Zugangsprüfungen durchsetzen können.

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