Kategorien
Volkelt-Briefe

Das neue US Steuersystem: Interessante Perspektiven für Unternehmer

die Trump-Administration wird die Unternehmenssteuern der USA radikal umbauen. Ziel ist es, den Warenverkehr zwischen den Staaten zu lenken, ohne dass die USA Handelsbeschränkungen einführt. Nebeneffekt: Steueroasen werden ausgehebelt. So funktioniert das System der US-Ökonomen Auerbach/Deve­reux: … Die Kosten für Importe werden bei der Bemessungsgrundlage für die Ermittlung der Steuern aufgerechnet, die Kosten für Exporte abgezogen. Der Umsatz wird dann dort versteuert, wo er erzielt wird und nicht dort, wo produziert wird. Mehr Systemwechsel geht nicht. Importe aus Deutschland (Mexiko) in die USA werden doppelt besteuert. Im Erzeugerland und in den USA beim Verkäufer.

Es sei denn, der deutsche Steuer-Gesetz­geber beschließt, Exporte ebenfalls steuerfrei zu lassen – und somit das amerikanische Besteuerungs-System auch in Deutschland einzuführen. Allerdings müsste der deutsche Staat dann milliardenschwere Steuerausfälle ertragen. Dieses Szenario ist eher sehr unwahrscheinlich. Spannend wird es, wenn Großbritannien das amerikanische Steuer-System übernimmt. Der Standort Großbritannien wäre wieder im Spiel und die EU unter Druck.

Hintergrund: Das US-Steuermodell

Noch handelt es sich um Planspiele. In den Steuerabteilungen der großen Exporteure ist die Verunsicherung aber bereits angekommen. Auch im Bundesfinanzministerium und den EU-Gremien wird gerechnet. Mit vielen Unbekannten. Das IfO-Institut rechnet für Deutsch­land mit Steuerausfällen von jährlich 85 Mrd. EUR. Der Steuerexperte Lorenz Jarras errechnet dagegen einen Steuergewinn für den Staat, weil dann ja auch alle Importe in Deutschland besteuert würden. Für alle exportorientierten Unternehmen bedeutet das: Planen und Investieren unter höchst unsicheren Rahmenbedingungen (vgl. dazu auch Nr. 10/2017).

Schreibe einen Kommentar