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Zinsschranke

Mit der Unternehmensteuer-Reform wurde der § 8a KStG zum 1.1.2008 abgeschafft und durch eine sog. „Zinsschranke“ für alle Kapitalgesellschaften und Personengesellschaften abgelöst. Danach kann der Unternehmer kann grundsätzlich die Schuldzinsen in Höhe seiner Zinserträge abziehen. Bis zu 3 Mio. EUR ist dieser Zinssaldo immer in vollem Umfang abzugsfähig.

Für darüber hinausgehende Zinserträge gilt:

 Der Betriebsausgabenabzug ist nur noch bis zur Höhe von 30 % des Gewinns vor Zinsen und Steuern und Abschreibungen (EBITDA) zulässig.

 Ein übersteigender Zinsaufwand kann in den folgenden unbegrenzt Jahren abgezogen werden (Zinsvortrag).

Es gelten folgende Ausnahmeregelung: Bei Unternehmen, bei denen die Zinsschranke von 30 % zwar überschritten wird. greift die Zinsschranke nicht, wenn die Unternehmen nachweisen können, dass z. B. eine ausländische Tochtergesellschaft eine vergleichbare Finanzstruktur wie sie selbst aufweist (Escape-Klausel). Ebenso ist eine geringfügige Unterschreitung der Eigenkapitalquote bis zu 1 Prozentpunkt unerheblich. Die Regelungen zur Zinsschranke finden auch dann keine Anwendung, wenn das Unternehmen nicht zu einem Konzern gehört. Dazu wird auf einen Konzernbegriff i. S. der Zinsschrankenregelung abgestellt.

Weiterführende Informationen:

Der Schnellkurs für Geschäftsführer – Inhaltsübersicht

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