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Volkelt-Brief 51/2017

2018: Gut vor­be­rei­tet ins neue Geschäfts­jahr + Kon­junk­tur: Das sagen die Exper­ten – machen Sie sich ein eige­nes Bild + Digi­ta­li­sie­rung: Ban­ge machen gilt nicht – das The­ma ist Chef­sa­che + Mit­ar­bei­ter: Kol­le­ge statt „Fak­tor Arbeit” + Geschäfts­füh­rung 2018: Rote Lini­en 2018 – Die Fir­ma braucht SIE

BISS die Wirt­schaft-Sati­re

 

 

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Frei­burg, 22. Dezem­ber 2017

 

Sehr geehrte Geschäftsführer-Kollegin, sehr geehrter Kollege

die meis­ten der Kol­le­gin­nen und Kol­le­gen, mit denen ich in den letz­ten Tagen gespro­chen habe, sind mit dem Geschäfts­jahr 2017 sehr zufrie­den. Vie­le sind aber ver­un­si­chert über die Ent­wick­lun­gen in der deut­schen Poli­tik, in Euro­pa, in den Kri­sen­re­gio­nen und in den USA. Vie­le Haus­auf­ga­ben blei­ben wei­ter­hin liegen:

  • Wirt­schafts­po­li­tik: Der Mit­tel­stand erhält zwar wei­ter­hin auf dem Papier gute Noten. In der Pra­xis wird der Mit­tel­stand aber immer mehr zur tra­gen­den bis über­las­te­ten Säule.
  • Infra­struk­tur: Ob Ver­kehrs­lo­gis­tik, Daten­net­ze oder Ener­gie­po­li­tik – die Pro­ble­me sind da – ohne dass wirk­li­che Lösun­gen erkenn­bar sind.
  • Steu­er­po­li­tik: Es gab kei­nen gro­ßen Wurf und kei­ne nen­nens­wer­ten Kor­rek­tu­ren oder Ver­ein­fa­chun­gen bei der Besteue­rung und bei der Ermitt­lung der steu­er­li­chen Bemessungsgrundlagen.
  • Büro­kra­tie: Auch in 2017 muss­ten vie­le Unter­neh­men fest­stel­len, dass es „schon wie­der mehr“ Büro­kra­tie gewor­den ist. Vie­le Kom­mu­nen haben wei­ter an der Gewer­be­steu­er­schrau­be gedreht.
Der Blick nach vor­ne ist zugleich eine Vor­schau auf die kom­men­den Ent­schei­dungs­si­tua­tio­nen unter neu­en Rah­men­be­din­gun­gen. 2017 war wirt­schaft­lich gese­hen ein durch­aus erfolg­rei­ches Jahr für die meis­ten Unter­neh­men. 2018 wird aller­dings unsi­che­rer, noch schwe­rer plan­bar und – wirt­schaft­lich gese­hen – eine Rech­nung mit noch mehr Unbekannten.

 

Konjunktur: Das sagen die Experten – machen Sie sich ein eigenes Bild

Die Ban­ken pro­gnos­ti­zie­ren: „Der Welt­han­del lässt die Kon­junk­tur auch 2018 boo­men”. Die EU-Kom­mis­si­on erwar­tet für 2018 das stärks­te Wachs­tum seit 10 Jah­ren. Der Inter­na­tio­na­le Wäh­rungs­fond (IWF) rech­net mit einem lang­le­bi­gen Auf­schwung in Euro­pa. Auch OECD und Bun­des­bank erhö­hen die Wachs­tums­pro­gno­sen für Euro­pa und Deutsch­land im nächs­ten Jahr. So gese­hen besteht also kein Grund zur Skep­sis. Ers­te Neben­schwa­den am Hori­zont erkennt dage­gen das Insti­tut für Welt­wirt­schaft (IfW). Auf einen Nen­ner gebracht heißt es da: „Die Zuwachs­ra­te des BIP dürf­te 2,2 % in 2018 und 2,1 % im Jahr 2019 betra­gen. Damit nimmt die Über­aus­las­tung zu, was eine schmerz­haf­te spä­te­re Kor­rek­tur wahr­schein­li­cher wer­den lässt. Die stark anzie­hen­de Kon­junk­tur im Euro­raum spricht für eine Abkehr der EZB von der Nied­rig­zins­po­li­tik”.

Fakt ist, dass es einen so lan­gen posi­ti­ven Kon­junk­tur­zy­klus für die deut­sche Wirt­schaft lan­ge nicht gege­ben hat. Fakt ist auch, dass die Abhän­gig­kei­ten in den glo­ba­li­sier­ten Märk­ten mit dazu bei­tra­gen, dass Schwan­kun­gen in einer Volks­wirt­schaft, in einem Seg­ment oder in einem par­ti­el­len Markt durch posi­ti­ve Ent­wick­lun­gen in ande­ren Märk­ten auf­ge­fan­gen wer­den – es also eine klas­si­sche Kon­junk­tur­ent­wick­lung mit den Pha­sen Auf­schwung, Boom, Abschwung, Rezes­si­on so nicht mehr gibt und nicht mehr geben wird.

Die Infla­ti­ons­ra­te für 2017 liegt nach Desta­tis bei 1,7 % und wird nach den Ein­schät­zun­gen des Sta­tis­ti­schen Bun­des­am­tes auch in 2018 bei eben­falls 1,7 % und in 2019 bei 1,8 % lie­gen. Damit ist das Sta­bi­li­täts­ziel der Euro­päi­schen Zen­tral­bank (EZB) von 2,00 % annä­hernd erreicht. Fol­ge: Die Ban­ken­auf­se­her wer­den wohl bis auf wei­te­res kei­nen Anlass sehen, die Leit­zin­sen zu erhö­hen. Ande­re Pro­gno­sen – z. B. die Deut­schen Spar­kas­sen – sehen einen Trend zu stei­gen­den Zin­sen – beflü­gelt z. B. durch die Ankün­di­gun­gen der (Ex-) FED-Che­fin Janet Yel­len, dass die Leit­zin­sen Ende 2019 bei 3,0 % ste­hen werden.

Vor­ga­be für 2018: So weit die gesamt­wirt­schaft­li­chen Rah­men­da­ten. Klei­ne­re Unter­neh­men sind gut bera­ten, sich für 2018 auf fol­gen­de Eck­da­ten einzustellen:

  • Zin­sen: An der Zins­front wird sich zunächst nicht viel ändern. Die EZB wird die gute Kon­junk­tur nicht abwür­gen. Dafür spricht auch die unge­bremst hohe Ver­schul­dungs­quo­te der EU-(Süd-)Staaten. Inves­ti­tio­nen in Gewer­be­im­mo­bi­li­en sind wei­ter­hin eine Opti­on, um Rück­la­gen für die Zukunft zu nutzen.
  • Prei­se: Vie­le Unter­neh­men spü­ren seit dem 3. Quar­tal 2017 ein Anstei­gen der Groß­han­dels­prei­se. Desta­tis ermit­telt für Sep­tem­ber 2017 gegen­über dem Vor­jah­res­wert ein Anstieg um 3,4 %. Den größ­ten Ein­fluss auf die Gesamt­ent­wick­lung hat­te im Sep­tem­ber 2017 die Preis­stei­ge­rung im Groß­han­del mit fes­ten Brenn­stof­fen und Mine­ral­öl­er­zeug­nis­sen (+ 6,8 %). Kal­ku­lie­ren Sie für 2018 mit wei­ter stark stei­gen­den Ener­gie­kos­ten und Preis­stei­ge­run­gen für Roh­stof­fe. Nut­zen Sie die KMU-För­der­an­ge­bo­te zur Energieberatung.
  • Kal­ku­la­ti­on: Stel­len Sie zusam­men, wie viel, wel­chen Anteil und wel­che Kos­ten Sie in Roh­stof­fe und Vor­pro­duk­te inves­tie­ren und wel­che Maß­nah­men zur Siche­rung getrof­fen sind. Die Absi­che­rung erfolgt dabei in der Regel nicht durch Vor­rats­ein­käu­fe oder spe­ku­la­ti­ve Beschaf­fung. Viel­mehr erfolgt die Abwick­lung über ent­spre­chen­de Finanz- und Ver­si­che­rungs­in­stru­men­te. Also über Instru­men­te, die in der Ein­kaufs­ab­tei­lung allei­ne nicht gehan­delt wer­den kön­nen. Bes­ser ist es, wenn neue For­men der Beschaf­fung gemein­sam vom Ein­kauf und dem Bereich Finan­zen gemein­sam bewer­tet und umge­setzt wer­den. Feh­len eige­ne Fach­kennt­nis­se soll­ten Sie den gefor­der­ten Abtei­lun­gen exter­ne Fach­be­ra­tung vermitteln.

Wenig Ein­fluss dürf­te die Poli­tik in Deutsch­land auf die kon­junk­tu­rel­le Zukunft haben. Bereits jetzt abseh­bar ist, dass die Wirt­schafts­po­li­tik für klei­ne und mitt­le­re Unter­neh­men (KMU) in einer wie auch immer zusam­men­ge­setz­ten neu­en Bun­des­re­gie­rung kei­nen beson­de­ren Stel­len­wert ein­neh­men wird. Klei­ne­re Unter­neh­men wer­den aber womög­lich durch einen höhe­ren Min­dest­lohn und den Rück­kehr­an­spruch nach Teil­zeit wei­ter belas­tet. Zumin­dest für das ers­te Halb­jahr 2018 ist ruhi­ges kon­junk­tu­rel­les Fahr­was­ser zu erwar­ten. Das ist eine gute Aus­gangs­po­si­ti­on für das Gesamt­jahr 2018. Nut­zen Sie die guten Zah­len zur Restruk­tu­rie­rung, wo es ange­sagt ist, und zur Moder­ni­sie­rung, wenn die Orga­ni­sa­ti­on an neue Stan­dards ange­passt wer­den muss (IT, Kom­mu­ni­ka­ti­on, Arbeits­plät­ze, Fuhr­park, Schu­lun­gen). Vie­le Unter­neh­mer tun sich – unter Ver­weis auf Ihr Erfah­rungs­wis­sen – schwer damit, die eige­nen Prei­se zu erhö­hen. Dabei gilt: Steigt die Infla­ti­ons­ra­te, müs­sen alle Unter­neh­men ihre Prei­se an die Ent­wick­lung anpas­sen – frü­her oder spä­ter. Wer sei­ne Prei­se als letz­ter anpasst, ver­liert die mit der Preis­er­hö­hung zu ver­die­nen­den Mar­ge. Dar­auf zu hof­fen, dass der Markt den nied­rig gehal­te­nen Preis mit zusätz­li­cher Nach­fra­ge belohnt, ist lei­der mehr Wunsch denn rea­lis­ti­sche Option.

 

Digitalisierung: Bange machen gilt nicht – das Thema ist Chefsache

Aus gutem Grund haben wir uns ent­schlos­sen, zum The­ma „Digi­ta­li­sie­rung” an die­ser Stel­le regel­mä­ßig zu berich­ten. Sei es zu neu­en Erkennt­nis­sen für die Geschäfts­füh­rung, zu Pra­xis-Bei­spie­len oder zu den Aus­wir­kun­gen auf Finan­zie­rung, Orga­ni­sa­ti­on, Mar­ke­ting und Per­so­nal­be­schaf­fung im klei­ne­ren Unter­neh­men. Das The­ma ist omni­prä­sent und immer mehr Bran­chen und Geschäfts­mo­del­le sind bereits von inno­va­ti­ven (dis­rup­ti­ven) Ent­wick­lun­gen betrof­fen. Ein Blick in die Fern­seh-Wer­bung offen­bart: Schon jeder zwei­te Wer­be­spot ist kei­ne Image-Wer­bung mehr, son­dern bewirbt das inno­va­ti­ve Pro­dukt eines digi­ta­len Geschäfts­mo­dells. Beson­ders anschau­lich ist die­se Ent­wick­lung in der digi­ta­len Buch­hal­tung. Unter­des­sen gibt es eini­ge Anbie­ter, die aus Rech­nun­gen und Fak­tu­ra Buch­hal­tung und Ban­king auto­ma­tisch erle­di­gen. Ein Sys­tem, dass für GmbHs mit kom­ple­xer Jah­res­ab­schluss-Erstel­lung zwar noch nicht taugt. Aber auch hier wird es schon bald Sys­te­me geben, mit denen sich die Over­head-Kos­ten erheb­lich redu­zie­ren lassen.

Vor­ga­be für 2018: Das The­ma „Digi­ta­li­sie­rung” ist Chef­sa­che. Sie sind es, der die Impul­se gibt, die Zie­le vor­gibt und die Mit­ar­bei­ter mit­nimmt. Bes­te Vor­aus­set­zun­gen zum Über­le­ben sind: Neu­gier, kon­trol­lier­te Risi­ko­be­reit­schaft, stän­di­ges Ler­nen und die per­ma­nen­te Bele­bung und Nut­zung Ihres beruf­li­chen Netzwerks.

Zum zukunfts­ori­en­tier­ten Manage­ment die­ses kom­ple­xen The­mas genügt es aller­dings nicht, ledig­lich in Aktio­nis­mus zu ver­fal­len. Vie­le Unter­neh­men prak­ti­zie­ren zwar KVP und Inno­va­tions-Manage­ment. Neu ist, dass immer mehr gro­ße Unter­neh­men (Glo­bal Play­er) und mit­tel­stän­di­sche Koope­ra­tio­nen (Hid­den Cham­pions) sich im gro­ßen Stil an Star­tUps betei­li­gen, die sich in mit­tel­stän­di­schen Märk­ten betä­ti­gen und tra­di­tio­nel­len Mit­tel­ständ­lern Kon­kur­renz machen. Das betrifft Dienst­leis­tun­gen (Werbung/Marketing/PR, Hotel/Gastronomie, Bera­tung, Logis­tik, Finanz­dienst­leis­tun­gen, Ver­si­che­run­gen) aber auch Hand­werk (Gebäu­de-Manage­ment, Fran­chise), Han­del und Groß­han­del (neue Platt­for­men) und die indus­tri­el­le Fer­ti­gung (Pro­zess­steue­rung, Robo­tik, künst­li­che Intelligenz).

 

Mitarbeiter: Kollege statt Faktor Arbeit

Das The­ma Mit­ar­bei­ter bleibt für klei­ne­re Unter­neh­men auch in den nächs­ten Jah­ren Kern­the­ma. Der Arbeits­markt für Qua­li­fi­zier­te ist leer gefegt und die demo­gra­phi­sche Ent­wick­lung gibt vor, dass sich dar­an in den nächs­ten Jah­ren auch nichts ändern wird. Auch eine zuneh­men­de Migra­ti­on wird dar­an kurz- und mit­tel­fris­tig nichts ändern. Als Arbeit­ge­ber müs­sen Sie den Wett­be­werb um Arbeits­kräf­te anneh­men, das The­ma zur Chef­sa­che machen und krea­ti­ve Ideen ent­wi­ckeln, um gute Mit­ar­bei­ter zu bin­den und neue zu fin­den. Noch mehr Min­dest­lohn, Teil­zeit­ar­beits­an­spruch mit Rück­kehr­op­ti­on und Equal Pay wir­ken sich auf die Lohn­kos­ten von klei­ne­ren Fir­men über­pro­por­tio­nal aus. Dazu kom­men wei­te­re Regu­lie­run­gen auf dem Arbeits­markt, z. B. bei den Werk­ver­trä­gen und Leih­ar­beit­neh­mern. Die ange­spro­che­nen Vor­ga­ben wer­den sich wei­ter auf die Arbeits­kos­ten aus­wir­ken und ins­be­son­de­re für klei­ne­re und mit­tel­gro­ße Betrie­be für zusätz­li­che Pro­ble­me bei der Per­so­nal­be­schaf­fung sor­gen. Ihre Nach­tei­le im Wett­be­werb um qua­li­fi­zier­te Mit­ar­bei­ter gegen­über Groß­un­ter­neh­men und Kon­zer­nen neh­men so wei­ter zu.

Ihnen bleibt aber die gro­ße Chan­ce, auf den unter­des­sen weit ver­brei­te­ten Wunsch und auf die Sehn­sucht einer zuneh­men­den Zahl von (jün­ge­ren) Arbeit­neh­mern nach klei­nen, über­schau­ba­ren Struk­tu­ren zu set­zen. Nut­zen Sie die­sen atmo­sphä­ri­schen Vor­teil. Stel­len Sie Ihre Wer­te in den Bewer­bungs­ge­su­chen her­aus. Zei­gen Sie Ihr Kon­ter­fei als Chef, benen­nen Sie Ihr Mot­to und Ihre Wer­te – auch der Hin­weis auf Ihre Hob­bys (Sport, Musik) macht Ihr Gesuch per­sön­li­cher und ist ein guter Auf­hän­ger, damit sich ein poten­zi­el­ler Bewer­ber leich­ter mit sei­nem neu­en Arbeit­ge­ber iden­ti­fi­zie­ren kann.

Immer mehr Arbeit­neh­mer wäh­len ihren Arbeits­ge­ber nicht nur nach dem Ver­dienst. Betriebs­kli­ma, Ent­wick­lungs­mög­lich­kei­ten und der Umgang mit der per­sön­li­chen Situa­ti­on des Mit­ar­bei­ters wer­den immer wich­ti­ger. All das kön­nen Sie als Arbeit­ge­ber direkt und selbst beein­flus­sen und haben als klei­ne­rer Betrieb dabei durch­aus Vor­tei­le. Und zwar dann, wenn es Ihnen gelingt, Unter­neh­mens­kul­tur und unter­neh­me­ri­sche Ver­ant­wor­tung vor­zu­le­ben. Set­zen Sie auf „Mund-zu-Mund-Akqui­se” Ihrer zufrie­de­nen Mit­ar­bei­ter (Prä­mi­en), schal­ten Sie Stel­len­an­zei­gen in regio­na­len sozia­len Medi­en (Online-Tages­zei­tung) und tes­ten Sie neue For­men der Bewer­ber­su­che (unkon­ven­tio­nel­le Print-Anzei­gen, Con­tent-Mar­ke­ting und Video-Clips). Ani­mie­ren Sie auf Ihrer Home­page zur Initiativ-Bewerbung.

 

Geschäftsführung 2018: Rote Linien 2018 – die Firma braucht SIE

Vie­le Unter­neh­mer, Gesell­schaf­ter-Geschäfts­füh­rer oder Nur-Geschäfts­füh­rer enga­gie­ren sich nicht nur für die Fir­ma und Ihre Mit­ar­bei­ter. Sie über­neh­men Ver­ant­wor­tung in der Gesell­schaft, in der Poli­tik, im Ehren­amt oder – wegen per­ma­nen­tem Zeit­man­gel – als Spen­der oder Spon­sor. Hat­te zuletzt die Finanz­kri­se in 2007 vie­le nach­denk­lich gemacht, waren es 2017 wie­der eini­ge uner­war­te­te neue Ent­wick­lun­gen, die man­chen Unter­neh­mer sprach­los gemacht haben. Etwa der Rechts­ruck in Euro­pa, der Bre­x­it und die Ent­wick­lun­gen in der Tür­kei, die Ent­wick­lung in den USA oder vie­le unge­lös­te inter­na­tio­na­len Konflikte.

Glo­ba­li­sie­rung und vor allem die Digi­ta­li­sie­rung brin­gen immer mehr Dyna­mik. Alle Pro­zes­se lau­fen schnel­ler. Auch das Hams­ter­rad, das vie­le Geschäfts­füh­rer tre­ten. Ver­stärkt hat sich für vie­le auch das Gefühl, dass sich Eini­ges ver­selb­stän­digt hat und nie­mand mehr in der Lage ist, das auf­zu­hal­ten. Immer neue Vor­schrif­ten und Erlas­se. Immer mehr Regu­lie­run­gen engen die Gestal­tungs­mög­lich­kei­ten ein und kos­ten viel Geld. Das Alles ist bekannt. Die Medi­en bekla­gen die Zustän­de. In poli­ti­schen Dis­kus­sio­nen und Talk­run­den wer­den die Zustän­de beschrie­ben. Aber an den ein­ge­schla­ge­nen Wegen ändert sich seit Jah­ren und Jahr­zehn­ten grund­sätz­lich nichts und es ist (lei­der) auch kei­ne poli­ti­sche Kraft in Sicht, die rea­lis­ti­scher­wei­se in der Lage wäre, Ände­run­gen vor­an­zu­trei­ben und durch­zu­set­zen. Aus Sicht eines Geschäfts­füh­rers bedeu­tet das:

  • Geschäfts­füh­rer klei­ne­rer Unter­neh­men ver­brin­gen immer mehr Zeit mit Tätig­kei­ten, die nichts oder nur wenig mit dem eigent­li­chen Geschäft zu tun haben.
  • Staat und Behör­den ver­wen­den immer mehr Auf­wand und Ener­gien für die Über­wa­chung und Kon­trol­le von Vor­schrif­ten und Auflagen.
  • Die Dis­kre­panz zwi­schen den Zie­len der poli­ti­schen Ent­schei­dungs­trä­ger und den Not­wen­dig­kei­ten klei­ne­rer Wirt­schafts­ein­hei­ten an der Basis wird immer größer.
  • Als Unter­neh­mer sind Sie es gewohnt, Ent­schei­dun­gen zu tref­fen und Pro­ble­me zu lösen. Egal unter wel­chen Rahmenbedingungen.

Gefor­dert sind Sie auch im pri­va­ten Umfeld. Die meis­ten Kol­le­gen wis­sen, dass sie ihrer Fami­lie viel zumu­ten und viel zu wenig Enga­ge­ment und Zeit für ihre Fami­li­en auf­brin­gen kön­nen. Unter dem Dau­er­druck drif­ten Ehen und Bezie­hun­gen aus­ein­an­der, die Kin­der kön­nen nicht wie erfor­der­lich geför­dert und unter­stützt wer­den. Der Spa­gat zwi­schen Fami­lie und Geschäft ist und bleibt eine Gratwanderung.

Kom­men unge­plan­te Ereig­nis­se – Tren­nung, ein Pfle­ge­fall im unmit­tel­ba­ren Umfeld, Tod, beson­de­re Pro­ble­me eines Kin­des – dazu, kann das schon ein­mal bis an die Belas­tungs­gren­ze gehen oder die­se sogar über­schrei­ten. Dage­gen ste­hen die Her­aus­for­de­run­gen und Chan­cen, die sich für Sie als Geschäfts­füh­rer immer wie­der aufs Neue erge­ben. Sie wis­sen genau, an wel­chen Stell­schrau­ben Sie dre­hen müs­sen und kön­nen, um die Pro­duk­te zu ver­bes­sern, die Mit­ar­bei­ter ein­zu­be­zie­hen und mit­zu­neh­men, den Ser­vice bes­ser zu machen oder dem Kun­den noch bes­se­re Lösun­gen anbie­ten zu kön­nen. Gera­de die­se Ideen, die­se krea­ti­ven Her­aus­for­de­run­gen sind es, die „Geschäfts­füh­rung“ so abwechs­lungs­reich und span­nend machen. Dar­an wird sich auch im nächs­ten Jahr nichts ändern. Sie sind gefor­dert für 2018 – geschäft­lich und privat.

Nut­zen Sie die frei­en Tage für sich selbst. Über­pla­nen Sie Ihre per­sön­li­chen und geschäft­li­chen Zie­le für 2018. Die älte­ren Kol­le­gen sind gut bera­ten, sich klar zu machen, dass die Nach­fol­ge­re­ge­lung in der Pra­xis mehr Zeit brau­chen als die meis­ten ein­pla­nen. Hier gilt: Je frü­her Sie die­ses unan­ge­neh­me The­ma anpa­cken, um so eher gewin­nen Sie Klar­heit dar­über, wie das aus­se­hen kann und um so eher gibt es Ergeb­nis­se. Jün­ge­re Kol­le­gen sind gut bera­ten, sich nicht dau­ernd zu ver­aus­ga­ben – Stich­wort: Bur­nout. Pla­nen Sie Aus­zei­ten ein, hal­ten Sie sich an die­se Pla­nung und gön­nen Sie sich und Ihrem Kör­per Ver­schnauf­pau­sen. Die Fir­ma braucht SIE.

 

Ich wün­sche Ihnen, Ihrer Fami­lie und Ihren Mit­ar­bei­tern und einen erfolg­rei­chen Start in 2018

Lothar Volkelt

Her­aus­ge­ber + Chef­re­dak­teur Geschäftsführer-Fachinformationsdienst

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