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BISS - DIE Wirtschafts-Satire

Post-Netz

Post, Post­bank, Inter­net, Intra­net, Profisport

Nein: Es geht nicht dar­um, der Post oder Post­bank eins aus­zu­wi­schen. Heu­te wol­len wir uns ein­mal – som­mer­loch­be­dingt – mit der Zeit nach dem Inter­net beschäftigen.

In einem ers­ten Schritt wird man das Prin­zip der Minia­tu­ri­sie­rung auf mensch­li­che Intel­li­genz über­tra­gen und zwar im Pro­fi­sport. Dann gelingt die Ver­net­zung von intel­li­gen­ten Teil­chen ohne Zeit­ver­lust und ohne Mobil­funk­mas­ten – Har­ry Schwein­s­tei­ger wird dann der ers­te sein, dem es gelingt, den Ball nur mit der Wil­lens­kraft in amö­ben­haft ange­leg­ten Kom­bi­na­ti­ons­ket­ten über den gesam­ten Platz bis vor das geg­ne­ri­sche Gehäu­se schwe­ben zu las­sen, was – je nach Pro­gram­mier­auf­wand und Beweg­lich­keit der ein­zel­nen Teil­chen – lus­ti­ge Pirou­et­ten über x‑Stationen oder lang­wei­li­ges Ball­ge­schie­be in die Brei­te und nach hin­ten pro­du­ziert, aber durch­aus einen gewis­sen Unter­hal­tungs­wert hat. Nicht mög­lich ist es aller­dings, die Abseits­fal­le zu umge­hen – wes­halb die Expe­ri­men­te als wenig Erfolg ver­spre­chend ein­ge­stellt werden.

Ers­te vor­zeig­ba­re Erfol­ge brach­te – wie so oft schon – der Pro­fi-Rad­sport. Das Prin­zip war ziem­lich ein­fach. Mit dem Ergeb­nis, dass es im Zug zur Sprint­vor­be­rei­tung mög­lich wur­de, die Iden­ti­tä­ten zu wech­seln, so dass immer die glei­che Per­son – wie heißt es so schön – die Nase vor­ne hat­te. Spä­ter wur­de dann ja das Rad als Pri­vat­ei­gen­tum abge­schafft, so dass das gesam­te Ren­nen im Trai­nings­la­ger simu­liert wer­den konn­te und die Renn­ver­läu­fe der ein­zel­nen Teams nur noch vir­tu­ell zusam­men­ge­spielt und irgend­wie ins Euro­sport-For­mat über­setzt wer­den mussten.

Erst Jah­re spä­ter war es mög­lich, sol­che Erkennt­nis­se in den Pro­duk­ti­ons­pro­zess ein­zu­brin­gen. Und zwar zunächst für Dienst­leis­tun­gen. Mit dem Ergeb­nis, dass es z. B. für eine Steu­er­erklä­rung aus­rei­chend war, wenn sie vor Ort gedacht und „in den Raum“ gepon­dert wur­de. Um die Abwick­lung küm­mert sich wie gehabt die Behör­de – hier wird aller­dings noch mit Inter- und Intra­net gear­bei­tet. Mit Abschaf­fung zunächst des geis­ti­gen und dann des mate­ri­el­len Eigen­tums wur­de der gesam­te Pro­duk­ti­ons­pro­zess ja über­fäl­lig. Das see­li­sche Wohl konn­te ja auch schon vor dem Inter­net im Beicht­stuhl hin­ter­legt wer­den. Die Zen­tra­li­sie­rung der Intel­li­genz zu einem ganz Gro­ßen war dann nur noch ein kon­se­quen­ter vor­letz­ter Schritt. Jetzt fehlt nur noch der Über­gang von Mate­rie in Zeit. Ers­te Mach­bar­keits­stu­di­en sind ange­legt – ledig­lich eine Fra­ge von Zeit und Kos­ten. Und mit gekrümm­ten Grenz­kos­ten­kur­ven ken­nen wir uns ja zumin­dest aus.

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