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BISS - DIE Wirtschafts-Satire

Köttbullar

Wir wis­sen nicht, wie vie­le von uns nach dem ein oder ande­ren Fein­schme­cker Ster­ne-Geschäfts­es­sen in den nächs­ten Tagen (meist heim­lich) im McDri­ve oder bei IKEA vor­bei­ge­schaut haben, um mal wie­der „was Ordent­li­ches“ auf den Tel­ler zu bekom­men. Aber jetzt ist es aus damit. Unzäh­li­ge Kött­bull­ar-Fleisch­bäll­chen waren und sind mit Pfer­de­fleisch ver­setzt. Womög­lich ist die­se ein­zig­ar­ti­ge, so ein wenig nach Ren­tier­fleisch anmu­ten­de Geschmacks­knos­pe nur mit Hil­fe von Pfer­de­fleisch zu erzie­len. Im Mischungs­ver­hält­nis 1:2:3 Heu­ler, Pferd, Elch. Neben­an hat man schon damit begon­nen, die Bil­ly-Rega­le abzu­bau­en. Oder das IKEA-Glas-Sor­ti­ment und Tisch-Deko-Sets aus­zu­sor­tie­ren. Das The­ma hat damit eine welt­wei­te Dimen­si­on erreicht. Alles deu­tet auf einen Boy­kott unge­ahn­ten Aus­ma­ßes hin. In der FDP-Zen­tra­le denkt man bereits über einen Wech­sel der Ver­eins­far­ben nach. So weit die Theo­rie. Als wir heu­te Mor­gen im ört­li­chen IKEA-Restau­rant einen Tel­ler Kött­bull­ar  mit Prei­sel­beer­kom­pott und Kar­tof­fel­pü­ree bestell­ten, wur­de der Vor­gang in gewohn­ter Rou­ti­ne abge­ar­bei­tet. An der Kas­se gab es kei­ne Warn­hin­wei­se und auch mit gutem Zure­den war ein Preis­nach­lass nicht zu machen. Die Rezep­tur – so die Aus­kunft des Restau­rant­lei­ters – ist und bleibt Geheim­sa­che. Nur so viel ist bekannt: Pie­ment und Ing­wer­pul­ver sind ein Muss. Alles ande­re ist ein kann. Kann also auch Pferd sein.

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