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BISS - DIE Wirtschafts-Satire

Gebührenboykott

Ange­fan­gen hat alles damit, dass die damals noch sehr jun­ge Eli­sa­beth W. in wis­sen­schaft­li­chen Stu­di­en und näch­te­lan­gem Bücher­le­sen her­aus­ge­fun­den hat­te, „dass nur 2% des Den­kens bewusst erfolgt“. Dem ist die jun­ge Sozio­lo­gie-Stu­den­tin dann ein­fach kon­se­quent nach­ge­gan­gen und bedient seit­dem kon­ser­va­ti­ve Think­tanks – wie es so schön heißt – mit ihren Erkennt­nis­sen. Letz­tes Opfer: Die Öffent­lich-Recht­li­chen in ihrem ver­zwei­fel­ten, ja fast aus­sichts­lo­sem Kampf gegen den Gebüh­ren­boy­kott. Also gegen das bevor­ste­hen­de Ende des frei­en Jour­na­lis­mus. Die letz­te Bas­ti­on im Kampf für Demo­kra­tie und Frei­heit. Oder um es nicht ganz so post­mar­tia­lisch zu sagen: Weil der gewöhn­li­che Fern­seh-Zuschau­er zu Hau­se auf dem Sofa nach dem Fall des eiser­nen Vor­hangs bzw. der blei­er­nen Zeit kaum noch zwi­schen Frei­heit oder Sozia­lis­mus unter­schei­den kann, hat Frau W. jetzt mit ihrer so gewon­ne­nen rhe­to­ri­schen Bril­li­anz ein wenig nach­ge­hol­fen: „Frei­heit statt Umsatz“. Bes­ser hät­ten wir es auch nicht sagen können.

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