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Archiv: Volkelt-Briefe

GmbH-Brief 51–52/2025

Die Themen …

Das Geschäfts­jahr 2025: Geschäfts­füh­rung im Kri­sen­mo­dus + Kon­junk­tur 2026: Pro­gno­sen mit vie­len Unbe­kann­ten + Geschäfts­füh­rer-Per­spek­ti­ve: Über­grif­fi­ge Büro­kra­tie + Digitales/KI: Geschäfts­mo­del­le auf dem Prüf­stand + Mitarbeiter/Personal: Krea­ti­ve Lösun­gen blei­ben Pflicht + Geschäfts­füh­rer-pri­vat: Resi­li­enz, Aus­zei­ten und Nachfolge-Planung

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Frei­burg, 19. Dezem­ber 2025

Sehr geehrte Geschäftsführer-Kollegin, sehr geehrter Kollege,

kei­ne Bes­se­rung in Sicht – und wie schon für das zu Ende gehen­de Geschäfts­jahr 2025 gibt es auch für 2026 weni­ge Erkennt­nis­se, die auf einen Ruck oder auf Ver­än­de­run­gen der gesell­schaft­li­chen und wirt­schaft­li­chen Rah­men­be­din­gun­gen hof­fen las­sen. Nach den ver­lo­re­nen Coro­na-Jah­ren, den Kriegs­be­ding­ten Ein­schrän­kun­gen, der Infla­ti­on und den kon­junk­tu­rel­len Pro­ble­men beka­men ins­be­son­de­re klei­ne­re und mit­tel­stän­di­sche Unter­neh­men immer noch die Fol­gen schlech­ter Wirt­schafts­po­li­tik der ver­gan­ge­nen Jah­ren – genau genom­men aus den Ver­säum­nis­sen des letz­ten Jahr­zehnts – zu spü­ren. Stich­wor­te: Finanz- und Steu­er­po­li­tik, Büro­kra­tie, Fehl­ent­schei­dun­gen in der Ener­gie­po­li­tik, eine auf Indus­trie­po­li­tik aus­ge­rich­te­te För­der­po­li­tik und eine Arbeits­markt­po­li­tik, die die seit Jahr­zehn­ten vor­her­seh­ba­re demo­gra­fi­sche Ent­wick­lung weit­ge­hend igno­riert hat. Die zuletzt wie­der stark gestie­ge­nen Insol­ven­zen sind Aus­druck des­sen, was kommt und zu bewäl­ti­gen sein wird.

Aber auch jetzt wie­der heißt es: Ban­ge machen gilt nicht. Auch und gera­de für die Unter­neh­mens- und Geschäfts­lei­tun­gen, die neben den lau­fen­den Geschäf­ten die stra­te­gi­schen Dimen­sio­nen mit­den­ken und pla­nen müs­sen. So sehen das auch die meis­ten Kol­le­gin­nen und Kol­le­gen, mit denen ich über das abge­lau­fe­ne Geschäfts­jahr 2025 gespro­chen habe, so. Aber: Auf Dau­er geht das an die Sub­stanz vie­ler Unter­neh­men – und zwar bran­chen­über­grei­fend. Die Pro­gno­sen fast aller Exper­ten las­sen auch in der nahen Zukunft nicht viel Platz für Opti­mis­mus und bes­se­re Zei­ten. Die Rah­men­be­din­gun­gen ste­hen nicht auf Expan­si­on und Wachs­tum, son­dern auf Kon­so­li­die­rung und Kon­zen­tra­ti­on auf neue Geschäfts­fel­der unter sich schnell ändern­den Marktbedingungen.

Konjunktur 2026: Prognosen mit vielen Unbekannten

Das ifo Insti­tut pro­gnos­ti­ziert für das deut­sche Wirt­schaft 2026 ein Wachs­tum von nur noch + 0,8 %. Der inter­na­tio­na­le Wäh­rungs­fond rech­net mit einem Wachs­tum von + 0,9 bis 1,0 %. Die Wirt­schafts­wai­sen erwar­ten offi­zi­ell + 0,9 % Wachs­tum. Die Bun­des­bank erwar­tet + 0,7 %. Fazit: Je nach Inter­es­sen­la­ge dif­fe­rie­ren die Erkennt­nis-Schwer­punk­te und die dar­aus resul­tie­ren­den Pro­gno­sen. Alles Wer­te, die sogar deut­lich unter den Vor­jah­res-Pro­gno­sen lie­gen. Auch der ifo-Geschäfts­kli­ma-Index zeigt kei­ne Anzei­chen von Erho­lung. Das Geschäfts­kli­ma hat sich im Ver­lauf des Jah­res 2025 kaum bewegt und bleibt deut­lich hin­ter den Wer­ten frü­he­rer Jah­re zurück. Von Janu­ar bis Novem­ber stieg der Index gera­de ein­mal um 3,0 Punk­te – was einem Still­stand gleichkommt. 

Neben die­sen auf Schät­zun­gen, Hoch­rech­nun­gen und Befra­gun­gen basie­ren­den Daten gibt es für Ana­lys­ten vier Ist-Fak­to­ren, die die Lage und die dar­aus resul­tie­ren­den Per­spek­ti­ven für 2026 kon­kre­ter machen:

  • Insol­ven­zen: Im Gesamt­jahr 2025 hat sich der Anstieg der Insol­venz­zah­len bei den Unter­neh­men fort­ge­setzt. Mit 23.900 Unter­neh­mens­in­sol­ven­zen wird laut Cre­dit­re­form 2025 erneut ein Höchst­wert seit 10 Jah­ren erreicht. Damit hat die Zahl der Insol­ven­zen erneut signi­fi­kant zugenommen.
  • Bau­wirt­schaft: Für das Gesamt­jahr 2025 wird in der Bran­che mit einem sta­gnie­ren­den bis leicht stei­gen­den Umsatz auf ca. 160 Mrd. EUR gerech­net. Berück­sich­tigt man die Preis­er­hö­hun­gen aus 2024/2025 in der Bran­che, wird ersicht­lich, dass die Zurück­hal­tung in die­ser Bran­che wei­ter­hin besteht. Bau­an­trä­ge und Bau­ge­neh­mi­gun­gen sind zwar im 1. Halb­jahr 2025 leicht gestie­gen (bis zu + 14,1 % Ein­fa­mi­li­en­häu­ser). 2026 wird mit einer wei­te­ren leich­ten Erho­lung gerech­net. Dane­ben drückt das gesamt­wirt­schaft­li­che Umfeld – Stich­wor­te: Zin­sen, Roh­stoff­prei­se, Vor­pro­duk­te, Ener­gie und Löh­ne. Auch Zulie­fe­rer und Han­del der Bau­bran­che haben sich auf die­ses Umfeld vor­be­rei­tet und eingestellt.
  • Finanzen/Geldmarkt: Im Ein­klang mit den mode­ra­ten Infla­ti­ons­ra­ten in Euro­pa (zuletzt 2,2 %) und in Deutsch­land (Dezem­ber: 2,3 %) ver­har­ren die Zin­sen auf sta­bi­lem nied­ri­gem Niveau. Frag­lich ist, ob die EZB die Zin­sen wei­ter­hin kon­stant hält (EZB-Ein­la­ge­satz zum Jah­res­en­de 2026 bei 2 % und den Fed Funds Rate bei 3,5 %).  Nicht weni­ge Exper­ten hal­ten es nach dem Jah­res­wech­sel aber für wahr­schein­lich, dass der nächs­te Schritt der Noten­bank wie­der nach oben geht. Trotz der ver­bes­ser­ten Mög­lich­kei­ten nach dem Zukunfts-Finan­zie­rungs-Gesetz wird es auch wie­der in 2026 gera­de für klei­ne­re Unter­neh­men und auch für Start­Up-Grün­dun­gen nicht ein­fa­cher wer­den, Inves­to­ren bzw. Betei­li­gungs­ka­pi­tal aufzutun.
  • Globalisierung/Export: Kaum plan­bar ist, was die Trump-Regie­rung für den welt­wei­ten Han­del noch zumu­tet. Wie ein­schnei­dend die Unterbrechung/Störung der welt­wei­ten Lie­fer­ket­ten wirkt, war bereits in den letz­ten bei­den Jah­ren zu spü­ren – etwa in der Auto­mo­bil-Indus­trie, in der Chip‑, der Phar­ma- und der Che­mie-Bran­che. Dazu kom­men gestie­ge­ne Fracht­kos­ten (Ener­gie) und kri­sen­be­ding­te Unwäg­bar­kei­ten in den Fracht­rou­ten (Ver­si­che­run­gen). Abseh­bar ist, dass auch in 2026 in den Lie­fer­ket­ten Pro­ble­me zu erwar­ten sind. Etwa aus den poli­ti­schen Unwäg­bar­kei­ten um die Ver­sor­gung der deut­schen Wirt­schaft mit Roh­stof­fen aus Chi­na. Die gro­ßen deut­schen Unter­neh­men müs­sen wei­ter­hin die Vor­ga­ben aus dem Lie­fer­ket­ten-Gesetz umsetzen.

Geschäftsführer-Perspektive: Übergriffige Bürokratie

Ja, Ja – die Büro­kra­tie. Zuletzt muss­te das Ober­lan­des­ge­richt (OLG) Schles­wig-Hol­stein ein Regis­ter­ge­richt brem­sen. Der Vor­fall: Die Gesell­schaf­ter einer GmbH hat­ten eine Gesell­schaf­te­rin aus­ge­schlos­sen. Anschlie­ßend reich­te der Notar die vom Geschäfts­füh­rer unter­zeich­ne­te neue Gesell­schaft­er­lis­te zur Ein­tra­gung zum Han­dels­re­gis­ter ein. Doch statt ein­zu­tra­gen, woll­te man wis­sen, ob der Gesell­schaf­ter­be­schluss zum Aus­schluss der Mit-Gesell­schaf­te­rin ord­nungs­ge­mäß zustan­de gekom­men ist. Kon­kret: „War die aus­ge­schlos­se­ne Gesell­schaf­te­rin denn auch tat­säch­lich zur ent­spre­chen­den Gesell­schaf­ter­ver­samm­lung ein­ge­la­den?” . Das ging den OLG-Rich­te­rin­nen und Rich­tern denn doch etwas zu weit. O‑Ton des Gerichts:  „Dem Regis­ter­ge­richt steht grund­sätz­lich ledig­lich ein for­mel­les Prü­fungs­recht zu. Nur in Aus­nah­me­fäl­len, wenn die Unrich­tig­keit für das Regis­ter­ge­richt (ohne wei­te­re Ermitt­lun­gen) offen­sicht­lich ist (Evi­denz­fäl­le), darf es die Auf­nah­me einer for­mell ord­nungs­ge­mäß ein­ge­reich­ten Lis­te ableh­nen” (OLG Schles­wig-Hol­stein, Urteil v. 28.11.2025, 2x W 74/25). Klar­text. Mit freund­li­chen Grüßen.

Digitales/KI: Geschäftsmodelle auf dem Prüfstand

Klei­ne­re Unter­neh­men tun sich nach wie vor schwer mit der Digi­ta­li­sie­rung von Pro­zes­sen und Ver­wal­tungs­vor­ga­ben. Laut Bun­des­wirt­schafts­mi­nis­te­ri­um ist der Digi­ta­li­sie­rungs­in­dex der deut­schen Unter­neh­men mit 1 bis 49 Beschäf­tig­ten zwar von 108,1 Punk­ten im Jahr 2023 auf nur noch 113,6 Punk­te im Jahr 2024 gestie­gen. Die klei­nen Unter­neh­men sind aber die am wenigs­ten digi­ta­li­sier­te Unter­neh­mens­grö­ßen­klas­se. Den­noch: Nach unse­ren Erfah­run­gen und aus vie­len Gesprä­chen mit den Geschäfts­füh­run­gen in klei­ne­ren Unter­neh­men ist in 2025 Eini­ges in Bewe­gung gekom­men – die neu­en Mög­lich­kei­ten mit KI – und hier ins­be­son­de­re mit ChatCPT, Ope­nAI und ande­ren KI-Chat­bots – haben viel Krea­ti­vi­tät frei­ge­setzt und den Weg für neue Ideen und Pro­jek­te eröffnet.

In den Abtei­lun­gen und Teams wird expe­ri­men­tiert. Tex­te für die Wer­bung, Pro­dukt­be­schrei­bun­gen und Geschäfts­be­rich­te wer­den geprüft und ver­bes­sert, PR-Tex­te und Rede­bei­trä­ge opti­miert, Kun­den­pro­fi­le und ‑Ver­hal­ten sys­te­ma­ti­siert. Auch in den Per­so­nal­ver­wal­tun­gen kön­nen die neu­en KI-Instru­men­te schon jetzt hilf­rei­che Ergän­zun­gen leis­ten oder ein­zel­ne Arbeits­schrit­te selbst erle­di­gen: Stel­len­be­schrei­bun­gen, Tex­te für Aus­schrei­bun­gen oder bei der Ana­ly­se von Bewer­bungs­schrei­ben. Die Doku­men­ta­ti­on für den Sta­tus von Pro­jek­ten lässt sich sys­te­ma­ti­sie­ren. Sicher ist, dass das erst der Anfang zu einem gro­ßen Inno­va­tions-Schub ins­be­son­de­re in den Ver­wal­tungs-Funk­tio­nen ist. Der nächs­te Schritt wird nicht lan­ge auf sich war­ten las­sen und auch in 2026 in vie­len Unter­neh­men beschleu­nigt fort­ge­setzt wer­den. Und zwar dann, wenn die KI-Lösun­gen in die bereits bestehen­den IT-Sys­te­me noch ein­fa­cher imple­men­tiert wer­den kön­nen. Micro­soft und Goog­le haben bereits pas­sen­de KI-Lösun­gen inte­griert – z. B. in MS-Word mit opti­mier­ten Recht­schrei­be- und For­mu­lie­rungs­hil­fen oder intel­li­gen­ten Datenbank-Recherche-Möglichkeiten.

Für die Pra­xis: Als Geschäfts­füh­rer sind Sie gut bera­ten, Mit­ar­bei­ter-Initia­ti­ven in Sachen KI zu för­dern und zu koor­di­nie­ren. Wich­tig ist es, über die KI-Ent­wick­lung und deren Anwen­dung zeit­nah und qua­li­fi­ziert infor­miert zu sein. Das The­ma KI gehört zu den Rou­ti­nen in den IT-Info-Run­den, aber auch in allen Abtei­lun­gen und Teams, für die Ände­run­gen und Inno­va­tio­nen anste­hen. Eine aktu­el­le und umfang­rei­che Doku­men­ta­ti­on zum The­ma KI gibt es auf den Inter­net-Sei­ten des Bun­des­am­tes für Sicher­heit in der Infor­ma­ti­ons­tech­nik. Eini­ge IT-Por­ta­le bieten

Mitarbeiter/Personal: Kreative Lösungen bleiben Pflicht

Wer Mit­ar­bei­ter erset­zen muss oder zusätz­li­che Mit­ar­bei­ter braucht, muss krea­tiv blei­ben. Klei­ne­re Unter­neh­men in Bal­lungs­ge­bie­ten oder im Umfeld von Kon­zer­nen kön­nen unter­des­sen davon pro­fi­tie­ren, wenn dort groß­flä­chig Per­so­nal abge­baut wird. Ansons­ten ist der Markt leer. Und zwar nicht nur für qua­li­fi­zier­te Tätig­kei­ten. Auch Mit­ar­bei­ter für unge­lern­te und Hilfs­tä­tig­kei­ten sind wei­ter­hin rar. Sie sind also gut bera­ten, die Befind­lich­kei­ten Ihrer Mit­ar­bei­ter zu ken­nen und zu pfle­gen. Für die meis­ten Kollegen/innen wird kein Weg dar­an vor­bei­füh­ren, in der Per­so­nal-Akqui­se neue Wege zu gehen und Neu­es aus­zu­pro­bie­ren – etwa in der Aus­ge­stal­tung von Arbeits­ver­trä­gen (Teil­zeit, Aus­bil­dung in Teil­zeit, Home­of­fice, Mini- und Midi-Job­ber)  oder mit Men­schen zusam­men­zu­ar­bei­ten, mit denen man noch kei­ne beruf­li­chen Erfah­run­gen gemacht hat (Men­schen mit Behin­de­run­gen oder Migra­ti­ons­hin­ter­grund oder neu ange­wor­be­ne aus­län­di­sche Mit­ar­bei­ter, Leiharbeit).

Arbeit­neh­mer wäh­len ihren Arbeit­ge­ber nicht nur nach dem Ver­dienst. Betriebs­kli­ma, Ent­wick­lungs­mög­lich­kei­ten, Wert­schät­zung und der per­sön­li­che Umgang mit dem Mit­ar­bei­ter wer­den immer wich­ti­ger. All das kön­nen Sie als Arbeit­ge­ber direkt und selbst beein­flus­sen und haben dabei als klei­ne­rer Betrieb durch­aus Vor­tei­le. Und zwar dann, wenn es Ihnen gelingt, Unter­neh­mens­kul­tur und unter­neh­me­ri­sche Ver­ant­wor­tung vor­zu­le­ben. Set­zen Sie auf „Mund-zu-Mund-Akqui­se” Ihrer zufrie­de­nen Mit­ar­bei­ter (Prä­mi­en), schal­ten Sie Stel­len­an­zei­gen in regio­na­len sozia­len Medi­en (Online-Tages­zei­tung) und tes­ten Sie neue For­men der Bewer­ber­su­che (unkon­ven­tio­nel­le Print-Anzei­gen, Con­tent-Mar­ke­ting und Video-Clips). Ani­mie­ren Sie auf Ihrer Home­page zu Initiativ-Bewerbungen. 

Auch die Kos­ten­sei­te wird 2026 zusätz­lich belas­tet. Im Fore­cast müs­sen Sie abseh­bar berück­sich­ti­gen, dass sich die Gewerk­schaf­ten in den tarif­ge­bun­de­nen Bran­chen dafür ein­set­zen wer­den, zumin­dest eine Net­to-Erhö­hung durch­zu­set­zen. Lohn­er­hö­hun­gen im Bereich + 3 bis 5 % blei­ben die rea­lis­ti­sche Kalkulationsgrundlage.

Geschäftsführer-privat: Resilienz, Auszeiten und Nachfolge-Planung

Für vie­le Kol­le­gin­nen und Kol­le­gen ging es 2025 auch wie­der bis an die Belas­tungs­gren­ze und manch­mal auch dar­über. Es gab neue Hions­bot­schaf­ten, scho­nungs­lo­se Bestands­auf­nah­men und Offen­ba­rungs­ei­de. Es gab unge­wohn­te und neue Ent­schei­dungs­si­tua­tio­nen. Vie­le sahen sich erst­mals in der Rol­le des schlech­te Nach­rich­ten-Über­brin­gers oder sogar eines um Unter­stüt­zung und Hil­fe Suchen­den. Kei­ne dank­ba­re Aufgabe.

Es gab aber auch Soli­da­ri­tät, neue Erkennt­nis­se, Ver­su­che. Ansät­ze einer neu­en Arbeits- und Orga­ni­sa­ti­ons­struk­tur. Hin­wei­se auf ein neu­es Geschäfts­mo­dell mit Zukunft und Per­spek­ti­ve. Und es gab vie­le Mit­ar­bei­ter, die sich mäch­tig und manch­mal so auch gar nicht erwar­tet ins Zeug gelegt haben und legen. Trotz allem: Ihre Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter erwar­ten, dass Sie auch in Zukunft und in jeder Situa­ti­on Ant­wor­ten parat, eine Stra­te­gie für´s Geschäft haben und alles dafür tun, dass die Fir­ma über­lebt und die Arbeits­plät­ze erhal­ten blei­ben. Die Anfor­de­run­gen, die Geschäfts­füh­rer aus­hal­ten muss­ten, waren auch 2025 wie­der außer­ge­wöhn­lich hoch. Das wird 2026 so blei­ben. Für Ihre Tätig­keit als Geschäftsführer/in heißt das:

  • Geschäfts­füh­rer klei­ne­rer Unter­neh­men immer mehr Zeit mit Tätig­kei­ten ver­brin­gen, die nichts oder nur    wenig mit dem eigent­li­chen Geschäft zu tun haben.
  • Staat und Behör­den ver­wen­den immer mehr Auf­wand und Ener­gie für die Über­wa­chung und Kon­trol­le von Vor­schrif­ten und Auflagen.
  • Die Dis­kre­panz zwi­schen den Zie­len der poli­ti­schen Ent­schei­dungs­trä­ger und den Not­wen­dig­kei­ten klei­ne­rer Wirt­schafts­ein­hei­ten ist unter der Gro­ßen Koali­ti­on nicht wirk­lich bes­ser geworden.

Gefor­dert sind und blei­ben Sie aber auch pri­vat. Vie­le Kol­le­gen und Kol­le­gin­nen haben ihrer Fami­lie auch in die­sem Jahr wie­der mehr zuge­mu­tet als sie dies ohne­hin schon tun. Unter dem Dau­er­druck drif­ten Ehen und Bezie­hun­gen aus­ein­an­der, die Kin­der kön­nen nicht wie erfor­der­lich geför­dert und unter­stützt wer­den. Der Spa­gat zwi­schen Fami­lie und Geschäft ist und bleibt eine Grat­wan­de­rung. Kom­men unge­plan­te Ereig­nis­se – Tren­nung, ein Pfle­ge­fall, Pro­ble­me eines Kin­des – dazu, kann das schnell die Belas­tungs­gren­ze erreichen.

Dage­gen ste­hen die Her­aus­for­de­run­gen und Chan­cen, die sich für Sie als Geschäfts­füh­rer immer wie­der aufs Neue erge­ben. Sie wis­sen genau, an wel­chen Stell­schrau­ben Sie dre­hen müs­sen und kön­nen, um die Pro­duk­te zu ver­bes­sern, die Mit­ar­bei­ter ein­zu­be­zie­hen und mit­zu­neh­men, den Ser­vice bes­ser zu machen oder dem Kun­den noch bes­se­re Lösun­gen anzu­bie­ten. Gera­de die­se krea­ti­ven Her­aus­for­de­run­gen sind es, die „Geschäfts­füh­rung“ so abwechs­lungs­reich und span­nend machen. Dar­an wird sich auch im nächs­ten Jahr nichts ändern. Sie sind gefor­dert für 2026 – geschäft­lich und privat.

Um es mit Mode­wor­ten zu sagen: Gön­nen Sie sich Acht­sam­keit und Resi­li­enz. Nut­zen Sie die frei­en Tage für sich selbst. Über­pla­nen Sie Ihre per­sön­li­chen und geschäft­li­chen Zie­le für 2026. Die älte­ren Kollegen/innen sind gut bera­ten, sich klar zu machen, dass die Nach­fol­ge­re­ge­lung in der Pra­xis mehr Zeit braucht als übli­cher­wei­se eingeplant.

Hier gilt: Je frü­her Sie die­ses The­ma anpa­cken, umso eher gewin­nen Sie Klar­heit dar­über, wie das aus­se­hen kann und umso eher gibt es Ergeb­nis­se (> Nach­fol­ge-Pla­nung – jetzt anpa­cken).

Jün­ge­re Kollegen/innen sind gut bera­ten, sich nicht zu ver­aus­ga­ben – Stich­wort: Burn­out. Pla­nen Sie Aus­zei­ten und Abstand ein, hal­ten Sie sich an die­se Pla­nung und ver­schaf­fen Sie sich und Ihrem Kör­per Resilienz.

Ihre GmbH/UG braucht SIE- mehr denn je.

Ich wün­sche Ihnen erhol­sa­me Fei­er­ta­ge und einen guten Start in ein hof­fent­lich wie­der phan­ta­sie­vol­le­res Geschäfts­jahr 2026 …

Ihr
Lothar Vol­kelt